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Asselstein (Pfalz) (DE)

  • Normalweg (4-/E1) - Am 3. Standplatz
Der Asselstein: Ein mächtiger Felsgipfel! Das fanden wohl auch schon die germanischen „Ureinwohner“ der Gegend, die auf dem Fels den Sitz ihrer Götter vermuteten. Zumindest bei der ersten Besteigung des Gipfels, im Jahre 1860, konnten aber keine höheren Wesen entdeckt werden. Auch die nachfolgenden Begeher berichteten nichts von dort angetroffenen Gottheiten und heute werden sich Götter lieber ruhigere Plätzchen suchen. Denn der Asselstein ist einer der bekanntesten und am stärksten frequentierten Gipfel der Südpfalz. Vor allem von Westen kommend (A5) ist er einer der am schnellsten zu erreichenden Destinationen des Pfälzer Felsenlandes.

Mächtig ist der frei stehende Asselstein aber auch aus einem anderen Grund: Mit 60m maximaler Höhe ist er eines der höchsten Kletterziele der Südpfalz. Die für sich betrachtet schon beeindruckende Süd- bzw. Nordwand wird links und rechts noch flankiert vom langen Westgrat und vom, von oben betrachtet, seinem Namen gerecht werdenden Ostschiff.

Natürlich finden sich in dieser Felsmasse auch reichlich Kletterrouten. Insgesamt sind es 62. Über die die Hälfte davon im 6. und 7. UIAA Grad. Ein paar wenige im 4. bzw. 5., darunter der großartig lange Normalweg, knapp 20 Wege liegen zwischen 8- und 9+. Ein Großteil der Routen bzw. Routenkombinationen zeichnen sich durch ihre Länge aus: Auch wenn nicht alle auf dem Hauptgipfel enden, wirklich kurze Routen gibt es hier nicht. Im Gegenteil, es sind einige Mehrseillängenrouten zu finden.

Die Routen befinden sich ungefähr je zur Hälfte in der Nord- bzw. der Südwand, wobei in der Südwand die einfacheren Touren zu finden sind. Somit findet sich für jede Jahreszeit die entsprechende Klettertour.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Grundsätzlich gilt: In den einfacheren Wegen und Passagen, die sich gut mit mobilen Sicherungsgeräten absichern lassen, stecken wenig bis keine Ringe. Hier sind große Strecken alleine mit Keilen und Cams abzusichern. Die schweren Routen haben meist (aber nicht immer) etwas mehr fixe Zwischensicherungen. Ohne zusätzliche mobile Absicherung wird man aber auch hier oft nicht auskommen.

 

Routenvorschläge

  • Normalweg (4-/E1): Einer der Normalwege in der Pfalz, die man unbedingt gemacht haben sollte. Bis zum Gipfel sind es 4 abwechslungsreiche Seillängen. Die erste, ein langer, selbst abzusichernder Quergang über ein abschüssiges Band ist nicht schwer, aber auch für den Nachsteiger nicht leichter als für den Vorsteiger. Die zweite Länge führt durch eine Verschneidung und quert dann unter einem Dach um die Ecke. Die dritte quert diagonal durch den linken Teil der oberen Südwand. Und in der letzten gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder direkt über einen Überhang oder leichter zuerst die Nordseite querend den Ausstieg des Direkten Normalwegs nehmend zum Gipfel. Gut und gerne 75 Klettermeter, 5 Ringe inkl. der 3 Standplätze. Eine große Felsfahrt!
  • Direkter Normalweg (5/E1): Lohnende Variante zum Normalweg, die sich mit diesem nur die zweite Seillänge, teilt. Anstatt des Einstiegsquergangs steigt man über einen schweren, cleanen Handriss, den Fritz-Mann-Riss ein, der etwas an Einsatz fordert. Nach dem zweiten Standplatz geht es erneut über einen hier deutlich breiteren Riss empor, der sich kurz vorm Ausstieg zu einem Kamin weitet. Diese letzte Seillänge, ist nur in einer kurzen, abdrängenden Passage schwer, der Rest ist genüssliches Steigen. Allerdings ist diese Seillänge nur bedingt absicherbar.
  • Fritz-Mann-Kamin (5+/E1): Mann oh Mann... da hat Fritz Mann 1912 einen großen Klassiker vorgelegt. Die Linie zählt bis heute zu den wichtigsten, eindrücklichsten Linien in der Region. Der Kamin ist eigentlich keiner, sondern an der Schlüsselstelle eher ein Schulterriss. Die gesamte Route folgt einem Riss unterschiedlicher Breite und ist anspruchsvoll, sowohl was die Kletterei, als auch was die Absicherung betrifft. Dennoch ist reine Risskletterei weniger gefragt. Oft klettert man an guten Griffstrukturen entlang der Risslinie. Wer sich traut sollte das Prachtstück unbedingt klettern.
  • Ostgrat-Nordverschneidung (6-/E1): Nun ja, als E1 fühlt es sich nur an wenn man die entsprechenden Sicherungsgeräte nicht dabei hat und einem die Art der Kletterei nicht liegt. Alle Riss- und Verschneidungsfreunde die dem Schwierigkeitsgrat grundsätzlich gewachsen sind, werden in der klassichen Rissverschneidung ihre Freude haben. Auch dieses Prunkstück wurde bereits früh - 1913 - von Fritz Mann erstbegangen und bietet im Mittelteil senkrechte Rissverschneidungskletterei mit einer Schlüsselpassage an Handklemmern. Oben lehnt sich die Verschneidung dann etwas zurück, dafür wird die Wand recht strukturarm und der Riss relativ breit. Unbedingt empfehlenswert!
  • Westgrat-Abseilriss (6-/E1 bzw. 7-/E1): Schöne, selbst abzusichernde Rissabfolge, mit einzelnen, fordernden Passagen. Der Mittelteil ist einfach. Oben abdrängend und ein wenig ausdauernd. Im Einstieg sind zwei Varianten möglich: Entweder man quert über Bänder von rechts ein, oder man wählt den schweren, direkten und ungesicherten Risseinstieg (7-). Auch hier ist kraftausdauerndes, kniffliges Klettern in abdrängendem Gelände gefragt.


Bilder

  • Normalweg (4-/E1) - Seilschaft im Quergang der 1. Seillänge. Über dem Standplatz gut zu erkennen: Die Verschneidung der 2. Länge
  • Normalweg (4-/E1) - Im Quergang der 1. Seillänge
  • Normalweg (4-/E1) - Blick in die Tiefe vom 3. Standplatz
  • Normalweg (4-/E1) - Am 3. Standplatz
  • Ausblick vom Gipfel des Asselsteins
  • Am Gipfel des Asselsteins
  • Ausblicke: Die gegenüber liegende Burg Trifels im Nebel

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

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