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Dürrensteine (Pfalz) (DE)

  • Dürrensteine (Pfalz) - Landauer Weg (4/E1) - die letzte Seillänge in der Ostwand des Friedrichturms
Idyllisch liegen die Dürrensteine im Reinigstal. Fährt man von Bruchweiler zum Reinigshof, kann man den aus Maria- und Friedrichturm bestehenden Doppelgipfel rechts oberhalb des Hofs sehen. Geparkt wird kurz nach den Hof links auf einem kleinen Waldparkplatz. Von hier erreicht man den Fels in knapp 10 min. zu Fuß.

Dort angekommen bieten die beiden etwa 40m hohen Türme und der dazwischenliegende Verbindungsgrad unterschiedlichste Klettermöglichkeiten. Von hochklassischen Rissen und Verschneidungen im 5. und 6. Grad, über bereits etwas schwerere Klettereien durch Wände und kleine Dächer, bis hin zu High-End-Routen, wie der Denkmalpflege (10-/10) in der hohen, strukturlosen Westwand. Absolut empfehlenswert sind auch die Normal- bzw. Erstersteigerwege auf die beiden Türme, oder warum nicht gleich die komplette Überschreitung der Felsgruppe, der Landauer Weg. Dieser bietet mehrere Seillängen genüssliche Felskletterei auf historischen Spuren und erreicht dabei max. den 4. Grad.

Die Ausrichtung und Länge der Routen variiert. Vor allem auf der Süd- und Nordseite finden sich viele Routeneinstiege. Die schmalen Ost- und Westwände bieten dagegen nur wenige, schwere Wege (ab 8. Grad aufwärts). Bei den insgesamt 26 Routen sollte aber für jeden etwas passendes dabei sein.

Die Felsqualität ist leider nicht überall perfekt. Einzelne Wandbereich sind durchaus brüchig, aber dazwischen ist viel Lohnendes zu finden. In der Süd- und Nordwand findet man man vor allem Risssysteme unterschiedlicher Breite und Verschneidungen. Dazwischen meist senkrechte Wände, die zum Teil von großen Wabenstrukturen oder kleinen Dächern durchsetzt sind. Die schmale West- und Ostwand sind eher strukturarme, glatte Felswände.

 

 

Gestein

Sandstein

 

 

Absicherung

Sehr unterschiedlich! Während die schweren Routen mit vielen Ringen bestückt sind, stecken in den klassischen Linien keine oder nur vereinzelt Haken. So oder so, sind mobile Sicherungsgeräte notwendig. Wie viele hängt von der gekletterten Tour und dem Sicherheitsbedürfnis des Kletterers ab.

 

 

Routenvorschläge

Mariaturm-Normalweg (3+): 1906 wurde der Mariaturm auf diesem schönen Weg erstbegangen. Man startet auf der Nordseite über einen breiten Riss/Kamin, der auf den ersten Metern rechts über einen Vorbau umgangen werden kann, und erreicht so ein Band mit Standplatz. Von hier quert man wenige Meter nach rechts um über einen kurzen Riss ein höher liegendes Band zu erreichen. Nun geht’s in die Gegenrichtung bis zum Ostgrat über den man den Gipfel erreicht. Bis auf den gebohrten Standplatz nach der ersten Seillänge keine Ringe vorhanden.

Landauer Weg (4/E1): Mit dem Landauer Weg wird die gesamte Felsgruppe überschritten. Er ist eine sehr lohnende, große Bergfahrt und sollte unbedingt gemacht werden, egal wie schwer man sonst klettert. Beginnend mit dem Mariaturm-Normalweg (3+) wird der Gipfel des Mariaturms erreicht (siehe oben). Anschließend seilt man westseitig zum Verbindungsgrat ab und erreicht über diesen und eine weitere kurze Abseilstelle die Scharte vorm Friedrichsturm. Nun an der rechten Kante, zunächst steil über Stufen hoch, dann linkshaltend durch die schmale Ostwand zum großen Standring. Für die Absicherung ist im kompletten Weg eigenständig zu sorgen. Im letzten Aufschwung zum Friedrichturm können diverse Sanduhren gefädelt werden.

Westlicher Südriss (5+/E1): Anstrengende Rissverschneidung. Unten führt der Riss noch über geneigte Platten, nach oben hin wird die Angelegenheit immer abdrängender. Die Kante des Verschneidungsrisses ist zudem recht rund, sodass nur schwer gepiazt werden kann. Ausspreizen ist in weiten Teilen die einzige Alternative, was sich aber eher im Nachstieg gut anfühlt. Weit oben kann ein Ring der Nachbarroute erreicht und mit verwendet werden, ansonsten ist bei der Absicherung, die nicht immer einfach zu bewerkstelligen ist, Eigeninitiative gefragt.

Östlicher Südriss (5+/E1): Ordentliche Risskletterei, die vor allem auf den ersten, fordernden Metern anstrengend ist. Steht man auf dem ersten Wulst in knapp 3m Höhe, hat man es zwar nochmal mit einer senkrechten Wandpassage zu tun, die nur von einem schmalen Fingerriss durchzogen ist, dieser lässt sich aber gut mit ganz kleinen Friends absichern. Danach lehnt sich die Wand zurück und es folgt genüssliches Steigen weiter entlang der nun wieder breiter werdenden Rissspur.

Friedrichturm-Erstersteigerweg (6-/E2): 1911!!! 1911 kletterte Fritz Mann diesen nervenaufreibenden, sehr anspruchsvollen Weg. Zu damaliger Zeit geschah dies wohl faktisch ungesichert. Mit heutigen, modernen Sicherungsgeräten ist es möglich die Rissverschneidung zur Scharte vorm Friedrichturm mehr oder weniger gut abzusichern. Vorausgesetzt man hat die passenden Cam-Größen in ausreichender Zahl dabei. Die ein oder andere heikle Stelle ist aber auch heute noch dabei. Trotz allem: ein toller Weg, den man durchaus mal in Gedenken an den altehrwürdigen Fritz Mann klettern sollte. Ein wenig Masochismus und den Willen sich durchzukämpfen sollte man aber mitbringen. Ansonsten lieber erstmal toprope am Abseilring in der Scharte einhängen. Die zweite Seillänge ist übrigens eine Variante zum Ausstieg des Landauer Wegs. Letzterer ist allerdings schöner und logischer.

Obere Südostkante (5+/E): Im unten angegebenen Panico-Führer nicht verzeichnete Route. Diese ist nur in älteren Publikationen enthalten. Die Route führt aus der Scharte zwischen Verbindungsgrat und Friedrichturm nach links zur Kante. Von dort zunächst an dieser, dann knapp rechts von ihr steil durch großgriffige Wabenstrukturen zum Gipfel. In der älteren Führerliteratur ist die Kante als unlohnend beschrieben. Dies mag am hier oft bröseligen Fels liegen. Darüber hinaus ist es kaum möglich die Route vernünftig abzusichern. Ringe sind nicht vorhanden. Sieht man über diese Unwägbarkeiten hinweg, bietet der Weg aber ganz nette Klettermeter. Toprope am Abseilring des Normalwegs auf jeden Fall eine Begehung wert.

Zum Jahr 2000 (6): Durchweg schöne Kletterei, in leider recht unsolidem Fels. Dennoch eine Begehung wert. Die Absicherung mit 4 Ringen und Abseilring ist ok. Man hat es hauptsächlich mit henkligen bzw. Passagen an gutgriffigen Leisten zu tun. Und immer wenn es auf den ersten Blick knifflig zu werden scheint löst sich die Passage doch überraschend gut auf.

Greenpeace (7-): Mit 4 Ringen und Abseilring ganz ordentlich abgesicherte Wandkletterei, wenn es auch zum ersten Ring einige harte, unübersichtliche Züge sind. Einzelne schwere Passagen finden sich auch weiteren Routenverlauf, allerdings auch gute Rastpunkte bietet. Der Weg orientiert sich an einer seichten Rissspur, was aber nicht den Charakter der Kletterei beschreibt. Man hat es u.a. mit Löchern, Leisten, Unter- und Seitgriffen zu tun. Ab und zu auch mal mit einem Henkel.

 

 

 

Bilder

 

  • Dürrensteine (Pfalz) - links der Friedrich-, rechts der Mariaturm
  • Dürrensteine (Pfalz) - Westlicher Südriss (5+/E1)
  • Dürrensteine (Pfalz) - Der Einstiegsriss des Normalwegs zum Mariaturm (3+) - die ersten Meter können angenehmer rechts über einen kleinen Vorbau umgangen werden
  • Dürrensteine (Pfalz) -  Mariaturm-Normalweg (3+) - erste Seillänge
  • Dürrensteine (Pfalz) - Blick vom Mariaturm zum Friedrichturm - die letzte Seillänge des Landauer Wegs (4/E1) führt an der schmalen Ostwand nach oben
  • Dürrensteine (Pfalz) - Landauer Weg (4/E1) - die letzte Seillänge in der Ostwand des Friedrichturms
  • Dürrensteine (Pfalz) - Friedrichturm-Erstersteigerweg (6-/E2)
  • Dürrensteine (Pfalz) - Friedrichturm-Erstersteigerweg (6-/E2)
  • Dürrensteine (Pfalz) - Friedrichturm Westwand - u.a. mit der Denkmalpflege (10-/10)
  • Dürrensteine (Pfalz) - Am Gipfelbuch des Mariaturms - Blick zum Friedrichsturm
  • Dürrensteine (Pfalz) - Blick vom Friedrichturm zum Mariaturm
  • Dürrensteine (Pfalz) - Gipfelpanorama am Friedrichturm - in Bildmitte der Mariaturm

 

 

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

Udo Daigger, Hans-Jürgen Cron: Südpfalz. Klettern im Buntsandstein. 4. aktualisierte Auflage 2005. (vergriffen und nicht mehr neu aufgelegt)

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