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Schafsfelsen (Pfalz) (DE)

  • Schafsfelsen - Holderkante (4-/E1)
An den bis zu 28m hohen Schafsfelsen kommen vor allem Freunde von nicht allzu schweren, cleanen Risskletterrouten auf ihre Kosten. Die insgesamt 21 Kletterwege am Schäferturm, Holderturm und der Schandarie, die im Auswahlführer (Richter/Titel) verzeichnet sind, liegen alle zwischen dem 2. und 7. UIAA Grad. Im vergriffenen und nicht mehr aufgelegten Führer von Daigger und Cron sind noch einige zusätziche Wege beschrieben. Die größte Auswahl findet man zwischen 4 und 6. Eine Besonderheit, selbst für Pfälzer Verhältnisse, besteht darin, dass nahezu alle Routen komplett ohne fixe Zwischensicherungen auskommen. Lediglich Abseilringe sind vorhanden. Da es sich wie bereits angeklungen oft um Rissklettereien handelt, bereitet aber der Einsatz mobiler Sicherungsgeräte keine große Mühe. Von den 21 Routen tragen bereits 10 die Bezeichnung „Riss“ im Namen. Daneben gibt es auch die ein oder andere Wandkletterei, Kante oder einen Kamin. Dort steckt dann gelegentlich auch mal ein Ring in der Wand.

Wer auf die beschriebene Form der Kletterei steht, sollte den Schafsfelsen unbedingt einen Besuch abstatten. Der ca. 20 minütige, aber sehr bequeme Zustieg vom Ortsrand von Erfweiler lohnt sich allemal. Er kommt ohne bedeutende Steigungen aus und führt über gute Wege. Da neben der Schwierigkeitsverteilung und dem gemütlichen Zustieg auch der bewaldete Bereich um den Fels herum sehr kinderfreundlich ist, wird man an den Schafsfelsen selten alleine sein. Oft tummeln sich Familien und Gruppen am Fels, was gelegentlich auch mal zu Engpässen an den beliebtesten Routen führen kann.

Der größte Teil der Routen liegt auf der Südseite. Durch den Wald sind diese aber oft schattig. Die Felsqualität ist insgesamt gut. Brüchige Stellen finden sich kaum, allerdings wirkt der Fels, vor allem nach Regenperioden, an vielen Stellen dreckig und sandig, was auf Absätzen und Reibungstritten etwas stören kann. Die Ausstiege bleiben oft lange feucht. Die große Auswahl an wirklich schönen Routen wiegt dies aber wieder auf. Die Schafsfelsen sind einen Ausflug wert!

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Wie oben bereits erwähnt sind nahezu alle Routen lediglich mit Abseilringen ausgestattet. Die Zwischensicherungen müssen fast überall komplett selbst angebracht werden. Lediglich in den wenigen Wandklettereien stecken zusätzlich ein paar Ringe. Die Felsstruktur und die Routenverläufe entlang von Rissen, bieten aber vielfältige Placements für Friends, Cams und Keile.

 

Routenvorschläge

Holderkante (4-/E1): Sehr namhafte, historische Kletterroute, die auf dem Holderturm endet. Im heute üblichen Routenverlauf wurde sie bereits 1911 von Fritz Mann erstbegangen. Heinrich Holder kletterte aber bereits vorher den oberen Teil des Weges. Schon aufgrund der historischen Bedeutung sollte man diese schöne Route einmal klettern wenn man an den Schafsfelsen ist. Entlang der Kante, sucht sie sich in netter Kletterei mit einigen Schleifen immer den Weg des geringsten Widerstandes. Hier und da etwas sandig.

Frühstücksriss (5-): Eine der schönsten Routen am Fels. Am kniffligsten ist der Einstieg. Man muss direkt vom Boden weg einen etwas abdrängenden Bereich überwinden, der wenige Griff- und Trittagebote bereithält. Anschließend steht man auf teilweise sandigen Reibungstritten etwas wackelig. Ist dieser Bereich erstmal überwunden geht’s immer entlang des wunderschönen Risses zum Ausstieg. Dazwischen muss noch einmal eine abdrängende Passage an guten Griffen überwunden werden.

Schandarie-Normalweg (3): Im unteren Teil wird ein geneigter Bereich in Reibungskletterei überwunden, der auch einige Risse aufweist. Im oberen Teil gibt es zwei Möglichkeiten: Folgt man dem Originalverlauf klettert man unter dem markanten Klemmblock hindurch in den Kamin und findet sich sodann in einem schrägen, engen Schacht wieder, der etwas ungewohnte Bewegungsmuster fordert. Nach oben hin wird der Kamin dann wieder breiter und man kann gut hochspreizen. Wählt man die zweite Möglichkeit, überklettert man den Klemmblock außen (4-). Kein schwerer, aber ein lohnender Weg.

Doppelriss (6): Anspruchsvolle Kletterei entlang zweier seichter Rissspuren, die oft zu schmal sind um Hände oder Finger hineinzubekommen. Teilweise weite Züge an nicht immer guten Griffen. Ein gutes Körpergefühl ist hier und da hilfreich um eine aufgehende Tür zu vermeiden. Wird unangenehm wenn an der Schlüsselstelle die Reibungstritte feucht sind. Absicherung mit kleinen Friends.

Handriss (4+): Kurzer, schöner Riss, der vor allem durch seine schwierigen Startzüge im Gedächtnis bleibt. Man darf sich berechtigterweise fragen ob es wirklich nur 4+ ist. Der Rest ist genüssliche Risskletterei mit vielen Handklemmern. Keine fixe Zwischensicherungen, aber mit mittelgroßen Friends gut absicherbar.

Blockanstieg (3): Nette, kurze Übungstour. Auch für Kinder geeignet. Unten startet man von rechts her über eine schmale Rampe bis auch den vorgelagerten Block. Hierhin auch in Piazkletterei von links (4). Vom Absatz geht es dann dem Riss entlang senkrecht hoch. Ausstiegsriss oft feucht.

Wabenriss (5+): Nach einem schweren Start in einer Rissverschneidung, geht es zunächst kurz abdrängend immer weiter am Riss entlang, der noch oben hin breiter wird. Schöne Kletterei.

Eckriss (3): Noch einmal nette Spielerei oder Übungstour, die sich auch gut für Kinder eignet. Unten zunächst oft auf Reibung dem breiten Riss entlang. Im Mittelteil bietet die rechte, gut strukturierte Verschneidungswand interessante, gute Griffe. Nach dem Absatz eher in der rechten Verschneidungswand halten und ganz oben den Riss raus. Ausstieg oft feucht.

Feuerkamin (5): Nach forderndem Einstieg in einer Rissverschneidung, gehts nach etwa halber Stecke in einen Kamin. In letzteren hineinzuklettern ist etwas schwierig, da das Gelänge abdrängt und zunächst kaum Tritte vorhanden sind. Nach oben hin aber immer einfacheres, genüssliches Kaminsteigen. Tolle Route.

Feuerverschneidung (5+): Die auffallende Verschneidung links des Feuerkamins. Nach schwerem Einstieg, geht es zwar noch immer anspruchsvoll, aber insgesamt gängiger weiter als im rechten Nachbarn. Schöne Kletterei.

Feuerriss (5+): Tolle Klettermeter, die einfacher sind als sie auf den ersten Blick wirken. Der abdrängene Riss im oberen Teil wartet mit super Henkeln auf und löst sich sehr schön in wunderbaren Bewegungsabläufen.

Feuerwändel (6): Eine Ausnahme am Fels, in doppelter Hinsicht: Erstens handelt es sich nicht um Riss-, Kamin- oder Verschneidungskletterei, sondern um kleingriffige Wandkletterei. Zweitens stecken hier Ringe und diese auch noch in engen Abständen. Der Fels ist nach oben hin nicht überall bombenfest, Freunde der beschriebenen Attribute werden sich aber trotzdem am Feuerwändel erwärmen können.

Schäferturm-Normalweg (2): Leichter, empfehlenswerter Normalweg auf den dem Hauptfels nördlich vorgelagerten, frei stehenden Schäferturm. Startet westseitig im Bereich einer Verschneidung und führt zunächst auf einen Absatz mit Standmöglichkeit an einem Baum. Von dort quert man nach rechts über Bänder zu einem Standring und erklettert dort senkrecht einen Kamin zum Abseilring am Gipfel. Absicherung erfolgt mobil.

Schäferturm-Abseilriss (5/E1): Variante zum unteren Teil des Normalwegs bis zu dessen Standring auf dem Band. Die einem Risssystem folgende Route ist durchweg mobil abzusichern, was aber mit mittleren und großen Friends durchgängig möglich ist. Die E1-Bewerung scheint daher etwas übertrieben. Auch der 5. Grad wird nur an Einzelstellen erreicht, der Rest ist leichter. Neben einer kurzen Passage, die obligatorisch als Riss zu klettern ist bieten die Wände links und rechts meist gute Griff- und Trittstrukturen. Lohnender Weg!

Buchenkamin (4): Nicht im Auswahlführer enthalten! Steigt nordseitig zunächst recht brüchig und sandig in einen Kamin ein, der im Mittelteil schöner wird und oben etwa auf Höhe des Klemblocks in den von der Gegenseite kommenden Kamin des Schandarie-Normalwegs führt. Diesen weiter zum Abseilring. Nur für Sammler klassischer Routen empfehlenswert und alle, die hier sonst schon alles geklettert sind. Für alle anderen steht das Geschrubbe im sandigen Fels in keinem Verhältnis zu den wenigen lohnenden Metern. Ach ja, und die Variante auf halber Strecke rechts raus über das bewachsene Band zum Doppelriss, sollten selbst hartgesottene Pfalzkletterer lassen. Man verpasst dadurch die wenigen guten Passagen des Weges und kombiniert stattdessen die übelsten.

 

Bilder

 

  • Schafsfelsen mit Schandarie-Turm
  • Schafsfelsen - Wandfuß auf der Südseite
  • Schafsfelsen - links die Feuerverschneidung (5+), rechts der Feuerkamin (5)
  • Schafsfelsen - Holderkante (4-/E1)
  • Schafsfelsen - Holderkante (4-/E1)
  • Schafsfelsen - Frühstücksriss (5-)
  • Schafsfelsen - Frühstücksriss (5-)
  • Schafsfelsen - Schandarie-Normalweg (3) mit Klemmblock im Kamin
  • Schafsfelsen - Im Kamin des Schandarie-Normalwegs (3)
  • Schafsfelsen - Am Standplatz oberhalb des Kamins im Schandarie-Normalweg (3)
  • Schafsfelsen - Buchenkamin (4)

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

Udo Daigger, Hans-Jürgen Cron: Südpfalz. Klettern im Buntsandstein. 4. aktualisierte Auflage 2005. (Achtung: Führer ist vergriffen und wird nicht mehr aufgelegt. Nur noch antiquarisch erhältlich.)

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