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Jungturm & Münzfels (Pfalz) (DE)

  • Der schiefe Turm der Pfalz? Nein, die Nordwestkante des Jungturms!
Jungturm und Münzfels werden hier gemeinsam beschrieben. Es handelt sich zwar um eigenständige Gipfel, diese liegen aber in direkter Nachbarschaft und sind nur durch eine kleine Lücke voneinander getrennt.

Auch der Fensterfels, Bindersbacher Turm und Anebos liegen nur einen Steinwurf entfernt, sodass diese an einem Klettertag gut miteinander kombiniert werden können.
Sowohl Münzfels als auch Jungturm weisen einen ähnlichen Charakter auf:

Die Südwestseiten bieten eher leichtere, klassische Wege zwischen dem 4. und 7. UIAA Grad. Was die ganz alten, historisch bedeutsamen Wege betrifft sei folgendes erwähnt: Die Wege, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschlossen wurden wirken aus heutiger Sicht recht hart bewertet. Auch wenn dies oft nur Einzelzüge betrifft: In einem 4er Normalweg kann man sich stellenweise durchaus vorkommen wie in einem modernen 6er, was ja damals die höchste zu vergebende Bewertung war. Klassische Routen werden aus Traditionsbewußtsein oft nicht mehr umbewertet.

In den wesentlich höheren Nordostwänden (bis zu 35m) geht es kräftiger zur Sache. Hier herrschen lange Ausdauerrouten im senkrechten und überhängenden Fels vor. Vor allem im 8. UIAA Grad wird man hier fündig. Es sind aber auch einige schöne Routen im 7. Grad oder schwerer Wege bis 10- vorhanden. Die Nordostseite bietet sich an heißen Sommertagen oder bei Regen an.

Zusammengenommen bieten Jungturm und Münzfels 43 Kletterrouten.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Die Routen bis einschließlich zum 5. Grad müssen komplett oder nahezu komplett selbst abgesichert werden. Im 6. und 7. Grad existieren sowohl vernünftig abgesicherte als auch vernünftig absicherbare Routen, was vor allem für gebietsfremde Kletterer ein großer Unterschied sein kann. In den schwereren Wegen sind häufig mehr Ringe vorhanden, wobei auch hier zusätzliche Sicherungsmittel notwendig sind.

 

Routenvorschläge

Jungturm-Direkter Normalweg (4+/E1): Hier ist vieles drin was das Klettern in der Pfalz so besonders macht: In der 1. Länge bewegt man sich an größtenteils guten Henkeln durch leicht abdrängendes Gelände. Hier ist der Fels zwar nicht überall bombenfest, was aber zum klassischen Ambiente der Tour zusätzlich beiträgt. In der 2. Seillänge wartet ein garstiger Rissüberhang bevor man über einfacheres Gelände zum Gipfel aussteigt. Absicherung größtenteils eigenständig.

Has-Normalweg (4): Hier wartet eine Überraschung auf den Begeher. Nachdem man die ersten, trotz 4er Bewertung nicht einfachen und selbst abzusichernden Meter hinter sich gebracht hat, geht es im Inneren des Münzfelsens weiter. Von außen nur zu erahnen: Nach dem Durchschlupf findet man sich plötzlich in einem mittelalterlichen Treppenschacht wieder. Hier geht es dann durch eine künstlich hergestellte Rissverschneidung und an Balkenfalzen weiter nach oben, bevor man aus dem Schacht heraus auf den Gipfel steigt. Schon wegen dieser Besonderheit eine Begehung wert.

Sechs-Haken-Weg (6): Sehr schöne und dankbare 6er Tour. Unten geht’s über leicht geneigtes Gelände bis dann oben ein kräftiger Überhang an super Henkeln überwunden werden muss. Einige der Henkel wackeln, scheinen aber trotzdem zu halten. Mit 5 Ringen + Abseilring ist die Tour sehr gut abgesichert.

Südwand (6): Gleich vorweg: Für 6 ganz schön hart! Bereits im Einstieg trennt sich die Spreu vom Weizen. Entweder man steigt über ‘Zwergenschreck‘ ein, oder man nimmt den direkten Einstieg, einen steilen Handriss im 7. Grad. Egal wie man’s macht, hat man die ersten 3 m überwunden, folgt man dem kraftraubenden Riss bis auf einen Absatz, wo man Stand beziehen kann oder die letzten paar Meter direkt weiter steigt zum Gipfel. Der Riss variiert in der Breite zwischen Handriss und Schulterriss, hat hier und da runde Kanten bzw. verbreitert sich nach außen. Daraus ergeben sich anstrengende Passagen, egal ob man piazt oder hineinkriecht. Wer einsteigt sollte keinen Spaziergang erwarten! Mit 4 Ringen auf über 30m eher spärlich gesichert. Zwischensicherungen in den tiefen, sich erst weit innen verengenden Passagen des Risses unterzubringen ist nicht immer einfach. Schlingen zum Verlängern unerlässlich!

Kirschnerweg (5-): Wunderschön geht’s über den Kirschnerweg in 2 Seillängen zum Gipfel. Die erste führt über einen durchweg selbst abzusichernden Riss zum Standplatz auf dem Pfeiler. Von dort geht’s ebenfalls ohne Ringe in weniger steilem Gelände zum Gipfel weiter. Alle Passagen sind mit Friends und Keilen sehr gut absicherbar.

Fritz-Mann-Weg (4 / E1/E2): Alpin anmutende Kletterei entlang der faszinierend-ausgeprägten Nordwestkante. Dem namensgebenden Fritz Mann, Mitbegründer und Vorsitzender der "Vereinigung der Pfälzer Kletterer (PK)", gelang bereits 1911 die Erstbegehung dieser klassischen Linie. Die scharfe Kante gibt den Routenverlauf vor, nur oben wird es ein wenig unübersichtlich und man sollte sich genau überlegen welchen Weg man dort im teils brüchigen Fels nimmt.

Abseilweg (5-/E1): Nette Route, die nach geneigtem Einstieg im oberen Teil senkrecht an Leisten und Querbändern emporzieht. Im Gegensatz zur Wegführung im Topo verläuft die Linie oben nicht nach links Richtung Baum, sondern geradeaus weiter. Auch die 3 Ringe im oberen Wandbereich sind nicht verzeichnet, womit die E1-Bewertung hinfällig ist.

 

Bilder

  • Der schiefe Turm der Pfalz? Nein, die Nordwestkante des Jungturms!
  • Der Jungturm von Südosten aus betrachtet
  • Die hohen Nordostwände von Jungturm (vorne) und Münzfels (hinten)
  •  Jungturm Südwestwand. In Bildmitte der Direkte Normalweg (4+/E1)
  • Beim Abseilen vom Gipfel des Jungturms
  • Münzfels: Has-Normalweg (4) am Durchgang - der Rest der Tour führt im Inneren des Felsens weiter.
  •  Licht und Schatten - Im Inneren des Münzfels: Has-Normalweg (4)
  • Has-Normalweg (4) - Der alte Treppenschacht im Münzfels über den man auf den Gipfel aussteigt.
  •  Beim Eintrag ins Gipfelbuch am Münzfels
  • Münzfels: Sechs-Haken-Weg (6)
  • Jungturm – Südwand (6)
  • Jungturm - Kirschnerweg (5-)
  • Münzfels - Sechs-Haken-Weg (6)
  • Jungturm

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

 

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