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Ottofels (Harz) (DE)

  • Ottofels (Harz) - Blick zum Brocken (1141m)
Obwohl – je nach Variante – 45 bis gut 60 min. Zustiegszeit kalkuliert werden müssen, wird man am Ottofels selten in abgeschiedener Einsamkeit klettern. Der Turm zählt aufgrund diverser schwerer oder auch klassischer Klettereien zu den wichtigsten Kletterfelsen des Harzes, der überwiegende Anteil seiner Besucher sind aber Wanderer, die den durch Metallleitern und Plattformen erschlossenen Fels als Aussichtsgipfel nutzen. Das Panorama zum Brocken und in die umliegenden Hügelketten ist tatsächlich wunderschön. Wer sich dem Haupt des Ottofels lieber kletternd nähert, der hat die Wahl zwischen mehr als 40 Routen, die allerdings nicht alle zum Gipfel führen. Einige liegen z.B. am talseitig vorgelagerten, niedrigen Ottoturm. Wer die längsten Wege wählt und bis zum Gipfel klettert, hat weit über 35m Kletterstrecke zu bewältigen.

Die größte Routendichte findet man im 5., 6. und 7. UIAA Grad, wobei es auch ein paar leichtere bzw. schwere Wege gibt, die im 3. und 4. bzw. 8. Grad anzusiedeln sind. Daneben existieren auch einzelne technische Klettereien und Projekte.

Interessant ist der Fels vor allem für Risskletterer, aber auch Freunde von Reibungsklettereien kommen auf ihre Kosten. Insgesamt wirkt das Ambiente sehr klassisch, sowohl was die Absicherung, als auch die Wegführungen anbelangt. Viele Routen orientieren sich an logischen Linien, wie Kanten, Rissen, Verschneidungen und Kaminen. Die harztypische Wollsackverwitterung bringt überall abgerundete Felsstrukturen hervor. Somit prägen Slopergriffe, nach außen breiter werdende Längs- und Querrisse mit runden Kanten und Reibungsplatten die Kletterei.

Da es sich um einen frei stehenden Turm handelt, ziehen rund um den Fels Routen empor. Es ist also zu jeder Tageszeit möglich sonnige oder schattige Wege zu finden.

Wen das oft massenhafte Wanderpublikum nicht stört, wer schlaue Sprüche wie: „da hinten wäre auch 'ne Treppe hoch gegangen“ ab kann, und wer ernsthafte, interessante Routen sucht, der sollte den Ottoturm als Kletterziel in Erwägung ziehen und wird garantiert belohnt werden.

 

Gestein

Granit

 

Absicherung

Die Absicherung ist in vielen Wegen weitestgehend selbst zu organisieren. Einige Routen sind hingegen auch mit Haken in engeren Abständen bestückt. Mobile Sicherungsgeräte gehören am Ottofels aber stets zur unabdingbaren Grundausstattung.

 

Routenvorschläge

Fichtenweg (5+): Der namensgebende Baum macht der Routenbezeichnung alle Ehre, denn er steht nicht einfach nur mitten im Routenverlauf, sondern muss zwingend zum Klettern genutzt werden. Bis dahin ist es allerdings ein weiter, interessanter Weg. Man startet im Inneren des Ottofels in einem tiefen Kamin, welchen man von Osten oder Nordwesten erreicht. Durch diesen dunklen, engen Schacht kämpft man sich stemmend und spreizend gut 10m nach oben, bevor man auf einem Absatz wieder das Licht des Tages erblickt. Auf diesem quert man einige Meter nach links und folgt erneut etwa 10m einem breiten Risssystem bis zum ersten und einzigen Haken in der Route. Daraufhin folgt die Schlüsselstelle mit ein paar schweren Zügen hin zu der aus einem körperbreiten Riss ragenden bzw. eher ihn versperrenden Fichte. Es bleibt nichts anderes übrig, als an dieser ein Stück nach oben zu klettern um dann an ihr vorbei in den Riss zu gelangen. Die sich hier anschließenden Ausstiegsmeter haben es noch einmal in sich. Denn zum einen ist es äußerst mühsam bis unmöglich solide Zwischensicherungen unterzubringen (Cam 4 oder größer hilfreich), zum anderen ist voller Körpereinsatz im Riss gefragt. Extrem nervenstarke Vorsteiger und Nachsteiger werden den leicht liegenden Riss evtl. außen auf Reibung hochspreizen, alle anderen werden so weit wie möglich hineinflüchten. Zusammenfassend: eine lange, herausfordernd-anspruchsvolle und hochklassische Unternehmung, die abwechslungsreiche Klettermeter bietet!

Neutour Nr. 34 (5+): Einige Meter links des Treppenaufstiegs gelegene kurze, meist sonnige Route, die nichts besonderes ist. Zwischendurch immer wieder leicht, bietet sie die ein oder andere anspruchsvolle Stelle auf Reibung oder an Rissstrukturen. Nett aber kein Muss!

 

Bilder

  • Ottofels (Harz) - Blick zum Brocken (1141m)
  • Ottofels (Harz) - Südseite
  • Ottofels (Harz) - Ostseite
  • Ottofels (Harz) - die Ostseite mit verschiedenen Rissklettereien, u.a. Bergbrüderriss (8) und Alter Riss (6)
  • Ottofels (Harz) - Ostseite
  • Ottofels (Harz) - Nordseite - unten der dunkle Durchschlupf, durch den man den Einstiegskamin des Fichtenwegs (5+) erreicht.
  • Ottofels (Harz) - die Nordwestseite bietet vor allem Reibungskletterei
  • Ottofels (Harz) - die Nordwestseite mit Reibungskletterei, u.a. in Zickzack und hoch (6-), die im vertikalen Riss beginnt, auf dem Band auf etwa halber Wandhöhe nach links quert und dann über Reibung zum Gipfel führt.
  • Ottofels (Harz) - linker Teil der Südwestseite - in diesem Wandbereich findet man zwei technische Klettereien mit A2 Stellen. Eine führt durch das markante, große Dach.
  • Ottofels (Harz) - rechter Teil der Südwestseite
  • Ottofels (Harz) - Blick vom Gipfel nach Norden
  • Ottofels (Harz) - Fichtenweg (5+) - der Einstiegskamin von unten
  • Ottofels (Harz) - Fichtenweg (5+) - der Einstiegskamin von oben
  • Ottofels (Harz) - Fichtenweg (5+) - Baumklettern ist im Fichtenweg die einzige Möglichkeit den fordernden Ausstiegsriss zu erreichen
  • Ottofels (Harz) - Neutour Nr. 34 (5+) - sonnige, kurze Route links des Treppenaufstiegs auf der Südseite

 

Kletterführer/Topo

Wolfgang Brandt, Götz Wiechmann: Wo die Felsnasen schnarchen – Genussklettern an den besten Felsen des Harzes. Kamin Alpinverlag. 1998.

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