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Luger Geiersteine (Pfalz) (DE)

  • Luger Geiersteine - Westkante des Geierturms mit dem Geierturm Normalweg (3+/E2)
Mit insgesamt 78 Routen und einer Höhe von max. 45m zählt der Luger Geierstein zu den größten und imposantesten Kletterdestinationen im Pfälzer Buntsandstein. Es ist aber mitnichten nur die Masse der Routen mit denen der Fels lockt, vor allem die Vielzahl an wirklich schönen, lohnenden Kletterwegen sind den Besuch wert. Daneben besticht auch die schöne Lage im lichten Wald auf einer Anhöhe, in hügeligem, aber nicht zu steilen Gelände und die damit zusammenhängende schöne Aussicht von den Gipfeln. Es gibt insgesamt drei davon. Den frei stehenden Geierturm, der am einfachsten über den wunderschönen Geierturm Normalweg (3+/E2) erreichbar ist, sowie den Geierkopf und den Geierschnabel, die beide das langgezogene Felsriff des Geiersteins überragen. Auf beide führt jeweils ein Normalweg (1 bzw. 4-/E1) aus der dazwischen liegenden Scharte, die durch einen ausgesetzten Spaziergang übers Felsriff und Bänder zu erreichen ist.

Der Charakter der Kletterei wird von der nahezu überall recht steilen Felsarchitektur beeinflusst: Das Gelände ist weitestgehend senkrecht, stellenweise auch überhängend. Geneigte Passagen sind eher selten. Viele Routen ziehen entlang von Rissen empor, dazwischen sind aber auch große, strukturarme Flächen bzw. wabendurchsetzte Wände zu finden, wodurch ein umfangreiches Angebot an Routen in den oberen Schwierigkeitsgraden besteht.

Von den 78 Routen liegen 37 jenseits des 7. UIAA Grades. Vor allem wer 8er und 9er klettern möchte findet an den Luger Geiersteinen ein weites Betätigungsfeld. Aber nicht nur für Kletterer der hohen Grade lohnt der Besuch. Mit 34 teilweise herausragend schönen Routen im 6. und 7. Grad findet sich auch viel Auswahl für Kletterer der gemäßigteren Gangart. Die ganz einfachen Routen sind etwas unterrepräsentiert. Gerade mal 7 Routen gibt es im Bereich 1. bis 5. Grad. Da diese aber größtenteils sehr lohnend sind, rechtfertigt sich auch wegen diesen das Herkommen.

Ein großer Teil des Routenangebots findet sich auf der sonnenzugewandten Südseite. Durch den teilweise bis nahe an die Wand reichenden Wald, sind auch einige schattige Stellen zu finden. Wenn es im Sommer doch zu heiß werden sollte besteht die Möglichkeit auf der Nordseite zu klettern, die ebenfalls ein beachtliches Routenpotential bietet. Allerdings fehlen hier die einfacheren Routen gänzlich. Den 7./8. Grad sollte man schon beherrschen um hier glücklich zu werden.

 

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Die einfacheren Routen sind zwingend durch mobile Sicherungen abzusichern, da keine oder nur vereinzelte Haken vorhanden sind. Im 7. und in höheren Graden finden sich Routen, die mit einer größeren Anzahl an Ringen ausgestattet sind, in anderen sind sie eher sparsam gesetzt. Auch hier ist also mehr oder weniger Eigeninitiative gefordert. Zu erwähnen ist im Zusammenhang mit der Absicherung noch folgendes: Etwa die Hälfte aller Routen ist mit einer E-Bewertung versehen, gelten also als schwierig abzusichern bzw. riskant. Die von uns gekletterten Routen mit E-Bewertung (keine Garantie für Repräsentativität!) waren allerdings nirgendwo extrem gruselig.

 

Routenvorschläge

Geierturm Normalweg (3+/E2): Ohne Übertreibung einer der schönsten Normalwege in diesem Grad in der Pfalz. Die E2 Bewertung und die „Warnung“ im Topo erschien uns nicht ganz nachvollziehbar. Die Route verfügt über einen Ring und ist weitestgehend vernünftig absicherbar. Jeder, der Erfahrung im Umgang mit mobilen Sicherungen mitbringt sollte hier keine Probleme bekommen, also nicht abschrecken lassen und ruhig mal einsteigen. Der Routenverlauf orientiert sich entlang der Westkante des Geierturms. Im Einstieg geht es zuerst rechts der Kante senkrecht über eine Piazschuppe hoch. Nach einigen Metern quert man nach links um die Ecke und folgt dem ab hier geneigten Kantenverlauf bis zum Gipfel. Der Geierturm Normalweg – eine echte Komfortzonen E2!

Nasenweg (5+): Eine der kürzeren Routen ganz links auf der Südseite. Nach kurzem, unspektakulärem Einstieg überklettert man piazend eine mächtige, abgespaltene Platte. Die Schwierigkeiten liegen vor allem im darauf folgenden Mittelteil, in dem auch die beiden Ringe der Route zu finden sind. Der steile, aber dankbare Ausstieg an griffigen Henkeln ist schön.

Direkter Oktoberweg (5+/E1): Sehr abwechslungsreiche, lohnende Route, die sich entlang von Rissstrukturen verschiedener Breite empor zieht. Im oberen Bereich gibt es zur Abwechslung eine gutgriffige, henklige Passage und der Ausstieg über einen runden, abdrängenden Schrubber verlangt noch einmal Einsatz und Willen, egal ob per Faustklemmer oder als Schulterriss geklettert. Achtung: Der Einstieg ist kaum abzusichern – hier sollte man sich keinen Ausrutscher erlauben.

Zwei-Zinken-Weg (5+/E1): Anspruchsvolle Risskletterei in z.T. heikel-brüchigem Fels, vor allem im Quergang zum weiten Linksbogen. Aber auch bombenfest, tolle Passagen sind geboten, so z.B. im breiten Piazriss kurz vorm Absatz mit dem Standring. Die E1-Bewertung hat die Route, auch aufgrund der Felsqualität, zurecht. Die vorhandenen Quergänge machen das Unternehmen nicht weniger ernsthaft. Kann man den Grad solide klettern und fühlt man sich in abenteuerlichem Gelände wohl, darf man ruhig mal einsteigen. Alle anderen sollten eher die Finger davon lassen.

 

Bilder

 

  • Luger Geiersteine - links Geierkopf und Geierschnabel, rechts der Geierturm
  • Luger Geiersteine - Westkante des Geierturms mit dem Geierturm Normalweg (3+/E2)
  • Luger Geiersteine - Kletterer in der Rampenverschneidung (6/E1)
  • Luger Geiersteine - Nasenweg (5+) - Blick auf die abgespaltene Platte und den darüber liegenden Ausstieg über die Verschneidung
  • Luger Geiersteine - Blick in die Südwand
  • Luger Geiersteine - Direkter Oktoberweg (5+/E1)
  • Luger Geiersteine - Rissauswahl auf der Südseite unterhalb von Geierkopf und Geierschnabel
  • Luger Geiersteine - Blick vom Massiv auf Geierkopf und Geierschnabel
  • Luger Geiersteine - Südwand des Geierturms - zentral im Bild: der Direkte Zinkenriss (6-/E1)
  • Luger Geiersteine - Südwand des Geierturms - Blick auf den Zwei-Zinken-Weg (5+/E1). Dieser startet am rechten unteren Bildrand im linken der beiden Risse, quert dann in weitem Bogen an den linken Bildrand und zurück.
  • Luger Geiersteine - Nachsteiger im Zwei-Zinken-Weg (5+/E1)

 

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

 

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