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Birkelfelsen (Pfalz) (DE)

  • Birkelfels (Pfalz) - Blick in die schöne Linie der Großen Südverschneidung (4). Direkt rechts daneben verläuft der Rubicon (6+) durch die glatte Wand.
Nördlich über Rumbach im Wald liegt der schmale Felszug des Birkelfelsens auf einem bewaldeten Bergrücken. Dieser ist grob in Ost-West-Richtung ausgerichtet und bietet somit eine lange Süd- und Nordwand. Er besteht aus mehreren Einzelgipfeln, die aber lediglich durch kleine Scharten voneinander getrennt sind. Dadurch entstehen unterschiedlich hohe Felsbereiche, die aber 23m nirgendwo überschreiten.

Man erreicht die Birkelfelsen durch einem knapp 10-minütigen Zustieg vom Parkplatz am örtlichen Friedhof. Die zum Teil dicht am Fels stehenden Bäume bieten etwas Schatten am Fuße der Südwand, in der sich die meisten bedeutenden Routen befinden. Natürlich gibt es in diesem Wandbereich auch viele sonnige Abschnitte.

Der nicht allzu hohe Fels bietet vor allem Wandklettereien mit kleingriffigen Schlüsselstellen, die auch mal gespickt sind mit kleinen Dächern oder abdrängenden Bereichen. Die Ausstiege führen teilweise über geneigte Bereiche oder Wülste, die Reibungspassagen beinhalten. Als Griffstrukturen bieten sich oft Leisten, Löcher und Waben. Neben den Wandklettereien sind ein paar wenige, z.T. aber recht lohnende klassische Linien, wie Verschneidungen und Risse zu finden. Diese sind meist die leichtesten Wege am Fels.

Die Felsqualität ist nicht überall perfekt. In einigen Routen kommen durchaus mal brüchige Passagen vor. Man findet aber auch viele Routen mit solidem Fels.

Neben den Südwandrouten gibt es auch einige in der Nordwand. Lohnend sind davon aber fast ausschließlich solche im 8. UIAA-Grad.

Insgesamt verzeichnet der Auswahlführer (Panico) 24 Routen, von denen knapp die Hälfte im 6. Schwierigkeitgrad liegen. Außerdem gibt es 5x den 7. Grad und 4x den 8. In diesem Schwierigkeitsspektrum handelt es sich größtenteils um mehr oder weniger steile Wandklettereien, die für Pfälzer Verhältnisse ganz gut abgesichert sind. Die klassischen Linien sind nur vereinzelt vertreten, bedürfen bei der Absicherung deutlich mehr Eigeninitiative und liegen im unteren bis mittleren Bereich der Schwierigkeitsskala.

Der vergriffene und nicht mehr neu aufgelegte Führer von Udo Daigger und Hans-Jürgen Cron listet hingegen 46 Routen und Varianten plus 5 weitere am Vorgipfel auf. Darunter finden sich allerdings auch unlohnende Wege.

Insgesamt empfiehlt sich der Fels vor allem für Kletterer im 6. und 7. Grad, die gerne einigermaßen regelmäßig Ringe clippen, sich aber auch nicht scheuen zwischendurch mal einen Cam oder Keil zu legen. Nahezu alle Routen können auch toprope eingerichtet werden, da die Umlenkringe bzw. -bäume auf den einzelnen Gipfelabschnitten recht nahe beieinander liegen und man auf dem breiten Gipfelgrat gut zwischen ihnen hin und her wandern kann. Allerdings muss durch die von Scharten getrennten Gipfel immer jeweils eine Route des Bereichs vorgestiegen werden.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Viele Routen sind im Vergleich zu anderen Zielen in der Pfalz gut mit fixen Zwischensicherungen bestückt. Vor allem natürlich die Wandklettereien ab dem 6. Grad aufwärts. Hier ist es an der ein oder anderen Stelle aber durchaus sinnvoll mit mobilen Sicherungsgeräten zu ergänzen.

In den einfacheren Linien sind Ringe eher Mangelware. So oder so, sollte man also eine Auswahl an Friends, Keilen und Schlingen dabei haben.

 

Routenvorschläge

Rumbacher Weg (6+): Wirklich super Linie mit abwechslungsreicher Kletterei. Nach kurzem einfachen Einstieg geht es durch eine senkrechte, nach oben hin immer anspruchsvollere Rissverschneidung, die mobil abzusichern ist. An deren Ende steckt der erste Ring, der aus etwas wackliger Position geclippen wird. Nun geht es zunächst anspruchsvoll weiter in einen zunehemend griffiger werdenden Quergang unter einem Dach. Diese Passage ist mit zwei weiteren, dicht steckenden Ringen gut abgesichert. Am dritten Ring geht es über ein henkliges Dach hinweg und im Ausstiegsbereich, vorbei an einem weiteren Ring, durch zunehmend flacheres Gelände mit eher runden Strukturen.

Tanjas Anstieg (6): Variante zum Rumbacher Weg, der die Verschneidungspassage ausspart und direkt zum dritten Ring unterm Dach führt. In diesem Weg hat man es unten vor allem mit einer griffigen, Seitschuppe zu tun. Weiter oben im zunehmend kleingriffigen und etwas unübersichtlichen Gelände mit senkrechter Wandkletterei an Waben und Löchern. Mit zwei Ringen in den Metern der Variante ok abgesichert.

Gildeweg (6+): Auch hier steigt man die ersten Meter des Rumbacher Wegs ein, quert dann aber ein gutes Stück nach links und gelangt dort zu einer henkligen Piazrippe. Danach muss in der abdrängenden Schlüsselstelle aus Wabenlöchern heraus ein weiter Zug zu einer Leiste gemacht werden. Nun schließt sich ein griffiges Dach an, dessen Ausstieg in etwas brüchiges Gelände führt. Auf den letzten Metern lehnt sich der Fels dann wieder etwas zurück.

Frühlingsweg (6-): Mit drei Ringen ganz gut abgesicherte, hier und da abdrängende Wandkletterei. Nach relativ einfachen Einstiegsmetern hat man es im Bereich der ersten beiden Ringe mit kräftiger, aber griffiger Kletterei zu tun. Kurz nach dem zweiten Ring lehnt sich das Gelände zurück und man klettert gemütlich zum dritten Ring, an dem man besser umlenkt. Der Ausstieg zum Gipfel ist weniger zu empfehlen.

Kleiner Südriss (3): Unspektakuläre, kurze aber dennoch ganz schöne Rissverschneidung, die sich gut absichern lässt und in der Scharte östlich des Mittelgipfels endet. Hierhin gelangt man auch einfach von der Nordseite. Aus der Scharte klettert man den Mittelgipfel-Normalweg (5-, E1) weiter.

Mittelgipfel-Normalweg (5-, E1): Von Norden einfach in die Scharte östlich des Mittelgipfels. Hierhin auch schöner von Süden über den Kleinen Südriss (3). Nun ostseitig, zunächst einfach über gestuften Fels auf den Mittelgipfel. Im Ausstieg wartet eine knifflige, kurze Platte.

Westgipfel-Normalweg (2): Einfachster Weg auf den Westgipfel, von wo verschiedene Routen auch toprope eingehängt werden können. Zunächst entlang eines breiten Risses leicht in eine Scharte, von dort kurz etwas schwieriger über eine liegende Wand und gestuften Fels zum Gipfel.

Eichenweg (6-): Beinhaltet schöne Kletterpassagen. Direkt in den Einstiegsmetern, hängt man an guten Griffen ordentlich in den Armen. Der Mittelteil lehnt sich kurz zurück und führt in Reibungskletterei über runde Querbänder. Im, mit zwei direkt hintereinander folgenden Ringen, gut abgesicherten Ausstieg geht es dann nochmal senkrecht und schwer zur Sache.

Rubicon (6+): Beliebte Route, die in schöner, zum Teil recht kleingriffiger Wandkletterei durch einen strukturarmen Bereich zieht. Mit vier Ringen relativ gut bestückt, vor allem zum ersten Ring sollte man aber aufpassen.

Große Südverschneidung (4): Der Name sagt eigentlich schon worum es geht. In der leicht nach rechts ziehenden Verschneidung hat man es auch mit einem schönen Riss zu tun und kann genüssliche, weitestgehend selbst absicherbare Meter genießen. Schön und lohnend!

Kleine Eckverschneidung (4+): Wär's überall sauber, wär's ne ganz schöne Kletterei. So eher was für Sammler. Durchaus kletterbare Linie, die nach wenigen Metern von der Großen Südverschneidung (4) links abzweigt und über einen leichten Quergang auf einem bewachsenen Band nach links zu einem Verschneidungsriss führt. Dieser ist nicht ganz sauber, aber annehmbar und ok abzusichern. Vom Ring auf dem folgenden Absatz gehts nochmal einen kurzen Aufschwung ganz hoch auf den Westgipfel. Kann man mal machen.

 

Bilder

  • Birkelfels (Pfalz) - Blick in die schöne Linie der Großen Südverschneidung (4). Direkt rechts daneben verläuft der Rubicon (6+) durch die glatte Wand.
  • Birkelfels (Pfalz) - durch die gut erkennbare, seichte Verschneidung führt die Route Abi 93 (7-) mit ihrer technischen Schlüsselstelle.
  • Birkelfels (Pfalz) - Blick in den rechten Teil der Südwand. Ganz am Ende des Felszugs ist die markante Verschneidung des Rumbacher Wegs (6+) zu erkennen.
  • Birkelfels (Pfalz) - Rumbacher Weg (6+) - die Linie führt über die Rampe in die Rissverschneidung. An deren Ende geht's nach links unterm Dach entlang.
  • Birkelfels (Pfalz) - die Verschneidung des Rumbacher Wegs (6+) aus anderer Perspektive. Unterm Dach geht's dann nach links. Am linken Bildrand ist gut die Seitschuppe von Tanjas Anstieg (6) zu erkennen. An deren Ende geht es weiter durch die Waben zum dritten Ring des Rumbacher Wegs.
  • Birkelfels (Pfalz) - Kleiner Südriss (3). Daran anschließend kann aus der Scharte der Mittelgipfel über dessen Normalweg (5-/E1) erreicht werden.
  • Birkelfels (Pfalz) - Blick in den linken Teil der Südwand. Durch die erkennbare Scharte führt der Westgipfel-Normalweg (2).
  • Birkelfels (Pfalz) - mittlerer Teil der Südwand

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

Udo Daigger, Hans-Jürgen Cron: Südpfalz. Klettern im Buntsandstein. 4. aktualisierte Auflage 2005. (vergriffen und nicht mehr neu aufgelegt)

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