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Trifels (Pfalz) (DE)

  • Trifels - Alter Pfeilerweg 1. SL (6-)
Dass die Burg Trifels im Mittelalter als uneinnehmbar galt, verdankt sie u.a. der Tatsache, dass sie auf einem steilen, über 50m hohen Sockelfels erbaut wurde. Dies macht sie heute vor allem auch für Kletterer zu einem interessanten Ziel. Berühmtheit erlangte sie aber bereits als mittelalterliche Herrschaftsburg, in der über Jahrzehnte hinweg die Reichsinsignien der Staufer verwahrt wurden. Auch Richard Löwenherz stattete der Burg Trifels einen allerdings nicht ganz freiwilligen Besuch ab: Er saß hier nach dem 3. Kreuzzug als Gefangener Kaiser Heinrichs VI. in Haft.

Aufgrund der bedeutsamen Geschichte der Burg, strömen auch zahlreiche Touristen und Ausflügler hierher, die dann bereits am Zustiegsweg zur Burg über eine ganz andere Attraktion staunen: Diese merkwürdigen Menschen, die den direktesten Weg zur Burg nehmen und in steiler Felswand herumturnen. Die Kletterer. Wer also beim Klettern schon immer einmal von unbedarften Wanderern und Touristen bestaunt werden wollte, der sollte unbedingt zum Trifels kommen.

Es gibt aber auch weitere Gründe. Zum Beispiel der traumhaft kompakte und solide Fels, wie man ihn in der Pfalz nicht immer antrifft. Einige der schönsten, teilweise diffizilen Plattenklettereien der Pfalz oder für die Hartgesottenen das luftige, schwere Trifelsdach im Alten Pfeilerweg (8+/9-). Für die etwas gemäßigteren Kletterer bietet z.B. die Alte Westwand (6) wunderschöne,  klassische Wandkletterei.

Ab dem 6. Grad aufwärts sollte man aber klettern können um in den hier vorhandenen 33 Routen glücklich zu werden. Zwar gibt es den ein oder anderen 4er, 5er oder 6er, der Großteil der Kletterwege siedeln aber im 7. und 8. Grad an. Auch der 9. Grad ist vereinzelt vertreten.

Die Routen verteilen sich auf West-, Südwest- und Südostwand. Sonnige Wandpartien sollten also im gesamten Tagesverlauf zu finden sein.

 

Gestein

Sandstein

 

Absicherung

Pauschal kann hier nichts über die Absicherung gesagt werden. Einzelne Routen sind für Pfälzer Verhältnisse ganz gut mit fixem Hakenmaterial ausgestattet bzw. es stecken zumindest an den Schlüsselstellen einige Haken. Ganz ohne mobile Sicherungsmittel geht es aber eigentlich nirgendwo.

In vielen der Routen sind die Haken eher spärlich oder überhaupt nicht vorhanden.

 

Routenvorschläge

Alte Westwand (6): Großartige klassische Wandkletterei in solidem Fels. Außerdem mit 6 Haken auf gut 50m Kletterstrecke ganz gut abgesichert. Diese stecken vor allem in der schwersten, zweiten Seillänge, wo in steiler Wandkletterei auch ein abdrängendes, kleines Dach überwunden werden muss. Die erste Seillänge führt in deutlich leichterer Kletterei zuerst über eine Rampe bzw. eine schräge Riss-Schuppe zu einem Absatz mit dem Standplatz. Über die ebenso einfache, kurze dritte Seillänge, gelangt man auf den Trifelsgipfel mit schönem Ausblick auf Asselstein und Anebos. Hier warten ggf. schon wieder die Ausflügler mit dem Foto im Anschlag. Anschließend schöne Abseilfahrt.

Diagonale zum Pfeilerweg (4): Relativ einfache Route auf den Pfeilerkopf, auf dem verschiedene, andere Wege enden. Relativ einfach, da die durchweg selbst abzusicherne Route 1-2 kurze, wacklige Stellen bereithält, die ein wenig Courage fordern. Insgesamt handelt es sich aber um einen für den Grad durchaus kletterbaren, netten Weg.

Neuer Pfeilerweg (7-): Anstrengende, teils kräftig-diffizile Wandkletterei, die gespickt ist mit einigen kurzen Rissstellen. Schwere Passagen wechseln sich mit guten Ruhepunkten ab.

Alter Pfeilerweg 1. SL (6-): Wunderschöne Wand- und Risskletterei mit tollen Bewegungsabläufen. Unbedingt klettern. Die vorhandenen 3 Ringe sind gut platziert, lassen aber genügend Möglichkeiten zusätzliches Material unterzubringen.

Gesucht und Gefunden (6+/E1): Schöne, geneigte Platte, gespickt mit vielen Lettenlöchern, die einerseits dankbare Griffe darstellen, andererseits aber auch gerne Friends aufnehmen. So kann über das gänzliche Fehlen von Ringen hinweggesehen werden.

Rumpelstilzchen (7+/E2): Reibungskletterei in Perfektion: Hier kann man’s und nur wer’s kann sollte hier einsteigen.

 

Bilder

  • Die Westwand des Trifels
  • Trifels - Die Alte Westwand (6) verläuft unten rechts im Bild über die gute erkennbare Schuppe zum ersten Standplatz. Von dort schlängelt sie sich durch die Dächer im rechten Drittel des Bildes.
  • Trifels - Alte Westwand (6) - In der Schlüsselstelle der zweiten Seillänge.
  • Trifels - Am Gipfel
  • Trifels - Luftige Abseilfahrt auf den Pfeilerkopf
  • Trifels - Neuer Pfeilerweg (7-)
  • Trifels - Blick auf den Pfeilerkopf (untere Südwestwand) mit den Routen Alter Pfeilerweg 1. SL (6-) in Bildmitte entlang der Risse, etwas links davon Neuer Pfeilerweg (7-) und etwas rechts auf der Platte Gesucht und Gefunden (6+/E1).
  • Trifels - Alter Pfeilerweg 1. SL (6-)

Kletterführer/Topo

Jens Richter, Sabine Tittel: Pfalz. Klettern im Buntsandstein des Pfälzer Felsenlandes. Panico Alpinverlag. 2. Auflage 2008.

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