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Dimbergpfeiler (Wehrfelsen) (Pfalz) (DE)

  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Pfeilerweg (6-/E1) - Im mittleren Bereich der Route geht es in geneigtem Gelände schräg nach rechts oben
In ruhiger Atmosphäre an einem wenig frequentierten Felsen klettern? Routen mit klassischem Anspruch im 6. UIAA-Grad, die dennoch entspannt geklettert werden können sollen es sein? Gerne auch etwas länger? Wer sich jetzt im Geiste „hier“ schreien hört, der sollte dem 41m hohen Dimbergpfeiler einen Besuch abstatten.

Das Massiv liegt zwischen Gossersweiler und Dimbach an einem lichten Waldhang. Von beiden Orten ist der Zustieg möglich und mit etwa 10-15 Minuten nicht weit. Dort angekommen erwarten einen in den südöstlich - südwestlich ausgerichteten Wänden, die im unteren Bereich durch den Wald ein wenig schattig sein können, die erwähnten klassischen 6er, die nahezu alle lohnend sind. Zumindest vier der sechs im unten aufgeführten Auswahlführer beschriebenen Routen können uneingeschränkt empfohlen werden. Neben den 6ern finden Kletterer höherer Gangarten aber auch den ein oder anderen interessanten Weg im 7. bzw. 8. Grad. Unter diesen sechs Wegen gibt es gut abgesicherte, aber auch welche mit klassischem Anspruch. Wer zählen kann kommt auf insgesamt 12 Routen am Fels. Neben diesen existieren 1-2 Neutouren auf der Ostseite, sowie vereinzelte nicht verzeichnete Varianten bzw. als unlohnend geltende alte Wege.

Charakteristisch für die Kletterei sind in den Klassikern Verschneidungen und Risse, die aber meist nur Passagen der Gesamtwege ausmachen. Daneben sind kieseldurchsetzte Platten und geneigte Wandbereiche zu überwinden. In den schwereren Routen sind die Platten entsprechend steiler, die Kiesel kleiner und die Wände steiler.

Vom sich weit über die Baumwipfel erhebenden Felsplateau, welches auch zu Fuß über den Waldhand erreicht wird, genießt man über hügelige Wälder hinweg den Ausblick z.B. zur Burg Trifels bei Annweiler. Hier lässt es sich gut verweilen, sofern der Lockruf der nächsten Route nicht bereits erklingt.

 

 

Gestein

Sandstein

 

 

Absicherung

Nur sehr wenige Routen zeichnen sich durch wirklich enge Hakenabstände aus, die ein Mitführen von mobilen Geräten überflüssig machen. Vor allem in den klassischen 6er Routen sind diese unerlässlich. In den Platten, die oft keine mobile Sicherungsmöglichkeiten bieten, stecken tendenziell etwas mehr Ringe.

 

 

Routenvorschläge

Plattenweg (6-): Von Hans Laub 1962 erstbegangen, findet man im Plattenweg etwas überraschend nur eine kurze Plattenpassage. Nämlich einen diffizilen Quergang, der einen sicheren Vor- und Nachsteiger fordert. Neben dieser kurzen Platte bietet der Weg im Einstieg schöne Kletterei entlang einer Rissspur, danach eine interessante Passage, in der unter einem Dach nach rechts um einen Block herum gequert werden muss. Hier drängt es einerseits ab, andererseits ist man durch die Enge in den Bewegungen eingeschränkt. Nach der bereits erwähnten Platte hat man die Möglichkeit einige Züge zu einem Ring abzuklettern um dort Stand zu machen, oder man verlängert alle Zwischensicherungen großzügig und klettert in einer einzigen Seillänge durch. Oben wird das Gelände deutlich leichter und ist geprägt von einzelnen, kurzen Rissen.

Südverschneidung (6-): Wahrscheinlich die (zurecht) am häufigsten gekletterte Route am Fels. Die Linie folgt zwar in weiten Teilen der Verschneidung, ist aber dennoch sehr abwechslungsreich. Man steigt unten über eine kieseldurchsetzte Platte ein und quert erst nach einigen Metern in die Verschneidung. Hier hat man erstmal gute Leisten zur Verfügung. Es folgt ein außergewöhnliches, kurzes Kaminstück hin zum 3. Ring. Der Rest des Weges ist einfach und führt entlang eines Risssystems zum Umlenkring. Wer hier noch weiter möchte hängt den sich logisch anschließenden, oberen Teil des Plattenwegs dran.

Pfeilerweg (6-/E1): Eine tolle, lange Linie, die außergewöhnlich schöne Passagen miteinander verbindet. Man quert zunächst über ein Band ein und erreicht so eine strukturarme Verschneidung. Die erste Schlüsselstelle der Route, die mit einem Ring und darunter zu legenden mobilen Geräten gut abgesichert ist. Aus dieser heraus quert man um die Ecke und folgt schräg nach oben ziehend einer geneigten Wandpassage, die sich hier und da etwas aufsteilt. Die letzten Meter zum Band mit Standring und Wandbuch sind steil und ausgesetzt, aber wunderschön zu klettern. Von hier geht’s über bewachsene Bänder und Stufen zum Gipfelplateau, was man sich aber schenken kann. Besser direkt abseilen.

Ostverschneidung (6): Die Ostverschneidung hat im Gegensatz zu ihrer südlichen Schwester einen ganz anderen Charakter. Sie ist anspruchsvoller und was man bereits beim ersten Anblick erahnt, stellenweise leider auch brüchig. Dennoch eine sehr schöne, logische Linie und schon deshalb eine Begehung wert. Man folgt zunächst der von riesigen Felsschuppen durchsetzten, rechtsgeneigten Verschneidung. Auf einem Band auf etwa halber Höhe quert man, vorbei am ersten Ring, nach rechts zu einem Riss, der in schöner Kletterei zu einer Nische unter einem Überhang zieht. Hier ist ein Standplatz möglich. Der sich von dort durch den Überhang fortsetzende breite Riss, hat es in sich. Er ist zwar gut mit Ringen und einem Normalhaken abgesichert, erfordert aber vollen Einsatz. Danach steht man auf dem bewachsenen Band, auf dem sich (weiter links) auch das Wandbuch befindet, hat aber keinen Ring zum Nachsichern zur Verfügung. Auch die hier stehenden Bäume machen keinen soliden Eindruck. Es bleibt also nur sich über die bewachsenen Bänder den Weg zum Gipfel zu erkämpfen oder besser (wenn auch nicht optimal), nach links zum Wandbuch zu queren um dort nachzusichern.

 

 

Bilder

  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Talseite
  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Ostverschneidung (6) - Führt entlang der Verschneidung bis zu einem Band. Dort Quergang nach rechts und oben durch den abdrängenden Riss.
  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Blick auf den Plattenweg (6-) - Unten gehts immer am Riss entlang bis unters Dach. Dort rechts um die Ecke und die Platte queren bis zur Verschneidung. Diese weiter hoch und oben wieder über Risse aussteigen.
  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Am Ausstieg des Plattenwegs (6-)
  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Südverschneidung (6-) - Der untere Teil führt über eine Platte. Dann rechts zur Verschneidung und in den Kamin.
  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Pfeilerweg (6-/E1) - Kurz nach der Einstiegsverschneidung
  • Dimbergpfeiler (Pfalz) - Pfeilerweg (6-/E1) - Im mittleren Bereich der Route geht es in geneigtem Gelände schräg nach rechts oben

 

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

 

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