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Hundsfels (Pfalz) (DE)

  • Hundsfels - Die Einstiegsverschneidung in die Neue Südwand (6)
Obwohl „nur“ 29 Routen bzw. Varianten vorhanden sind, bietet der Hundsfels sehr abwechslungsreiche Kletterei, denn die einzelnen Wege haben oft einen ganz eigenen Charakter. Somit wird die Kletterei nie langweilig, auch dann nicht wenn man einen ganzen Tag am Fels verbringt und viele Routen abspult.

Am 40m hohen Gipfel  findet man vor allem Riss- und Wandklettereien mit klassischem Anspruch in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Diese beschränken sich teilweise auf eine Seillänge, es gibt aber auch Wege, die in mehreren Seillängen geklettert werden müssen. So z.B. der Byzantinerweg, mit seinem 20m Kriechbandquergang ein ganz besonderer Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Einige der Routen starten erst auf halber Wandhöhe auf Absätzen oder Bändern, was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Man muss sich also zuerst einmal anhand des Topos orientieren und überlegen über welche Route man dort hin kommt. Dadurch sind aber auch ganz schöne Routenkombinationen möglich.

 

Die Schwierigkeiten reichen vom unteren 3. bis zum unteren 8. Grad. Vor allem der 6., 7. und 8. Grad ist stark vertreten, wobei auch darunter sehr lohnende, oft auch längere Wege vertreten sind, die einen Besuch rechtfertigen.

Da sich die Aufstiege rings um den ganzen Fels verteilen, finden sich Routen mit jeder Exposition. Es ist also möglich zu jeder beliebigen Tageszeit Routen in der Sonne oder im Schatten zu klettern, je nach Wunsch. Der Großteil der Routen liegt in der Nord- bzw. Südwand.

Der Zustieg ist mit 25 Minuten nicht gerade kurz, dennoch sollte dies niemanden abschrecken. Denn mit dem Hundsfels wartet ein wunderschöner Pfälzer Klettergipfel, der den Vergleich mit stärker frequentierten Gipfeln im Umfeld nicht scheuen muss.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Die vorhandenen Routen sind unterschiedlich stark mit Haken ausgestattet. Zwischen keinem und 10 Haken kommt fast alles vor. Tendenziell ist es so, dass es vor allem die schweren Routen sind, in denen man auf viele Haken stößt. Je einfacher die Route umso weniger fixe Sicherungspunkte sind vorhanden. Keile, Camelots und Schlingen sind unerlässlich.

 

Routenvorschläge

  • Obere Westwand (6): Startet vom westlich vorgelagerten Absatz, auf den man beispielsweise über die erste Seillänge des Byzantinerwegs (3-) gelangt. Alternativ kann man hierhin auch über den Westlichen Riss zum Band (6) gelangen. Die Obere Westwand ist mit 2 Ringen gesichert, die weit oben stecken. Zusätzlich muss mit Friends abgesichert werden. Geboten ist hier vor allem wunderschöne, stellenweise kleingriffige Wandkletterei. Die Hauptschwierigkeiten fokusieren sich dabei auf Klettersequenzen, die immer wieder von einfacheren Passagen aufgelockert werden. Sehr schön!
  • Westlicher Riss zum Band (6): Traumhaft schöner klassischer Handriss, der mit 2 Ringen ausgestattet ist. Darüber und darunter lassen sich beliebig viele zusätzliche mobile Sicherungen legen, der Fels bietet unzählige Möglichkeiten. Die Kletterei ist an vielen Stellen abdrängend und nicht überall gutgriffig. Man braucht etwas Biss. Wenn man den hat und auf sowas steht, ist es wunderschön.
  • Byzantinerweg (3-): Was für eine Tour! Jeder sollte einmal im Leben den Byzantinerweg klettern. Die Namensgebung geht zurück auf das alte Byzanz, wo sich die Untertanen dem Kaiser nur kriechend nähern durften. In ähnlicher Haltung muss das enge, 20m lange Kriechband, welches fast die gesamte Nordwand durchzieht, zurückgelegt werden. Die Tour startet allerdings auf der Südseite, wo in leichter Kletterei ein Durchschlupf erreicht wird, der zur Nordseite und dem Beginn des Kriechbandes führt. Hier ist auch der erste Standplatz. Am Ende des Bandes sollte zum zweiten mal Stand bezogen werden. Hier befindet sich allerdings kein Haken. Dieser lässt sich aber gut mit Friends mittlerer Größe bauen. Nun geht es wieder aufrecht und senkrecht weiter, zuerst über einen breiten Riss, dann in gutgriffiger Wandkletterei zum dritten Standplatz auf dem östlich vorgelagerten Vorbau. Von hier aus geht es noch wenige Meter in einfachster Kletterei an der Südostkante zum Gipfel. Insgesamt sind 4 Haken vorhanden. Zusätzlich kommen Keile und Friends zum Einsatz. Kleiner Tipp: Diese auf dem Kriechband alle nach links hängen. Und ggf. keinen Helm anziehen, dieser könnte auf dem Kriechband hängen bleiben.
  • Nordostausstieg des Byzantinerwegs (4-): Wär's sauber, dann wär's sicher eine nette Alternative zum Originalausstieg. Letzterer ist aber so oder so schöner. Also nach dem selbst gebauten Stand eher rechts halten und nicht links Richtung Nordostausstieg.
  • Alte Südwand (4+/E1): Sehr schöne Genusstour, die sich entlang eines großen Riss-Systems, das zwischen Handriss und Körperriss variiert, bis auf den östlichen Vorbau des Hundsfels zieht. Von dort gelangt man über die letzten Meter des Byzantinerwegs zum Gipfel. Wenn man die 3 vorhandenen Ringe, die jeweils auch als Standplatz nutzbar wären, durch Friends und Hexentrix ergänzt, lässt sich die Route vernünftig absichern und genießen.
  • Neue Südwand (6): Wunderschöne Kletterei durch den großartigen Fels der zentralen Südwand. Es ist alles mögliche geboten: Unten eine herrliche Rissverschneidung zum selbst absichern, nach dem möglichen Stand auf dem Pfeilerkopf, den man auch überklettern kann, geht's in schöner Wandkletterei gut gesichert an zwei Ringen vorbei. Zuerst entlang eines schmalen Risses, dann an schönen Griffstrukturen durch die Wand. Nun erreicht man den Standplatz auf dem die Südwand durchziehenden Querband. Von dort geht's wenige Meter nach links bis zu einem Riss und an diesem entlang an tollen, riesigen Waben steil nach oben. Die Neue Südwand ist absolutes Pflichtprogramm!!!
  • Direkte Nordwand (5+/E1): Laut Topo 'sehr origineller Fels'! Diesen gibt es tatsächlich in der Route. Leider ist er derzeit auf weiten Strecken unter einem Flechten- und Moospolster versteckt. Dennoch eine empfehlenswerte Route. Geputzt ist die Kletterei sicher wunderschön. Gestartet wird nach ca. dem ersten Drittel des Kriechbandes des Byzantinerwegs (3-). Hier richtet man sich unter einem Risssystem auf und klettert ein kurzes Stück abdrängend nach oben. Schlüsselstelle ist der bauchige Bereich nach der abdrängenden Passage in den wieder flacher werdenden Bereich, der von einem Handriss durchzogen ist. Nun geht's einfacher weiter. Der Fels steilt sich aber immer mal wieder kurz auf, bietet dann aber meist sehr gute und eben originelle Griffstrukturen. Kurz nach dem Kriechband ist ein Ring vorhanden, der Rest ist selbst abzusichern.

 

Bilder

 

  • Hundsfels - Der Routenverlauf der Alten Südwand (4+/E1) - immer entlang des großen Risses
  • Hundsfels - In der Alten Südwand (4+/E1)
  • Hundsfels - In der Alten Südwand (4+/E1)
  • Hundsfels - Westlicher Riss zum Band (6)
  • Hundsfels - Obere Westwand (6)
  • Hundsfels - Die Einstiegsverschneidung in die Neue Südwand (6)
  • Hundsfels - Der Einstieg zum Byzantinerweg (3-) - Der Durchschlupf zur Nordseite und zum Kriechband befindet sich links neben dem ins Bild ragenden Ast
  • Hundsfels - Byzantinerweg (3-) - Start aufs Kriechband
  • Hundsfels - Byzantinerweg (3-) - Auf dem Kriechband
  • Hundsfelsen - Byzantinerweg (3-) - Ausstieg zum Gipfel
  • Hundsfels - Ausblick vom Gipfel - links der großen Bergkuppe der Asselstein, rechts der Trifels
  • Hundsfels - Auf dem Gipfel
  • Hundsfels - Blick auf die Neue Südwand (6) - Die Route führt über die Rissverschneidung auf den kleinen Pfeilerkopf und von dort leicht nach rechts aufwärts zum Band. Von dort etwas links und entlang des Risses nach oben.
  • Hundsfels - Neue Südwand (6) - Mittelteil der Route

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 4. Auflage 2013.

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