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Durstigfelsen (Pfalz) (DE)

  • Durstigfelsen (Pfalz) - Ludwigshafener Turm - die schmale Ostwand
Etwas versteckt und abseits liegen sie im Wald, die Durstigfelsen. Etwa 20 min Zustieg sind für viele Kletterer in der Pfalz (leider) doch eine nicht unbedeutende Hürde. Und der Büttel- oder Lämmerfels, an denen man bereits nach wenigen Minuten vorbeigeht, sind vielleicht auch deshalb stärker frequentiert. Möglicherweise liegt es auch am nicht überall perfekten Gestein der Durstigfelsen. Hier und da muss man schon mit Bruch, sandigem, oder nicht ganz sauber geklettertem Fels rechnen. Zumindest Letzteres könnte aber durch häufigere Begehungen verändert werden. Gewiss, das große Modeziel der Pfalz werden die aus Ludwigshafener und Landauer Turm bestehenden, bis zu 40m hohen Durstigfelsen nicht mehr werden, dennoch gibt es viele Beweggründe ihnen einen Besuch abzustatten: Man wird erstens sicher seine Ruhe haben und kann in stiller Natur zum Teil recht anspruchsvolle, lange, superklassische Wege genießen, meist Risslinien. Durch die Verteilung der gängigen Routen auf die Nord-, Süd- und Ostwände bietet der Doppelgipfel zweitens eine Routenauswahl für verschiedene Witterungslagen und Jahreszeiten, wenn auch bei Feuchtigkeit vieles ungenießbar wird und vieles nordseitig ausgerichtet ist. Drittens hat der Ludwigshafener Turm den anspruchsvollsten und schwersten Normalweg der Pfalz im Programm (6+/E2/E3), was für die einen eine Herausforderung, für die anderen zugegebenermaßen eher abschreckend ist.

Die im Auswahlführer enthaltenen 14 Routen auf die beiden Türme liegen bis auf zwei Ausnahmen im 2. UIAA Grad allesamt im 6. - 8. Grad. Wobei der 6. Grad deutlich am häufigsten vertreten ist. Häufig handelt es sich um klassische Riss- und Verschneidungslinien, seltener auch um Wandkletterei. Neben dieser Auswahl finden sich weitere, in älterer Führerliteratur beschrieben Wege, die allerdings als weniger lohnend gelten.

Der Gipfel des Ludwigshafener Turms ist selten besucht. Hier existiert kein einfacher, harmloser Weg. Glatt 6 inkl. E-Bewertung ist das Mindeste, was man klettern muss um ihm auf's Haupt zu steigen.

Auf den Landauer Turm gelangt man auch über einen Normalweg im 2. Grad, dennoch wird auch dessen Gipfel selten besucht. Einige Routenausstiege sind unschön sodass z.T. nur bis zu einem tiefer liegenden Umlenkring geklettert wird.

Schade eigentlich. Beide Gipfel sind lohnende Ziele. Sie bieten den ein oder anderen herausragenden Weg. Vor allem an Ruhe suchende Kletterer, die auf hochklassische Linien mit Anspruch stehen und auch vor einzelnen schottrig-alpinen Passagen nicht zurückschrecken, geht der Appell: Klettert doch gelegentlich mal an den Durstigfelsen!!! Die Felsqualität wir darunter gewiss nicht leiden.

 

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Nahezu allen Routen ist der klassische Charakter und Anspruch gemeinsam. Fixe Ringe sind, wenn überhaupt, oft nur in weiten Abständen vorhanden. Umfassende Kenntnisse in mobiler Absicherung, sowie das dazu notwendige Material (Keile, Klemmgeräte, Schlingen) sind unabdingbar. Nur die wenigen Routen im 7. bzw. 8. Grad sind mit etwas mehr Ringen ausgestattet. Dennoch ist auch hier z.T. eigeninitiatives Absichern gefordert.

Neben dem obligatorischen Helm ist aufgrund der z.T. langen Routen ein 70m Seil sinnvoll.

 

Routenvorschläge

Ludwigshafener Turm – Alte Südwand (6/E1): Schönster und empfehlenswertester Weg auf diesen Gipfel. Lange Linie, die entlang eines Risses zum Gipfel führt und viel Abwechslung bietet. Unten gibt es zwei Einstiegsvarianten über nebeneinander verlaufende Risse. Dann sperrt ein kleines Dach den Weg und bildet ein erstes, äußerst schwieriges Hindernis, welches die Erstbegeher nur mit Schulterstand lösten. Kurz darauf steht man unter einem weit ausladenden Dach, welches von einem Finger-/Handriss durchzogen wird, allerdings gut abgesichert und absicherbar ist. Hier ist Entschlossenheit gefragt, es löst sich aber gut. Danach ist zuerst mal Genuss angesagt, der weitere Rissverlauf ist senkrecht, bietet aber meist super Griffe, lässt sich perfekt ausspreizen und so sehr kraftsparend klettern. Außerdem hält er verschiedene Ruhepunkte bereit. Hier und da ist es brüchig, vor allem oben, mit etwas Umsicht aber gefahrlos kletterbar. Auch die Absicherung ist gut zu bewältigen, sofern man eine große Auswahl mobiler Sicherungsgeräte unterschiedlicher Größe sein Eigen nennt. Ansonsten stecken in der Route 3 Ringe auf ca. 40m. Tolle, anspruchsvolle Kletterei, die man ruhig mal machen sollte! Oben nicht zu weit nach links klettern, auch wenn dies im Kletterführer so beschrieben ist. Immer entlang des Rissverlaufs bleiben und erst in Sichtweite des Umlenkrings am Gipfel auf diesen zu steuern.

Ludwigshafener Turm – Direkte Ostwand (6/E1): Unten senkrechte, oben leicht geneigte Wandkletterei mit kurzen Steilaufschwüngen in der schmalen Ostwand. Unten orientiert sich die Route am linken Kantenverlauf der Wand und ist mit 4, recht dicht aufeinanderfolgenden Ringen abgesichert. Die übrigen beiden Ringe sind dann sehr viel weiter voneinander entfernt. Das Gelände legt sich oben zwar deutlich zurück, allerdings ist der Fels zum Teil bewachsen und bröselig. Ein langer, anspruchsvoller Klassiker, der nach Regen länger rutschig bleibt.

Landauer Turm - Große Verschneidung (6+): Tolle, lange Rissverschneidung, die anders als man auf den ersten Blick vermutet, sehr ausdauernd und anhaltend schwer ist. Der Riss im Verschneidungsgrund variiert in der Breite, ist zum Teil sehr schmal und seicht, sodass es nicht überall einfach ist an ihm zu klettern bzw. solide Sicherungen unterzubringen. Letzteres ist auf weiten Strecken notwendig, denn die vorhandenen drei Ringe stecken in großen Abständen. Auch die Neigung des Weges variiert. Man passiert sowohl senkrechte, als auch abdrängende oder leicht geneigte Abschnitte. Die Kletterei ist aber nirgendwo einfach. Wer mag steigt nach dem dritten Ring den zuweilen etwas dreckigen Schulterriss zum Gipfel aus. Es lohnt sich, man hat einen phantastischen Blick auf die gegenüber liegenden Lämmerfelsen. Allerdings wäre es schön, wenn man dem Weg einen Ring auf dem Gipfel zum Nachsichern spendieren würde. Derzeit muss dazu ein seitlich versetzt stehender Baum genutzt werden, was etwas ungünstig ist. Ein sehr lohnender Weg!

Landauer Turm - Großer Riss (6+): Zugegeben, die Namensgebung der Routen an den Durstigfelsen ist nicht sehr kreativ. In den meisten Fällen aber sehr zutreffend. Ergo wird hier entlang eines großen, teilweise breiten, schindigen Risses geklettert, der auf der Gesamtstrecke deutlich überhängt. Unten beginnt man im leicht geneigten Gelände. Daran schließt sich eine senkrechte kurze Rissverschneidung an, die in einen abdrängenden Bereich mündet, in dem der Riss deutlich breiter, kurzzeitig sogar zum Körperriss wird. Nun folgen konstant abdrängende Passagen an unterschiedlich breiten Rissstrukturen im zunehmend dreckiger und brüchiger werdenden Fels. Oft hat man neben dem Riss auch andere Griff- und Trittsrukturen. Am dritten Ring besser umlenken. Wer von dort mit Baumhilfe und vollem Körpereinsatz noch weiter durch den Garten schrubbt, dem ist nicht mehr zu helfen. Bis dorthin aber durchaus mal eine Begehung wert für Menschen, die auf fordernde Risskletterei stehen.

Landauer Turm - Morbus Sorbus (6-): Einstiegsvariante zum Großen Riss (6+) entlang einer linksgeneigten Verschneidung. Die ersten Meter sind einfach und mit guten Griff- und Trittmöglichkeiten gespickt. Kurz vorm ersten Ring wird's dann spannender. Man steht auf kleinsten Kieseln bzw. einer steilen Reibungsplatte und folgt mit den Händen der bogenförmig weiterziehnden Verschneidungskante, die hier nicht mehr überall Griffe mit der gewünschten Belastungsrichtung bereithält und quert so zum zweiten Ring. Kurz danach mündet man in die Originalroute. Ganz nett und am ersten Ring schwerer als es von unten aussieht.

 

 

Bilder

 

  • Durstigfelsen (Pfalz) - Ludwigshafener Turm - die schmale Ostwand
  • Durstigfelsen (Pfalz) - Ludwigshafener Turm - Direkte Ostwand (6/E1)
  • Durstigfelsen (Pfalz) - die Nordwand des Landauer Turms
  • Durstigfelsen (Pfalz) - Große Verschneidung (6+) in der Nordwand des Landauer Turms
  • Durstigfelsen (Pfalz) - Großer Riss (6+) in der Nordwand des Landauer Turms
  • Durstigfelsen (Pfalz) - Westliche Nordverschneidung (6) in der Nordwand des Landauer Turms
  • Durstigfelsen (Pfalz) - Am Gipfel des Landauer Turms - Blick zu den Lämmerfelsen

 

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

 

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