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Haselstein (Pfalz) (DE)

  • Haselstein (Pfalz) - Blick auf die Westkante - die Westgratkante (6+) verläuft zunächst links der Kante im schattigen Bereich und orientiert sich weiter oben entlang der Kante - links davon der Einstieg von Ganze Rampe (3) - dazwichen im steilen Fels liegen drei Routen im 8. Grad
Der Haselstein – ein Fels, den viele nicht so sehr auf dem Schirm haben. Zu Unrecht. Denn der, im Vergleich zu den Zielen um Dahn herum oder entlang der B10, verkehrstechnisch etwas abseits bei Darstein gelegene Haselstein, ist durchaus ein lohnendes Ziel. Das auf einem Bergrücken im Wald stehende, langgestreckte Felsriff erreicht stellenweise eine Höhe von 30m und bietet insgesamt 24 Routen. Einige davon sind recht lang. So können hier, auch durch Kombinationen verschiedener Wege, Seillängen aneinander gehängt werden. Knapp die Hälfte der Routen liegt im 6. UIAA-Grad. In diesem Segment sind auch die lohnendsten Wege zu finden. Zwischen dem 3. und 5. Grad gibt es ein eher kleines Potential, der ein oder andere lohnende Weg findet sich aber auch hier. Etwas größer ist die Auswahl wiederum im 7. und 8. Grad mit jeweils 4 Wegen.

Der Großteil der Routen kann als Wandkletterei bezeichnet werden, hier und da mit Reibungseinlagen. Die Neigung variiert zwischen leicht liegend und senkrecht, hier und da ist mal eine kleines Dächlein zu überwinden. Der ein oder andere Riss ist auch zu finden, ebenso wie Kante oder Verschneidung. Wer verstärkt letzteres sucht, sollte sich aber ein anderes Ziel vornehmen.

Das Felsriff zieht sich von Nordosten nach Südwesten, die meisten Routen sind demnach in der Südost- bzw. Nordwestwand zu finden. Ist man bereit sich dem jeweiligen Sonnenstand anzupassen, findet man also zu jeder Tageszeit sonnige oder schattige Klettereien. Schatten bietet auch der Wald um den Fels herum, zumindest in manchen Einstiegsbereichen. Neben dem Wald ist das Gelände um den Fels vom Bergrücken geprägt, auf dem der Haselstein thront. Es finden sich zu allen Seiten mehr oder weniger steile Hänge. Das lange, hier und da zerklüftete Riff kann im nordöstlichen Bereich auch zu Fuß bestiegen werden (nicht jedoch der westlich liegende Gipfel). Kleinere Kinder sollten wegen der Absturzgefahr also nicht unbeaufsichtigt im Wald spielen.

Der Zustieg vom Ortsrand bei Darstein dauert etwa 15 min. und führt stets ansteigend zuerst über Wege, später weglos zur Ostkante. Nun je nach Ziel links oder rechts am Fels entlang.

Gestein

Sandstein

Absicherung

Am Haselstein finden sich einige Routen, die für Pfälzer Verhältnisse gut mit Ringen bestückt sind. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass grundsätzlich keine mobilen Sicherungen benötigt würden. Oft sind Hakenabstände durch Cams und Keile zu entschärfen. Daneben finden sich auch genügend Wege, die komplett oder weitestgehend selbst abzusichern sind.

Routenvorschläge

Westgratverschneidung (6-): Schöne, leider aber eher kurze Route. Vor allem den Einstieg sollte man nicht unterschätzen. Die auf den ersten Metern abdrängende Verschneidung ist kräftig und man muss sich gut festhalten um in diesem Bereich mobile Sicherungen vorm ersten Ring zu legen. Dennoch tolle Klettermeter. Nach der Verschneidung deutlich einfacher zur Schulter.

Löwenbär (6/E1): Schöne, abwechslungsreiche Kletterei. Unten kräftig aber meist gut griffig, leider aber brüchig und sehr weit bis zum ersten Ring. Daher die E1 Bewertung. Oben dann schöne geneigte Kletterei auf strukturierter Platte.

Dazwischen (6): Mit 4 Ringen bestückte, südwestlich ausgerichtete und abwechslungsreiche Wandkletterei. Hier und da liegend, aber auch mit senkrechten Passagen. Empfehlenswert.

Wanzentod (5+): Direkt rechts neben Dazwischen (6). Und mindestens genauso schön. Auch hier: Sonnige Klettermeter und es gibt sogar 5 Ringe. Ähnlicher Charakter, mit größerem Anteil von Reibungsstellen.

Westgratkante (6+): Lange, lohnende Überschreitung des Gesamten Hauptgipfels. Startet etwas links der Westgratkante in einer leicht abdrängenden, hier aber gut mit engen Ringabständen gesicherten Wand. Nach diesem ersten kräftigen Aufschwung quert man um die Kante und steht auf einem hübschen Band. Vorsicht: der hier steckende Ring wackelte im Sommer 2017 bei starker Hebelbelastung. Von hier geht's offensichtlich geradeaus weiter über geneigtes, gestuftes Gelände und über den abdrängenden Wulst auf das Plateau der Westschulter. Von hier aus muss man am senkrechten, kleingriffigen Gipfelaufbau nochmal kurz Gas geben und aufpassen zum dort recht hoch steckenden Ring. Als Ausstiegsvariante bieten sich hier oben weitere Alternativen. Z.B. die letzten Meter des links daneben liegenden Nordwestwegs (6+/E1). Hier sind allerdings auch die ersten Meter recht heikel (ehemalige Schulterstandstelle), aber der Ring steckt ein wenig tiefer. Im Falle eines Falles nach rechts zurück aufs Plateau abspringen...

Abseilriss (4): Nicht schwer, nicht besonders lang, aber sehr schön! Wirklich lohnende, selbst abzusichernde Klettermeter!

Beates Talkante (5+): Die Kante am Ostgrat Vorbau, die man beim Zustieg als erstes erblickt. Markante, ansprechende Linie und mit 6 Ringen potentiell ordentlich abgesichert. Allerdings selten geklettert und daher nicht ganz sauber und hier und da etwas brüchig. Außerdem ist der Übergang von der Kante in die Platte recht schwer für den Grad. Wegführung im oberen Teil etwas unübersichtlich.

Fischkopp (6-): Direkt rechts der Talkante liegende, ebenfalls mit 6 Ringen ausgestattete Wand und Reibungskletterei. Gruselige Kletterei. Aus verschiedenen Gründen besser nicht einsteigen. 1. Sehr, sehr brüchig. 2. Recht schwer und stellenweise unübersichtlich für den Grad (möglicherweise weil mittlerweile die entscheidenden Griffe und Tritte fehlen). 3. Selten geklettert und daher unsauber.

Bilder

  • Haselstein (Pfalz) - Südostwand linker Teil - mit den schönen Routen Löwenbär (6/E1), Dazwischen (6) und Wanzentod (5+)
  • Haselstein (Pfalz) - Südostwand - Dazwischen (6)
  • Haselstein (Pfalz) - linker Teil der Südostwand
  • Haselstein (Pfalz) - Südostwand - Blick in die schöne Westgratverschneidung (6-)
  • Haselstein (Pfalz) - Blick auf die Westkante - die Westgratkante (6+) verläuft zunächst links der Kante im schattigen Bereich und orientiert sich weiter oben entlang der Kante - links davon der Einstieg von Ganze Rampe (3) - dazwichen im steilen Fels liegen drei Routen im 8. Grad
  • Haselstein (Pfalz) - Auf der westlichen Schulter - Blick Richtung Gipfelaufbau - hier führt die Westgratrampe (6+) und weitere Varianten zum Gipfel
  • Haselstein (Pfalz) - Auf der westlichen Schulter - Blick Richtung Westen
  • Haselstein (Pfalz) - Südostwand - Abseilriss (4)

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

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