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Bavariafels (Pfalz) (DE)

  • Bavariafels (Pfalz) - Hauptgipfel Südwand - zentral im Bild die Verschneidung der Marderrampe (4-)
Weshalb der Fels nach dem südlichen Bundesland benannt ist, erschließt sich erstmal nicht! Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Pfalz einst zum bayerischen Herrschafftsbereich zählte. Der auf seiner Südseite eine gewaltige, über 40m hohe Mauer bildende Doppelgipfel würde besser Palatiumfels heißen. Denn wer zum Klettern hier her kommt, der hat es weitgehend mit abenteuerlichem, hochklassischem, pfälzischem Klettergelände zu tun. Und genau an diesem Umstand werden sich die Geister scheiden: für die einen ein Fest, für die anderen ein Graus.

Zwar sind vereinzelt auch Routen zu finden, die was Charakter, Absicherung und Felsqualität betrifft, eher als Sportkletterroute durchgehen, aber die Mehrzahl der Linien und vor allem die markantesten davon, orientieren sich an mehr oder weniger breiten und zum Teil recht anspruchsvollen Rissen und Verschneidungen. Diese sind auf weiten Strecken mobil abzusichern. Dazu kommt, dass man es in einigen Routen, aufgrund eher geringer Begehungszahlen, auch mal mit Moos, Flechten oder leicht brüchigem Fels zu tun bekommt. Somit ist dieses Ziel vorrangig Liebhabern von klassischem Gelände ans Herz zu legen, die hier sicher ihre Freude haben werden. Für alle anderen sei nochmals darauf hingewiesen, dass es wie bereits angeklungen durchaus den ein oder anderen Weg gibt, der auch für eher Sportkletteraffine geeignet ist, sich also durch Wandkletterei mit dem ein oder anderen Haken auszeichnet. Außerdem sei erwähnt, dass kaum eine Route mit sehr hohen Schwierigkeiten vorhanden ist. Von Ausnahmen abgesehen, bewegen sich die 22 im Panico Auswahlführer verzeichneten Routen im 5. bis 7. UIAA Grad und liegen auf der Süd- oder der Nordseite des Haupt- bzw. Westgipfels. Der Gesamtführer von Daigger und Cron listet noch weitere Wege auf.

Der 10 minütige Zustieg vom Friedhof in Wilgartswiesen führt an der Bundesstraße 10 entlang. Klettert man auf der Nordseite ist diese stets Teil der Geräuschkulisse. Auf der Südseite bleibt man hingegen von Verkehrsgeräuschen verschont. Die direkte Felsumgebung ist geprägt von einer wenig steilen Hanglage. Auf der Nordseite durchgängig bewaldet, auf der Südseite je nach Wandabschnitt etwas freier und sonniger.

 

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Der überwiegende Anteil der Routen ist komplett bzw. nahezu komplett mobil abzusichern. Außerdem weist über ein Drittel der Wege eine E-Bewertung auf, die Absicherung und Ernsthaftigkeit dieser Wege sollte also nicht unterschätzt werden. Ein umfassender Satz Keile und Cams, sowie Bandschlingen dürfen also keinesfalls fehlen. Daneben existieren auch wenige Linien, die ein paar Haken vorweisen können.

 

Routenvorschläge

Hauptgipfel – Normalweg (2): Leicht, aber anspruchsvoll, abenteuerlich und lang. Das sind die Attribute, die diesen Normalweg beschreiben. Und eigentlich könnte es auch ein ganz schöner Weg sein. Aber: Die Einstiegsmeter sind eher unspektakulär, dafür hier und da flechtig und bereits bei geringer Feuchtigkeit rutschig. Der lange Quergang durch den oberen Teil der Südwand ist hingegen spektakulär, allerdings auf weiten Strecken von brütenden Vögeln zugesch…! Wirklich: Nichts gegen naturnahes Klettern, hier muss man sich aber durch dicke Schichten von Vogelkot wühlen. Am Ende des Quergangs, wo es nur noch wenige Meter über den Ostgrat zum Gipfel sind, wäre ein Standring schön. Ohne diesen muss im nicht überall ganz soliden Fels ein mobiler Standplatz gebaut werden, was möglich, aber ein wenig umständlich ist. Gesamturteil: Ja, man kann diese lange Felsfahrt, die mindestens drei Seillängen beinhaltet, durchaus mal klettern, ein zweites Mal muss aber nicht sein.

Hauptgipfel – Direkte Südwand (1. Seillänge) (7-): Die empfehlenswerte, erste Seillänge ist ein anspruchsvoller, fordernder Handriss, der durchgängig mobil abzusichern ist. Bis zum Band mit dem Standplatz tolle, anhaltend schwere Risszüge. Die Einstiegsmeter sind etwas wacklig und nicht wirklich absicherbar, danach kann man alles in den Riss legen, was man am Gürtel hat.

Hauptgipfel – Nordverschneidung (4): Die erste Hälfte der Route ist schöne, selbst absicherbare Verschneidungskletterei entlang eines Doppelrisses. Durch die nördliche, schattige Ausrichtung zwar etwas grün, aber gut machbar. Weiter oben wird es dann aber richtig botanisch. Jeder mag selbst entscheiden ob es die lohnenden Meter unten wert sind, sich oben durchs Gemüse zu kämpfen.

Westgipfel – Nordpfeiler (6+, E1): Unten ein überhängender Risseinstieg, dann eine Rissverschneidung, oben eine abdrängender Ausstiegsriss. Durchweg kräftige und fordernde Passagen werden nur von einzelnen Ruhepunkten unterbrochen. Toller, anspruchsvoller Riss, der die E-Bewertung nicht unbedingt verdient hat. Mit entsprechendem mobilem Sicherungsgerät durchaus vernünftig abzusichern, sofern man dem Gelände nicht hoffnungslos unterlegen ist.

Westgipfel – Rechter Pfeilerriss (5+): Direkt rechts des Nordpfeilers (6+, E1), führt eine weitere, etwas leichtere Rissverschneidung nach oben. Gut absicherbar umgeht man damit in schöner Kletterei den kraftraubenden Einstiegsriss der Nachbarroute. Im oberen Teil quert man wieder zum Nordpfeiler.

 

Bilder

  • Bavariafels (Pfalz) - Westgipfel Südwand
  • Bavariafels (Pfalz) - Die mächtige Südwand des Hauptgipfels
  • Bavariafels (Pfalz) - Hauptgipfel Südwand - zentral im Bild die Verschneidung der Marderrampe (4-)
  • Bavariafels (Pfalz) - Südwand des Hauptgipfels
  • Bavariafels (Pfalz) - Der Handriss der Direkten Südwand (7-)
  • Bavariafels (Pfalz) - Direkte Südwand (7-) - in der ersten Seillänge ein perfekter Handriss, weiter oben führt die Route durch die steile Wabenverschneidung
  • Bavariafels (Pfalz) - Direkte Südwand (7-) - der steile Handriss von oben
  • Bavariafels (Pfalz) - die Pfeilerverschneidung (7-, E1) auf der Südseite
  • Bavariafels (Pfalz) - Hauptgipfel Normalweg (2) - der Quergang durch die komplette Südwand
  • Bavariafels (Pfalz) - Am Gipfelbuch des Hauptgipfels
  • Bavariafels (Pfalz) - Hauptgipfel
  • Bavariafels (Pfalz) - Hauptgipfel - Blick Richtung Osten
  • Bavariafels (Pfalz) - am Hauptgipfel - Blick nach Norden über Wilgartswiesenn zum Kuhfels und Eselsfels
  • Bavariafels (Pfalz) - Westgipfel Nordwand - Nordpfeiler (6+, E1)
  • Bavariafels (Pfalz) - Westgipfel Nordwand - Nordpfeiler (6+, E1)
  • Bavariafels (Pfalz) - Westgipfel Nordwand - Rechter Pfeilerriss (5+)
  • Bavariafels (Pfalz) - Hauptgipfel Nordwand - Nordverschneidung (4)
  • Bavariafels (Pfalz) - Hauptgipfel Südwand - Südverschneidung zum Ostgrat (6-)
  • Bavariafels (Pfalz) - toter Baum auf dem vorgelagerten Pfeiler des Hauptgipfels

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

Udo Daigger, Hans-Jürgen Cron: Südpfalz. Klettern im Buntsandstein. 4. aktualisierte Auflage 2005. (vergriffen und nicht mehr neu aufgelegt)

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