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Kuhfels (Pfalz) (DE)

  • Kuhfels (Pfalz) - Westwandriss (6+/E1) - nach der schweren Einstiegspassage
Einige Zahlen vorweg: 40m hoher Fels, 7 Minuten Zustieg, etwa 21 Routen und Varianten zwischen 3 und 9+. Alleine diese Fakten werden bei vielen bereits Interesse wecken dem Felsmassiv, welches gemeinsam mit dem benachbarten Eselsfels nördlich über Wilgartswiesen thront, einen Besuch abzustatten. Vor allem die strukturarme, senkrechte, rote Fläche der Talseite sticht vom Ort aus betrachtet aus dem Grün des umliegenden Waldes heraus. Durch eben diese Wand führt mit der Großen Freiheit (9+) eine der schwersten Routen am Fels. Neben dieser findet man am Fels gleich drei weitere Wege im 9. UIAA Grad. Aber auch Aspiranten mittelschwerer Klettereien werden fündig. Neben einer 8- sind insgesamt 12 Routen im 6. und 7. Grad vorhanden, die interessantesten darunter sind klassische Wege durch Risse und Verschneidungen. Aber auch die ein oder andere Reibung und Wandkletterei. Leichteres gibt’s kaum. Ein paar weniger lohnende 5en, sowie eine leichtere Ausstiegsvariante, das war's in den unteren Graden.

Der Kuhfels lässt sich grob in vier Bereiche aufteilen. Eine vorgelagerte Sockelwand, die 3 geneigte Wege, überwiegend in Reibungskletterei, bietet. Dann die bereits erwähnte, glatte, senkrechte und südlich ausgerichtete Talwand. Diese wird beiderseits flankiert von einer West- bzw. Ostwand. Hauptsächlich in diesen liegen die mittelschweren Routen und klassischen Linien. Nördlich mündet der Fels in den steilen Waldhang über den auch der Felskopf erreicht werden kann. Außer nordseitig kann also in jeder Exposition geklettert werden, was zu nahezu jeder Tageszeit Schatten oder eben Sonne verspricht – je nach Wunsch.

Auch wenn der Kuhfels nicht zu den größten und beliebtesten Kletterzielen der Pfalz zählt, er ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Vor allem für Liebhaber klassischer Verschneidungen und Risse im 6. Grad und natürlich für diejenigen, die auf der Suche nach harten Zügen sind. Kombinieren kann man ihn gut mit dem nur wenige Minuten östlich gelegenen Eselsfels bzw. der westlich liegenden Kuhplatte.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

In den Klassikern ist eigenständiges Absichern gefragt, auch wenn gelegentlich ein Ring vorhanden ist. In einigen der schwereren Routen stecken die Ringe zwar in etwas größerer Anzahl, ohne mobile Geräte wird man aber meist nicht auskommen.

 

Routenvorschläge

Westwandriss (6+/E1): Bis zum Abseilring komplett selbst abzusichernder, kräftiger, aber großartiger Handriss, der auf den ersten Metern durch eine überhängende Verschneidung zieht. Hat man diese Passage hinter sich gebracht wird es deutlich gemütlicher. Der Fels lehnt sich zurück und neben dem weiter durch die Wand ziehenden, perfekten Handriss sind rechts an einer Kante viele weitere gute Griff- und Trittmöglichkeiten vorhanden. Fast schon etwas schade um den schönen Riss, den man auch durchgängig mit Handklemmern klettern könnte. E1 sind, sofern man genügend Friends ähnlicher Größen sein Eigen nennt, allenfalls die ersten Meter, wobei auch diese Passage sehr gut absicherbar ist. Hat man alles bereits unten verbaut, wird’s oben raus evtl. doch nochmal E1. Cams Größe 1-3, jeweils 2-3 mal hilfreich. Ein Muss für alle Rissfans!

Große Ostverschneidung (6-): Ein toller, außergewöhnlicher Weg, den man in dieser Art in der Pfalz selten findet. Er folgt einer zum Teil tief im Fels liegenden Verschneidung, die in einer längeren Passage zum Kamin wird und interessante Bewegungsabläufe fordert. Neben einem vorhandenen Ring können viele gute mobile Zwischensicherungen gelegt werden. Unten hat man die Wahl in direkter Falllinie des Weges einzusteigen, wobei man es dann bereits im Einstieg mit einer seichten Rissverschneidung zu tun bekommt. Oder man steigt wie Hans Laub bei der Erstbegehung 1961 von rechts ein und überwindet die ersten Meter entlang großer, senkrecht stehender Schuppen und Felsplatten. Ganz oben gelangt dann an ein Felsfenster, welches zur Westseite führt. Dort findet sich auch ein Abseilring, der über dem Westwandriss steckt. Wenn man ganz hoch möchte besser auf die Westseite wechseln und dort die letzten Meter bewältigen. Der Ausstieg auf der Ostseite wirkt sehr brüchig. Insgesamt ein ohne Einschränkung empfehlenswerter, großer Weg.

 

Bilder

  • Kuhfels (Pfalz) - Am Gipfelplateau
  • Kuhfels (Pfalz) - Große Ostverschneidung (6-) - Die wunderschöne Linie führt durch die Rissverschneidung und den Kamin zum sichtbaren Felsfenster. Der Originaleinstieg (5+) führt von rechts auf den vorgelagerten Block.
  • Kuhfels (Pfalz) - Große Ostverschneidung (6-) - die Einstiegsmeter
  • Kuhfels (Pfalz) - Große Ostverschneidung (6-) - im Kamin
  • Kuhfels (Pfalz) - Westwandriss (6+/E1)
  • Kuhfels (Pfalz) - Westwandriss (6+/E1) - nach der schweren Einstiegspassage
  • Kuhfels (Pfalz) - Westwandriss (6+/E1) - der überhängende Einstieg
  • Kuhfels (Pfalz) - Westwandriss (6+/E1) - Abseilen über den Westwandriss

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

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