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Fladensteine (Pfalz) (DE)

  • Fladensteine - Normalweg auf den Bundenthaler Turm (2+/E1) - Wunderschöne Kaminkletterei
Zu Recht wird hier der Plural verwendet, denn bei den Fladensteinen handelt es sich nicht um ein Massiv, sondern um mehrere freistehende Türme, von denen der größte und bedeutendste der Bundenthaler Turm ist. Hier finden sich auch die längsten und beliebtesten Routen, wie z. B. die "Götterverschneidung" (6+), der "Ilexweg" (4) oder "Hans guck in die Luft" (7).

Der Bundenthaler Turm misst an seiner höchsten Stelle 52 m. Bei weitem nicht alle Routen erreichen diese Länge, aber die ein oder andere ausgedehnte Kletterei findet man hier schon.

Die weiteren Felstürme (Namenloser Turm, Namenloser Grat, Ilexturm, Stuhl, Jüngst- und Erlenbacher Turm) bieten jeweils nur wenige Routen und sind unbedeutender. Trotzdem findet sich auch hier die ein oder andere lohnende Klettertour.

In der Gesamtheit bieten die Fladensteine 63 Routen zwischen dem 1. und 9./10. UIAA Grad. Vor allem im Bereich 6/7 herrscht eine große Routendichte. Die Ausrichtung der Routen ist unterschiedlich: Am Bundenthaler Turm ist der Großteil der bedeutenden Routen nach Süden ausgerichtet, es finden sich aber auch nördlich und westlich exponierte. Die Ausrichtungen an den kleineren Türmen variieren ebenfalls. Der Wandfuß und der umliegende Bereich ist bewaldet, bietet also auch schattige Plätzchen, zumindest sofern man sich einige Meter vom Fels wegbewegt. Das Gelände ist eben bzw. hügelig und somit auch gut für spielende Kinder geeignet. Um die Felsen herum gibt es einen Naturlehrpfad, der für die kleinen Felsbesucher interessant sein könnte. Und an den kleineren Türmen (Namenloser Turm, Namenloser Grat, Ilexturm) befinden sich einige ganz einfache, kurze Kletterwege im 1. bis 4. Grad, in denen auch die Jüngsten ein Betätigungsfeld finden.

Die Fladensteine sind gekennzeichnet von einer impossanten Felsstruktur. Relativ glatte und mehr oder weniger senkrechte Bereiche wechseln sich ab mit gut strukturierten Stellen, welche durch große Wabenflächen bzw. von bauchigen und henkligen Passagen gebildet werden. Das Ganze ist vertikal immer wieder durch Risse oder Kanten voneinander getrennt. An all diesen Strukturen finden sich Kletterrouten, womit viel Abwechslung geboten ist. Die Felsneigung ist fast überall annähernd senkrecht und wird durch geneigte, plattige Stellen, sowie leicht überhängenden Passagen und kleine Dächer unterbrochen.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Wie immer im Pfälzer Wald gilt es hier sowohl mobile Sicherungsmittel dabei zu haben, als auch damit umgehen zu können. Zwar finden sich auch an den Fladensteinen Routen, die nahezu ohne solche geklettert werden können. Dies ist aber eher die Ausnahme als die Regel.

 

Routenvorschläge

  • Großer Südriss (Bundenthaler Turm) (6-): Klassischer Pfälzer Riss, der auf weiten Strecken eigenständig abzusichern ist (was ja bei Rissen bekanntlich sehr gut möglich ist). Mit nur 3 Ringen auf schätzungsweise 40m sollte man allerdings 1. dem Grad gewachsen sein und 2. die nötige Courage mitbringen. Im Mittelteil wird unter einem Dach nach rechts gequert um anschließend über die Verschneidung auszusteigen. Schön und anspruchsvoll.
  • Götterverschneidung (Bundenthaler Turm) (6+): Nomen est Omen! Großer Name, große Route. Wohl die bekannteste und meistwiederholte Route am Fels. Zwar handelt es sich nur an Einzelstellen um eine Verschneidung, ansonsten klettert man in einer stellenweise recht abdrängenden Wand immer entlang eines vertikalen Risses. Insgesamt recht anspruchsvolle Route, die viel Kraftausdauer verlangt. Der Name ist trotzdem Programm, vor allem der erste Teil des selben!
  • Diretissima (Bundenthaler Turm) (6): Neben der Götterverschneidung vielleicht die schönste Route in diesem Grad. Hier muss zuerst eine von einem offenen Riss durchzogene, leicht geneigte Platte überklettert und im unteren Teil selbst abgesichert werden, was durchaus eine schweißtreibende Angelegenheit werden kann. Weiter oben, wo die Haken enger gesetzt sind, überwindet man dann eine herrlich henklige, leicht abdrängende Wabenwand. Super Route!
  • Westlicher Nordriss (Bundenthaler Turm) (5): Wird oft auch als Abseilwand vom Bundenthaler Turm genutz wenn in der eigentlichen Abseilwand mal wieder zu viel los ist. Schöne, lange Kletterei durch die senkrechte und schattige Nordwand an guten Henkeln und Rissen. Eine tolle Handklemmer-Passage inklusive. Zwei Haken als Zwischensicherung sowie viele Möglichkeiten für mobile Gerätschaften.
  • Ilexweg (Bundenthaler Turm) (4): Schöner und daher beliebter klassischer Weg auf den Bundenthaler Turm. Allerdings im unteren Bereich etwas brüchig. Und der kurze Ausstiegsriss ist für den 4. Grad nicht leicht. An Wochenenden Platzkarten zeihen!
  • Normalweg (Bundenthaler Turm) (2+/E1): Keine schwere, aber sehr beeindruckende Tour. Und einer der ganz frühen Normalwege der Pfalz. In wunderschöner, klassischer Kaminkletterei geht es stützend, stemmend und spreizend den engen Schacht hoch. Im Vorstieg sollte man es in diesem Gelände tunlichst unterlassen zu stürzen. Am Ende des Kamins steckt ein großer Abseilring, die einzige fixe Sicherung der Route. Von dort ist aber auch der Ausstieg linkshaltend zum Gipfel bis zum Standplatz des Ilexwegs möglich. Zur Absicherung mittlere bis große Friends mitnehmen, außerdem Schlingen zum fädeln einer Sanduhr und Verlängern der Sicherungen. Sollte wirklich jeder unbedingt einmal geklettert sein!
  • Westwand (Namenloser Turm) (1): Kurzer Spaziergang mit Klettereinlagen auf den Namenlosen Turm. Zum Üben und für Kinder ganz nett.
  • Südwändel (Namenloser Turm) (3+): Kurze, unspektakuläre Kletterei entlang eines Risses. Selten geklettert und daher nicht sauber. Für Kinder und Anfänger im Toprope wär's aber schön.
  • Südostkante (Ilexturm) (4/E1): Hier und da etwas brüchiger, aber insgesamt netter und gut kletterbarer Weg. Führt in weiten Teilen etwas links der Kante durch gut strukturierten, griffigen Fels. Mobile Absicherung.
  • Normalweg (Stuhl) (5+, E1): Wirklich sehr schöne Risskletterei, die komplett selbst abzusichern ist. Dies bereitet allerdings ungefähr in der Routenmitte einige Schwierigkeiten, sofern man keine ganz, ganz großen Klemmgeräte sein eigen nennt. Denn hier verbreitert sich der Riss auf mehreren Metern fast schon zum Körperriss (Sicherungen legen schwierig bis unmöglich). Dies wiederum bedeutet für den Sicherungspartner: Im Sturzfall rückwärts laufen!!!
  • Nordriss (Stuhl) (7-): Bissiger, kraftraubender Handriss erster Güte durch eine ansonsten glatte Wand. Wer nicht klemmen kann und will braucht nicht einzusteigen. Alle anderen jubilieren! Mit 5 Ringen für einen eigentlich perfekt absicherbaren Riss extrem gut gesichert.
  • Nordostverschneidung (Stuhl) (7-): Schöne aber anstrengende Verschneidung an einem Fingerriss. Schlüsselstelle ist ganz gut abgesichert.
  • Südriss (Jüngstturm) (4/E1): Schöne, sonnige Risskletterei. Leider selten begangen, weshalb der Fels nicht überall sauber und abgeklettert ist. Daher: klettern!!!
  • Normalweg (Erlenbacher Turm) (2/E1): Nette, auf weiten Strecken gut absicherbare Kletterei auf den hintersten Turm der Fladensteine. Die Schwierigkeiten beschränken sich auf kurze Passagen. Zunächst geht es über zwei Wandstufen auf den Absatz im Westgrat. Hier eine weitere etwas höhere Wandstufe zum Gipfel.
  • Südwandkamin (Erlenbacher Turm) (3+): Kurze, stellenweise etwas enge Kaminkletterei auf der Südseite des Turms. Nett, aber nicht besonderes.

 

Bilder

  • Fladensteine - Normalweg auf den Bundenthaler Turm (2+/E1) - Wunderschöne Kaminkletterei
  • Fladensteine - Normalweg auf den Bundenthaler Turm (2+/E1) - Im beeindruckend-engen Kamin
  • Fladensteine - Normalweg auf den Bundenthaler Turm (2+/E1) - Gipfelausstieg nach dem Abseilring
  • Fladensteine - Direttissima (6) - Unten dem Riss über die geneigte, bauchige Platte folgen, oben henklig über die abdrängende Wabenwand. Wunderschön.
  • Fladensteine - Götterverschneidung (6+) - Großartige Kletterlinie entlang des Risses
  • Fladensteine - In der Götterverschneidung (6+) - Bereits der Einstieg ist abdrängend und kraftraubend
  • Fladensteine - Götterverschneidung (6+)
  • Fladensteine - Götterverschneidung (6+)
  • Fladensteine - Der abdrängende Ausstieg aus der Götterverschneidung (6+)
 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Titel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013

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