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Großer Treppenstein & Treppenstein-Turm (Okertal) (Harz) (DE)

  • Großer Treppenstein (Harz) - Rechte Ostwand (5)
Eigentlich handelt es sich beim Großen Treppenstein und dem Treppenstein-Turm um, in der Führerliteratur einzeln beschriebene Felsen. Aufgrund ihrer räumlichen Nähe zueinander, die sich auch in der Namensgebung ausdrückt, werden sie hier zusammen vorgestellt. Was die nachbarschaftliche Lage betrifft können außerdem noch Falterwand und Drachenturm erwähnt werden, die beide direkt unterhalb des Treppensteins liegen.

Ganz oben am steilen, recht dicht bewachsenen Osthang über der B498 liegt der Große Treppenstein. Direkt darunter der Treppenstein-Turm. Der Zustieg ist zwar nicht extrem lang, kann aber durchs steile Gelände und je nach Jahreszeit durch dichten Bewuchs entlang der schmalen Trampelpfade anstrengend sein. Alternativ ist es möglich über breite, gut befestigte Waldwege von oben zuzusteigen. Dies ist allerdings mit einem längeren Weg verbunden.

Ist man erstmal angekommen bieten die Felsen ein großes Kletterangebot. Allein am Großen Treppenstein finden sich knapp 30 Routen. Ein Großteil davon in der schattigen, steilen, bis zu 40m hohen Nordwand. Hier lässt es sich auch im Hochsommer gut aushalten, nach Regen und in kühleren Monaten ist der Fels aber oft feucht. Die wirklich lohnenden Wege liegen hier im 6./7. UIAA Grad oder höher. Es sind auch einige noch nicht frei gekletterte, technische Probleme vorhanden. Daneben auch vereinzelt Routen im 4. und 5. Grad, die aber weniger lohnend erscheinen. Möchte man leichter Klettern begibt man sich am Großen Treppenstein besser zur niedrigeren Ost- bzw. Südwand. Viel Auswahl gibt es hier zwar nicht, aber die Rechte Ostwand (5) ist z.B. ganz schön. Ein Highlight im unteren Schwierigkeitsbereich ist aber sicherlich der ca. 80m lange Westgrat (4), der oberhalb vom Treppenstein-Turm beginnt und Richtung Gipfel führt. Dieser ist ein sehr beliebter Aussichtspunkt, der von Wanderern auch über eine in den Fels gehauene Treppe erreicht wird.

Der Turm ist mit seinen max. 18m Höhe im Vergleich zum langgezogenen Felsriff des Großen Treppensteins eine eher kleine Erscheinung. Allerdings zeichnet er sich durch seine frei stehende und schöne Form aus. Er ist außerdem von jeder Seite bekletterbar und bietet 13 Routen unterschiedlichster Schwierigkeit, von denen einige sehr zu empfehlen sind. Die Palette reicht vom schönen Normalweg (2+) bis zum kurzen, aber schweren Okerpoker (8) über eine glatte Granitmauer. Einen bestimmten Schwierigkeitsbereich hervorzuheben fällt schwer. Was die Anzahl der Routen betrifft lohnt der 5. und 6. Grad am meisten.

Beide Felsen sind geprägt von der gebietstypischen Wollsackverwitterung, die runde und von Rissen durchzogene Formen aus dem grobkörnigen Granit herausarbeitet. Vor allem am frei stehenden Treppenstein-Turm wird dies offensichtlich. Entsprechend orientieren sich viele Routen entlang von mehr oder weniger breiten, meist sich nach außen hin öffnenden Rissen mit runden Kanten. Typisches Rissklettern in Klemm- oder Piaztechnik wird dadurch oft erschwert. Die optische Erscheinung der Felsformationen ist aber phantastisch.

 

Gestein

Granit

 

Absicherung

Die Absicherungssituation ist sehr unterschiedlich. Es finden sich Wege, die mehr oder weniger gut mit Bohrhaken ausgestattet sind (teilweise nachträglich angebracht), aber auch solche, die überhaupt keine fixen Zwischensicherungen haben. Auch Normalhaken unterschiedlichster Qualität trifft man hier und da an. Ein ausgewogenes Klemmkeilsortiment, sowie ein Satz Friends gehören auf jeden Fall zur Standardausstattung

 

Routenvorschläge

Gr. TS - Rechte Ostwand (5): Nicht allzu lange, aber interessante, klassische Route an einem die Ostwand schräg durchziehenden Riss. Die letzten Züge vor der oberen Kante haben es in sich, sind aber sehr schön. Oft hangelt man an der runden Risskante, da der Riss zu breit zum klemmen ist. Mit mittleren und großen Friends selbst abzusichern.

Gr. TS - Westgrat (4): Laut Kletterführer phantastisch! In den 80 Klettermetern finden sich tatsächlich immer wieder wunderschöne Passagen. Dazwischen aber auch wieder sehr leichtes Gelände. Abwechslungsreich ist es auch: Schuppen und Henkel, Riss, Reibungsklettern auf Platten, Verschneidung, kurze Steilaufschwünge – alles ist dabei. Und ganz oben kann man über die Treppe zum Aussichtspunkt am Gipfel steigen, den man sich meist mit Wanderern teilt, die von der Südostseite aufgestiegen sind. Insgesamt eine schöne, lange, weitestgehend selbständig abzusichernde Genussroute.

Gr. TS - NW-Verschneidung (6): Super bei Hitze: schattige, sehr lohnende Verschneidung am unteren Ende der Nordwand. Laut Kletterführer sogar einer der besten Wege im Okertal! Ob dem so ist müssen Gebietskenner entscheiden. Weiterzuempfehlen ist die abwechslungsreiche Route mit diversen sehr interessanten, teilweise auch fordernden Einzelstellen auf jeden Fall. Nach einer kurzen, kräftigen Einstiegsverschneidung quert man an einem Querriss unter einem Dach auf der Platte nach rechts. Über eine abdrängende Stelle klettert man an einer Seitschuppe und einer griffigen Kante in eine weitere seichte Verschneidung hinein, die mit einer Rissspur im Verschneidungsgrund und Reibungstritten viel Bewegungsgefühl und Gleichgewicht fordert. Hat man diese Schlüsselstelle hinter sich gebracht wird man mit etwas leichter werdenden Metern belohnt, die ebenfalls schöne (Hand-)Risse und Verschneidungen bieten. Die Absicherung ist ein Mix aus geklebten und geschlagenen Haken. Allerdings nicht durchgängig und auch mal fern ab von schweren Zügen. Mobile Klemmgeräte also unbedingt zur Ergänzung verwenden.

TS-Turm – Schwiegermutterriss (5+): Der Schrecken aller Schwiegersöhne, sofern diese keine gestandenen Risskletterer sind. Der Schulter-, stellenweise fast schon Körperriss verlangt einem einiges ab. Allerdings keine fein ausgeklügelten, technischen Kletterzüge, dafür aber Willen, vollen Einsatz und Kampfgeist. Und man muss Risse dieser Breite mögen. Motto: Alles was geht rein in den Riss. Arme, Beine, Schultern … Hauptsache es klemmt. Und dann hochrampfen. Ein Grauen für jeden begeisterten Hallenkletterer – ein Fest für Kletterer der alten Schule. Besser nicht die Sonntagshose anziehen und unbedingt große Cams mitnehmen … oder man hat starke Nerven.

 

Bilder

  • Großer Treppenstein (Harz) - NW-Verschneidung (6)
  • Großer Treppenstein (Harz) - NW-Verschneidung (6)
  • Großer Treppenstein (Harz) - Ostwand - die Rechte Ostwand (5) orientiert sich am markanten Riss
  • Großer Treppenstein (Harz) - Rechte Ostwand (5)
  • Großer Treppenstein (Harz) - Rechte Ostwand (5)
  • Großer Treppenstein (Harz) - Rechte Ostwand (5)
  • Treppenstein Turm (Harz) - Schwiegermutterriss (5+)
  • Treppenstein Turm (Harz) - Schwiegermutterriss (5+)
  • Treppenstein Turm (Harz) - Schwiegermutterriss (5+)
  • Treppenstein Turm (Harz) - Schwiegermutterriss (5+)

 

Kletterführer/Topo

Wolfgang Brandt, Götz Wiechmann: Wo die Felsnasen schnarchen – Genussklettern an den besten Felsen des Harzes. Kamin Alpinverlag. 1998.

 

Klaus Paul: Paules Kletterbibel Westharz. Verlag Klaus Paul. 3. Auflage 2014

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