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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
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  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Stabelerturm (Vajolettürme) / Normalweg (IV-) Rosengartengruppe / Südtirol (IT)

  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - Blick aus Richtung Santnerpass über die Gartlütte zu den Vajolettürmen - der Stabelerturm ist der mittlere der drei Türme
Der einfachste Aufstieg auf einen der drei südlichen Vajolettürme ist der 1892 vom namensgebenden H. Stabeler und H. Helversen gefundene Normalweg am mittleren der Gipfel. Mit 7 Seillängen und annähernd 200m Kletterstrecke zählt er aber mit zu den längsten Wegen an den drei Türmen. Eine weitere Besonderheit ist, dass er zunächst einige Meter durch den Fels des östlich benachbarten Winklerturms führt. Beginnend in der tiefen Schlucht zwischen beiden Türmen, durch welche die erste Seillänge führt, zieht die zweite über eine Rampe auf ein breites Felsband auf der Südseite des Winklerturms. Erst in der nun folgenden dritten Länge, geht es abenteuerlich die düstere Schlucht querend, wieder hinüber zum Stabelerturm. Nun folgt die wohl bekannteste und markanteste Passage der Route, die 1898 von Ernst Platz in einem Holzstich festgehalten wurde: ein enger Kamin hinter einem angelehnten Pfeiler. Daran anschließend zieht die Route weiter schräg durch die Südostwand nach oben und führt dabei über Platten, Verschneidungen, Bänder, Schuppen und auf den letzten Metern vorm Gipfel durch eine breite Kaminrinne. Die Kletterei kann insgesamt als sehr abwechslungsreich und genüsslich beschrieben werden.

Die Schwierigkeiten sind nicht homogen. Einfachere Passagen in griffigen, geneigten Wänden wechseln sich mit anspruchsvolleren ab, ohne aber dass jemals Langeweile aufkäme.

Die Wegführung ist in vielen Bereichen logisch, im ein oder anderen Abschnitt ist allerdings etwas Gespür gefragt, insbesondere da nicht überall Haken stecken, an denen man sich orientieren könnte. Die Felsqualität ist meist sehr gut.

Den Einstieg der Route erreicht man in knapp 20 min. von der Gartlhütte (italienisch: Rifugio Re Alberto) aus, die sich als Unterkunft anbietet. Man steigt auf offensichtlichen Wegspuren zu den gegenüberliegenden Vajolettürmen auf und quert unterhalb des Stabelerturms auf einem Band zu dessen östlichem Ende, wo die Route startet.

Als Abstieg wird in der Führerliteratur vorgeschlagen zunächst nach Norden auf ein Band abzuseilen, welchem man wenige Meter in westlicher Richtung folgt bis dieses zu einer abwärts führenden Rinnenrampe wird. Über diese erreicht man abkletternd ein weiteres Band, welches nun am Ende sehr ausgesetzt nach Süden auf den eingeklemmten Block in der Scharte zwischen Stabeler- und Delagoturm führt. Von hier aus geht es mehrmals abseilend in südlicher Richtung durch die Rinne zwischen beiden Türmen zum Wandfuß und offensichtlich zurück zur Hütte. Da die beschriebene Abstiegsvariante die ein oder andere heikle, ausgesetzte Passage aufweist und ein wenig zeitaufwendiger ist, empfiehlt es sich vom südwestlichen Ende des Gipfel über den oberen Teil der Emmerich Führe abzuseilen, sofern dort niemand klettert. Auf diesem Wege erreicht man ebenfalls die Rinne zwischen Stabeler- und Delagoturm bzw. bleibt leicht seitlich davon am Stabelerturm, wo ebenfalls Abseilstellen eingerichtet sind.

Zur Gartlhütte gelangt man am besten von Pera di Fassa aus (Ortsteil von Pozza di Fassa). Von dort fährt regelmäßig eich Shuttlebus zur Gardecciahütte. Ab hier erreicht man die Gartlhütte zunächst über einen guten Schotterweg bis zu den Vajolet-/Preusshütten und ab dort über einen steilen, felsigen Pfad (teilweise mit Drahtseil abgesichert) in knapp 2 Std.

Pera di Fassa (Talort): 1326m / Gardecciahütte: 1950m / Vajolet-/Preusshütte: 2243m / Gartlhütte: 2621m / Stabelerturm: 2805m

 

Gestein

Dolomit

 

Absicherung/Material

Die Absicherung gestaltet sich, neben gelegentlich steckenden geschlagenen Haken auf weiten Strecken gut mit mobilen Sicherungsmitteln. Einfache Abschnitte können oft auch ohne Zwischensicherungen gegangen werden. Friends, Keile und Schlingen sind je nach Sicherheitsbedürfnis in unterschiedlich großer Auswahl notwendig.

Auch an Standplätzen, die unterschiedlich gut ausgerüstet sind, kann es hier und da sinnvoll sein mobil zu ergänzen bzw. auch mal komplett eigenständig zu bauen, wenn z.B. Seillängen oder Passagen zusammenhängend geklettert werden.

Ansonsten ist selbstverständlich ein Halbseil, Helm und Schuhe für Zu- und Abstieg obligatorisch.

 

Bilder

  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - Blick aus Richtung Santnerpass über die Gartlütte zu den Vajolettürmen - der Stabelerturm ist der mittlere der drei Türme
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - dritte Seillänge - Querung der Schlucht vom Winklerturm zum Stabelerturm
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - der angelehnte Pfeiler in der vierten Seillänge
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - im oberen Teil der Route
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - Blick in den Kessel mit der Gartlhütte - rechts die Ostseite der Laurinswand, die links vom Santnerpass begrenzt wird
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - Verschneidung im letzten Routenabschnitt - der Gipfel ist schon in Sichtweite
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - kurz vorm Gipfel
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - Standplatz an Friends und geschlagenen Haken
  • Stabelerturm - Normalweg (IV-) - Ausblicke im Routenverlauf

 

 

Kletterführer/Topo

Mauro Bernardi: Klettern im Rosengarten und Umgebung – Die schönsten Routen in den Dolomiten. Athesia Verlag. 2009.

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