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Bruchweiler Geierstein (Pfalz) (DE)

  • Bruchweiler Geierstein (Pfalz) - Schnapsweg (6-)
Der Bruchweiler Geierstein bietet über 50 Routen in vielen Schwierigkeitsbereichen. Vom 2. bis zum unteren 10. UIAA Grad kann hier geklettert werden, wobei vor allem im 6./7., aber auch im 8. Grad eine große Auswahl besteht (u.a. die geschichtsträchtige und laut Wolfgang Güllich "großartigste und eleganteste Felsroute in der Pfalz": Superlative 8/E1). Der größte Teil der Routen ist in der Südwand zu finden, die aufgrund der gemäßigten Schwierigkeitsgrade (hauptsächlich 6./7. Grad) auch am stärksten frequentiert wird. Hier sind unterschiedlichste Felsstrukturen zu finden: plattig, geneigte bis steile Wandkletterei sowie leicht überhängende Wandpartien und kleine Dächer. Strukturiert wird die Südwand aber durch markante Riss-, Verschneidungs- und Kaminlinien, welche auch die Linien der schönen, klassischen Wege vorgeben. Die Routen am Bruchweiler Geierstein erreichen aufgrund der Felshöhe von max. 42 m teilweise Längen, die zwingend mit Zwischenstand geklettern werden müssen.

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Für nahezu alle Routen am Fels sind mobile Sicherungsmittel unumgänglich. In vielen Routen stecken nur wenige Ringe, was bedeutet, dass weite Strecken selbst abzusichern sind.

 

Routenvorschläge

Schnapsweg (6-): Herrliche Rissverschneidung im linken Teil der Südwand. Ein absoluter Klassiker. Man kann eine ganze Menge Keile, Cams und Sanduhrschlingen bis zum ersten und einzigen Ring unterbringen, denn der steckt in knapp 20 m Höhe kurz vorm Ausstieg. Also den Gurt schön voll hängen.

Falkendach (6+): Auch bekannt als Kerwedach. Sehr schöne Kletterei, die sich entlang eines Risses und größtenteils an griffigen Henkeln über zwei kleine Dächer zieht. Unbedingt klettern! Die Absicherung ist mit 4 Ringen ganz gut, denn diese stecken an den neuralgischen Punkten. Dennoch ist es ratsam z. B. vorm ersten Ring einen Keil in den Riss zu legen. Im rechten Riss des Ausstiegsdachs macht sich ein Cam 3 ganz gut. Zum Einstieg auf dem Absatz am besten links über die Rampe von "Schräger Kamin" (3).

Mittelturmweg (4): Vor allem im oberen Teil sehr schöne Genusstour in diesem Grad. Aufgrund des Routenverlaufs (quert im unteren Bereich um eine Felskante) mit Zwischenstand klettern. An der Stelle wo man um die Felskante biegt befindet sich auch die "Schlüsselstelle" der Tour: ein wackliger Aufrichter auf Reibungstritten und -griffen, der durch den potentiellen Pendelsturz auf die darunter liegende Platte etwas Courage erfordert. Hat man ihn dann gemacht, war er gar nicht so schwer! 3 Ringe sind vorhanden, der Rest muss selbst abgesichert werden.

Drachenkamin (3): Schöne, genüssliche Kletterei. Perfekt zum Keile und Cams legen üben, da komplett clean. Vom Charakter her weniger ein Kamin als vielmehr eine Rissverschneidung. Schön ist auch der Ausstieg über den oberen Teil des von der Nordseite kommenden Normalwegs (2, E1). Man kann aber von der Scharte auch leichter nach links zu einem Absatz mit Bühler aussteigen.

Drachenriss (5/E1): Die etwas schwerere Varinte zum Drachenkamin führt nach gemeinsamen Einstiegsmetern rechts in den Riss und führt über diesen in schöner Verschneidungskletterei in die Scharte. Von hier wie beim Drachenkamin weiter über den Normalweg oder nach links zum Absatz. Der Riss lässt sich gut absichern, sodass die E1-Bewertung niemanden abschrecken sollte.

DAV-Weg (6): Sehr schöne, aber keine leichte Tour. Quert unten über Platten, Rampen und Bäuche zu einer markanten Verschneidung (unten Ringe verlängern!). Durch diese geht es dann steil nach oben durch eine abdrängende, aber gut griffige & schöne Wabenpassage. Der Ausstieg ist dann Kraftausdauer.

Schartenweg (5/E1): Das Topo prognostiziert eine „Große Felsfahrt“. Und die beiden Seillängen (können auch direkt aneinander gehängt werden, sofern man die Zwischensicherungen großzügig verlängert) bieten tatsächlich viele, abwechslungsreiche Klettermeter. Die erste, mit 3 Zwischensicherungen und Standring ordentlich abgesicherte Seillänge, führt über eine Rampe und Reibungsplatten. In der zweiten Länge ist dann mehr Eigeninitiative gefragt. Die steile Verschneidung lässt sich aber gut mit Camelots absichern. Der Ausstieg mit einem Quergang über Reibungsplatten ist dann genüssliches Steigen im einfachen Gelände. Als lohnende Einstiegsvariante bietet sich auch der Südwand Kreuzweg (5+/E2) an. Die Schlüsselstelle ist hier eine abdrängende Verschneidung.

Normalweg (2/E1): Nordseitig geht's über ein auffallendes, breites Risssystem in einfacher Kletterei zur Scharte, in die auch die südseitigen Wege Drachenkamin (3) und Drachenriss (5/E1) führen. Von hier gehts links weiter über kurze Aufschwünge die hier und da etwas Gespühr für den einfachsten Weg erfordern. Netter, einfacher Weg wenn auf der Südseite mal wieder die Hölle los ist.

 

Bilder

  • Bruchweiler Geierstein (Pfalz) - links oben gut zu erkennen der Kamin von Schräger Kamin (3/E1) - rechts davon Drachenkamin (3) und Drachenriss (5/E1)
  • Bruchweiler Geierstein (Pfalz) - Schnapsweg (6-)
  • Bruchweiler Geierstein (Pfalz) - Falkendach (6+)
  • Bruchweiler Geierstein (Pfalz) - Aussicht genießen am Gipfel des Bruchweiler Geiersteins
  • Bruchweiler Geierstein (Pfalz) - am Ausstieg des Schnappswegs (6-)

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Titel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013

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