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Hülsenfelsen (Pfalz) (DE)

  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Blick vom Linsenturm zum Bohnenturm
Weshalb die drei Türme, die das langgestreckte Felsriff überragen, Linsenturm, Bohnenturm und Erbsenturm getauft wurden, ist uns nicht bekannt. Logisch erscheint es aber, das Ganze dann Hülsenfelsen zu nennen. Von Ost nach West reihen sich die fünf Türmchen aneinander, verbunden durch einen niedrigeren Felsgrat: Vorturm, Linsen-, Bohnen-, und der Doppelgipfel des Erbsenturms. Dabei erreichen sie Höhen von max. 40m.

Durch die Ost-West-Ausrichtung des Riffs ergibt sich eine sonnige Südwand mit einer Vielzahl von Routen und eine schattigere Nordwand, an deren Fuß eigentlich nur die Normalwege starten.

Insgesamt verzeichnet der Auswahlführer 30 Routen, von denen sich gut die Hälfte um den 6. UIAA Grad herum abspielen. Erwähnenswert sind noch eine Hand voll 5er, wenige 7er bzw. 8er und die ganz leichten Normalwege.

Hört sich nach viel Auswahl für den geneigten Genusskletterer an. Dieser sei aber gewarnt: Es finden sich tatsächlich einige interessante Klettermeter, allerdings nicht immer im abgekletterten, soliden Fels. Die Hülsenfelsen gehören, trotz der Routenauswahl und dem nur knapp 10 minütigen Zustieg nicht zu den stark frequentierten Destinationen der Pfalz. Schade eigentlich, denn so wächst die ein oder andere, an sich schöne Route zu und verschwindet unter einer dicken Moos- oder Flechtenschicht. Diese zugewachsenen Wandbereiche wechseln sich mit sauberen ab, durch die zum Teil lohnende, wenn auch hier und da nicht allzu lange Routen führen. Der durchschnittliche Sport- und Hallenkletterer wird durch dieses Ambiente möglicherweise abgeschreckt, wer beim klettern auch dreckig werden darf, der gehe gelegentlich mal hin. Denn nur durch regelmäßiges Klettern bleibt der Fels dauerhaft attraktiv.

Neben Wandkletterei im leicht geneigten bis senkrechten Gelände und Reibungspassagen finden sich auch viele klassische Linien entlang von Rissen und Verschneidungen. Von den Gipfeln hat man einen schönen Blick auf die umliegenden Felsgruppen: Luger Geiersteine und Friedrich, Höllenfels, Spirkelbacher Rauhfels und Rauhbergpfeiler, Nedingfels, alle kann man ringsum ausmachen. Und noch einen weitere Vorteil haben die Hülsenfelsen: man wird in aller Regel alleine sein und seine Ruhe haben. Selbst an sonnig-warmen Wochenenden.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Wie immer kann hier kaum ein pauschales Urteil gefällt werden. Vereinzelte Routen sind durchaus mit überschaubaren Ringabständen versehen, viele andere hingegen mit sehr großen bzw. sind gänzlich ohne fixe Sicherungen. Ebenso ist die Qualität der Ringe, gerade in den seltener gekletterten Wegen, nicht immer optimal. Man bewegt sich z.T. in Gelände mit abenteuerlichem Gesamtcharakter. Daher gehört ein umfassendes Set mobiler Sicherungen, sowie diverse Schlingen zur Grundausstattung.

 

Routenvorschläge

Winkelriss (5-): Kurze, aber anspruchsvolle Rissverschneidung entlang eines breiten Risses, der komplett mobil abzusichern ist. Cam 4 und 5 wichtig. Sonst eher eine Free Solo Begehung. Wer sowas mag wird die wenigen Meter genießen.

Östlicher Südriss (4+): Kurzer Riss zum Grat zwischen Linsen- und Bohnenturm. Entspannte Kletterei, die sich gut absichern lässt und nur eine kurze, knackige Passage im Ausstieg bereithält. Löst sich am besten mit Handklemmer.

Direkte Südwand (6+): Tolle Route, die eigentlich nur einen schweren Zug direkt am ersten Ring hat. Der Rest ist nicht allzu heftig. Dafür abwechslungsreich. Zunächst entlang einer Risspur durch senkrechte Wand, hin zu dankbaren, sehr griffigen Leisten. Anschließend geht’s durch eine Rissverschneidung unter ein Dach. Hier quert man rechts um die Kante und klettert kurz steil, aber griffig durch nicht mehr ganz sauberen Fels zum Gipfel. Schön und mit zwei Ringen plus Placements für Mobiles gut gesichert.

Mittlerer Südriss (5+): Der ein oder andere vibrierende Griff, aber insgesamt sehr schöne Kletterei entlang eines schmalen Risses. Mit Ringen gut abgesichert. Dazwischen lässt sich einiges mobil legen.

Südostweg (5-/E1): Vor allem im unteren und mittleren Teil lohnende Kletterei. Dass der Fels nicht durchgängig bombenfest ist stört kaum, sofern man mit etwas Gespür klettert. Führt entlang einer Felsrippe, die mit der dahinter liegenden Wand einen Riss bildet, in eine kurze Verschneidung. Dort quert die Route rechts über Bänder raus zu einem Absatz. Zwei (rostige) Ringe plus viele, viele Möglichkeiten mobiles Material unterzubringen. Welchen Grund die E1 Bewertung hat erschließt sich nicht ganz.

Linsenturm Normalweg (1): Der obere Teil schließt sich gut an den Östlichen Südriss (4+) an, wenn man noch auf den Gipfel will. Ab hier ganz nett, sonst kaum lohnend. Bis zum Absatz, wo der Östl. Südriss endet über Wald- und Wiesenbänder. Dann kurzer Aufschwung über die Westkante, über nordseitiges Band zur Ostkante und diese leicht zum Gipfel.

Bohnenturm Normalweg (3+/E1): Auch hier lohnt eher der obere Teil, der an eine Route zum Verbindungsgrat gehängt werden kann. Bis dorthin wie LT Normalweg. Dann zu Standring auf Band in der Ostwand des Bohnenturms. Hier rechtshaltend zu weiterem Band (geschlagene Griffe) in der Nordwand. Über dieses zur Westseite und zum Gipfel.

 

Bilder

  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Ostseite des Vorturms mit dem Ostwandriss (6+/E1)
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Vorturm - links der Kante der schwere Hampelmann (8+)
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Am Gipfel des Bohnenturms
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Blick vom Linsenturm zum Bohnenturm
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Süd- und Westwand des Bohnenturms
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Südwandriss (7) am Erbsenturm
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Südostweg (5-/E1) am Vorturm - der Weg führt entlang der nach rechts geneigten Felsrippe
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Winkelriss (5-)
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Blick vom Gipfel des Bohnenturms Richtung Spirkelbacher Rauhfels und Rauhbergpfeiler
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - zentral die Rissspur und die Verschneidung unterm Dach der Direkten Südwand (6+)
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Südwand des Linsenturms - rechts der Mittlere Südriss (5+), der zum Baum führt, zentral die Direkte Südwand (6+) mit Rissspur und Verschneidung, ganz links, gerade noch im Bild der Östliche Südriss (4+)
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Blick vom Bohnenturm zum Linsenturm
  • Huelsenfelsen (Pfalz) - Linsenturm von Westen - unter dem Dach in der Südwand ist gut die Verschneidung der Direkten Südwand (6+) zu erkennen

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

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