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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
  • Meteora (GR)
  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Stabelerturm (Vajolettürme) / Fehrmann-Verschneidung (IV+) Rosengartengruppe / Südtirol (IT)

  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - die Vajolettürme gegenüber der Terrasse der Gartlhütte - am zentralen Stabelerturm ist die Verschneidungslinie der Route zu erkennen
„Die Klettereien sind längst nicht mehr Übungstouren für Alpenfahrten, sie sind Selbstzweck geworden“ formuliert Rudolf Fehrmann über das Mittelgebirgsklettern in seiner Heimat im 1908 erschienenen, ersten Kletterführer des Elbsandsteingebirges. Dennoch war das alpine Klettern Thema. Im selben Jahr gelang der sächsischen Seilschaft Fehrmann und Perry-Smith, die sich z. B. an der Kleinen Zinne und am Campanile Basso weitere alpine Denkmale setzte, die Erstbegehung der Fehrmann-Verschneidung in der Südwand des Stabelerturms. Mit sechs Seillängen und etwa 160m Kletterstrecke zwar nur unbedeutend länger als so manche sächsische Gipfelfahrt, aber zweifelsfrei im alpinen Dolomitengelände, führt diese durch ein großes Verschneidungssystem zum höchsten Punkt.

Die Schwierigkeiten sind mit max. IV+, lediglich an einer Stelle erreicht, aus heutiger Sicht überschaubar. Die Kletterei ist aber insofern homogen, dass in nahezu jeder weiteren Seillänge mind. einmal der IV. Grad erreicht wird. Es sind aber auch leichtere Passagen vorhanden.

Die Kletterei zeichnet sich durch viele Verschneidungen, Kamine und Rinnen aus, die meist auch die anstrengendsten Stellen bzw. Schlüsselpassagen der einzelnen Seillängen darstellen. Daneben ist ab und zu geneigter oder plattiger Fels in meist einfacherem Gelände zu überwinden. Immer wieder ist die steile Südwand von Querbändern unterbrochen, auf denen sich meist die Standplätze befinden.

Fixe Zwischensicherungen sind wenige vorhanden. Ergänzend ist mobile Absicherung gefragt.

Bei der Fehrmann-Verschneidung handelt es sich um eine, auch historisch, lohnende Route, die vor allem Liebhabern klassischer Kamin- und Verschneidungskletterei Freude bereiten wird.

Der Einstieg ist am besten von der Gartlhütte (italienisch: Rifugio Re Alberto) zu erreichen. Von dort in etwa 15 min. auf offensichtlichen Pfadspuren zum Einstieg. Alternativ dienen auch die Vajolet-/Preusshütten als Unterkunft. Die Zustiegszeit erhöht sich dadurch allerdings auf knapp 1 Std.

Gartl-, sowie Vajolet- und Preusshütten sind gut aus Pera di Fassa (Ortsteil von Pozza di Fassa) zu erreichen. Von hier nimmt man einen Shuttlebus, der täglich regelmäßig zur Gardecciahütte fährt. Von dort geht es in einer knappen Stunde auf bequemem Schotterweg zu den Vajolet-/Preusshütten bzw. in einer zusätzlichen knappen Stunde steil und über felsigen Pfad (stellenweise mit Drahtseil gesichert) weiter zur Gartlhütte.

Als Abstieg vom Stabelerturm wird in der Führerliteratur vorgeschlagen zunächst nach Norden auf ein Band abzuseilen, welchem man wenige Meter in westlicher Richtung folgt bis dieses zu einer abwärts führenden Rinnenrampe wird. Über diese erreicht man abkletternd ein weiteres Band, welches nun am Ende sehr ausgesetzt in südlicher Richtung auf den eingeklemmten Block in der Scharte zwischen Stabeler- und Delagoturm führt. Von hier aus geht es mehrmals nach Süden abseilend durch die Rinne zwischen beiden Türmen zum Wandfuß und offensichtlich zurück zur Hütte. Da die beschriebene Abstiegsvariante die ein oder andere heikle, ausgesetzte Passage aufweist und ein wenig zeitaufwendiger ist, empfiehlt es sich vom südwestlichen Ende des Gipfels über den oberen Teil der Emmerich-Führe abzuseilen, sofern dort niemand klettert. Auf diesem Wege erreicht man ebenfalls die Rinne zwischen Stabeler- und Delagoturm bzw. bleibt leicht seitlich davon am Stabelerturm, wo ebenfalls Abseilstellen eingerichtet sind.

Pera di Fassa (Talort): 1326m / Gardecciahütte: 1950m / Vajolet-/Preusshütte: 2243m / Gartlhütte: 2621m / Stabelerturm: 2805m

 

Gestein

Dolomit

 

Absicherung/Material

Die Standplätze sind oft redundant mit Bohrhaken und Kette ausgestattet. Zum Teil finden sich aber auch nur zwei geschlagene Haken, die eigenständig verbunden und ggf. durch mobile Sicherungen ergänzt werden sollten.

In der Route stecken wenige Zwischensicherungen, meist Normalhaken, gelegentlich fixe Keile bzw. Sanduhren. Ansonsten ist mobile Absicherung gefragt. Je nach individuellem Sicherheitsbedürfnis sollte also eine mehr oder weniger große Auswahl an Friends, Keilen und Schlingen dabei sein.

Neben der üblichen alpinen Ausrüstung inkl. Helm und Zustiegsschuhen ist ein Halbseil notwendig.

 

Bilder

  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - die Vajolettürme gegenüber der Terrasse der Gartlhütte - am zentralen Stabelerturm ist die Verschneidungslinie der Route zu erkennen
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - am Einstieg der Route
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - im noch einfachen Gelände der ersten Seillänge
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - in der dritten Seillänge
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - Blick in die vierte Seillänge mit der Schlüsselstelle unterm Dach
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - die Schlüsselstelle in der vierten Seillänge
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - Blick aus der Kletterroute zum gegenüber liegenden Santnerpass - im Kessel liegt die Gartlhütte
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - Verschneidung in der sechsten Seillänge
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - Blick vom Gipfel zur benachbarten schmalen Gipfelschneide des Delagoturms
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - Gipfelpanorama auf dem Stabelerturm
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - Abseilstelle nach Norden vom Gipfel des Stabelerturms - alternativ kann über den oberen Teil der Emmerich-Führe abgeseilt werden
  • Stabelerturm - Fehrmann-Verschneidung (IV+) - Wolkenspiele an den Vajolettürmen

 

 

Kletterführer/Topo

Mauro Bernardi: Klettern im Rosengarten und Umgebung – Die schönsten Routen in den Dolomiten. Athesia Verlag. 2009.

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