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Lauterschwaner Rappenfels (Pfalz) (DE)

Abwechslungsreicher Fels, an dem Kletterer viele, lohnende leichte bis mittelschwere Routen finden. Vor allem im 6. und 7. Grad gibt es eine schöne Auswahl. Aber auch darunter, im 4. und 5. Grad finden sich ein paar ansprechende Wege.

Der Fels erreicht max. 32m, wobei auch deutlich kürzere Routen vorhanden sind. Die Absicherung mit Ringen ist zum Teil für Pfälzer Verhältnisse hervorragend. Es sind aber auch einige komplett selbst abzusichernde Wege vorhanden. Ebenso wie Mixturen aus diesen beiden Varianten.

Der Großteil der Routen liegt auf der Südseite des Felszuges, einige lohnende Wege auch auf der Westseite. Östlich und nördlich ausgerichtet nur Einzelne. Am etwas abseits gelegenen Ostgipfel gibt es 12 nördlich ausgerichtete, überwiegend schwere Wege im 8. und 9. Grad.

Viele der Routen am Haupt- und westlich liegenden Vorgipfel siedeln im 6. und 7. Grad. Es handelt sich dabei meist um senkrechte bzw. annähernd senkrechte Wandklettereien, oft an Leisten, teilweise auch Löchern oder Waben. Hier und da sind geneigte Passagen mit Reibungsstellen zu überwinden und auch die ein oder andere Risspassage ist vorhanden. Wobei sich eher die nicht ganz so zahlreichen, aber oft sehr schönen, leichteren Wege im 4. und 5. Grad an Riss- und Kaminstrukturen bzw. auf Reibungsplatten abspielen.

 

Insgesamt sind es gut 50 Routen, die man am Lauterschwaner zur Verfügung hat. Eine gute Auswahl vor allem für Anfänger und Genießer, aber auch für Kletterer, die im 6. und 7. Grad Gas geben möchten. Der Fels eignet sich nicht nur aufgrund der Routenauswahl, sondern auch wegen dem teilweise gemütlichen Wandfußgelände und der sonnigen Lage für Familien, Kurse und Klettergruppen. Daher wird man vor allem an Wochenenden selten allein sein und an den beliebten Routen auch mal Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Dennoch ist der Lauterschwaner ein sehr lohnendes Kletterziel.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Hier ist alles zu finden: Von der gut abgesicherten Sportkletterroute bis zum cleanen, komplett selbst abzusichernden Riss. Und natürlich alle Zwischenstufen. Tendenziell gilt: Je schwerer die Route, desto mehr fixe Zwischensicherungen stecken. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wer in der Pfalz klettern möchte sollte aber auf jeden Fall immer eine Auswahl an mobilen Sicherungsgeräten & Sanduhrschlingen dabei haben.

 

Routenvorschläge

  • Alte Westwand (6+): Definitiv eine der schönsten Touren in diesem Grad am Fels, die zudem gut abgesichert ist. Lediglich zum ersten Ring hin ist es ggf. sinnvoll etwas zu legen. Wer möchte kann auch kurz vorm Ausstieg nochmal einen Keil oder Camelot unterbringen. Im Hauptteil der Route stecken aber genügend Ringe. In der Tour herrscht hauptsächlich henklige Loch- und Leistenkletterei in senkrechtem Gelände vor. Da sich der Routenverlauf einmal quer durch die Westwand zieht, eignet sie sich weniger zum Topropen, außer man hängt jedes mal beim Ablassen wieder alle Zwischensicherungen ein, was wohl sehr mühsam ist.
  • Direkte Südwand (6+): Keine leichte 6+! Vor allem der selbst abzusichernde, bissige Einstiegsriss hat es in sich. Hat man diesen hinter sich, dominiert im oberen Teil der Route herrliche Genusskletterei an Waben und Henkeln, die allerdings leicht abdrängend und ausdauernd ist. Hier stecken dann auch Ringe in ordentlichen Abständen, sodass mobile Sicherungsgeräte nur unten zwingend benötigt werden. Zweiten Ring verlängern.
  • Herma & Phrodite (5+, E1): Ganz nette, sloperige Reibungskletterei über bauchige Platten. Schön aber nicht herausragend. Absicherung für E1 ganz ok. Der erste Ring steckt etwas hoch ist aber auch ohne vorher etwas zu legen erreichbar, sofern man dem Schwierigkeitsgrad gewachsen ist.
  • Troja (5-): Kurze, nette Wandkletterei am östlichen Ende des Vorgipfels. Zum ersten Ring besser was legen, danach gut abgesichert.
  • Südriss (4- oder 5 / je nach Variante): Wirklich traumhafter und komplett selbst abzusichernder Riss. Super zum Keile & Camelot legen üben. Umlenkung oben am Baum.
  • Sächsische Manier (7/7+): Mann oh Mann! Richtig harte, bewegungstechnische Einzelstelle an Mini-Leisten bzw. Fingerloch in ansonsten aalglatter, senkrechter Wand. Hier bekommt man nichts geschenkt!
  • Westlicher Nordriss (4+): Eine sandige Angelegenheit. Die ersten Meter, eine Rissverschneidung sind ganz nett. Nach oben hin immer erdiger und wenig fester Fels.
  • Janus (6-): Ordentlich abgesicherte, nette, kurze Kletterei auf der Nordseite. Unten senkrecht an henkligen Querrissen und Löchern, nach oben hin weniger steil, aber immer wieder über abdrängende Bäuche.
  • Plattenweg (4+, E1): Steigt am westlichen Ende der Südwand über eine leicht geneigte, gutgriffige Kante ein und führt im weiteren Verlauf, wie der Name vermuten lässt, über Platten zur Umlenkung auf einem großen Absatz. Sehr schöne, leichte Route.
  • Kaminweg (4+): Unten nette Kaminkletterei, in der man sich spreizend nach oben arbeitet. Nach einem Absatz geht es in gestuftem Gelände entlang eines breiten Risses, relativ einfach empor bis zu einem großen Absatz. Umlenkung am Baum. Absicherung durchgängig mobil, was oben sehr gut machbar ist. Auf den ersten Metern muss man weit in den Kamin hinein um Sicherungen zu legen. Nette Kletterei, die man durchaus mal machen kann.
  • Hauptgipfel-Normalweg (2): Schön sind die letzten Meter, entlang der markanten Kante auf den Hauptgipfel. Der erste Teil führt vom östlichen Vorbau über ein nördlich ausgerichtetes Band.
  • Überschreitung (je nach Variante): Als Einstieg empfiehlt sich der Plattenweg (4+/E1) bzw. der Kaminweg (4+), die dann auch die Hauptschwierigkeiten bestimmen. In der Folge bewegt man sich in West-Ost-Richtung über mehrere kurze Aufschwünge und Gehpassagen über den kompletten Grat. Highlight ist der einfache, aber ein wenig Mut erfordernde Sprung vom Vorgipfel auf den Hauptgipfel. Als schöner Abschluss wartet dann noch die genüssliche Kante des Hauptgipfel-Normalwegs (2). Eine lohnende Spielerei!
  • Steegerriss (3, E1): Schöne Rissverschneidung, die den Normalweg kreuzend, nordseitig auf den Hauptgipfel führt. Kann man durchaus mal machen. Absicherung mit sehr großen Cams möglich.
  • Gipfelstürmer (5+): 2013 eingebohrte Neutour, die bis dato noch nicht in der Führerliteratur erfasst ist. Steigt in der senkrechten, linken Verschneidungswand des Südrisses ein und quert nach den ersten, griffigen Metern nach links um die Ecke. Vom dortigen Band geht's über zwei gut abgesicherte Plattenaufschwünge in Reibungskletterei weiter. Einmal Reibung pur, einmal mit kleinen Kieseln. Dann wird's wieder etwas steiler, aber einfacher. Geht oben nach dem vierten Ring in die Ausstiegsvariante Oberes Südwändel des Kaminwegs über.

 

Bilder

  • Lauterschwaner Rappenfels - Hauptgipfel Normalweg (2) - Die schöne Kante des Hauptgipfel Normalwegs bildet auch den Abschluss der kompletten Überschreitung (4+) des Lauterschwaners
  • LPfalz Juni 2011 – 058
  • Die wunderschöne und gut gesicherte
  • Wabenstrukturen am Lauterschwaner
  • Genüssliche Risskletterei:
  • direkter Einstieg (5)

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Titel: Pfalz. Kettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

 

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