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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
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  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Delagoturm (Vajolettürme) / Preuß/Delago/Piaz-Führe (IV+) Rosengartengruppe / Südtirol (IT)

  • Delagoturm (Vajolettürme) - Preuß/Delago/Piaz-Führe (IV+) - Delago- und Stabelerturm (v.l.n.r.) - im rechten Teil des Delagoturms ist das Riss-/Kaminsystem zu erkennen, an dem sich die Route orientiert
Preuß, Delago und Piaz: große Namen! Und alle drei haben ihren Anteil zu diesem Weg geleistet. Der Turm selbst wurde bereits 1895 vom namensgebenden Hermann Delago erstbestiegen. Die hier beschriebene Routenkombination, die auf Teilen dem Erstbegehungsweg folgt, wurde in mehreren Etappen bis ins Jahre 1911 von den genannten Protagonisten erschlossen. Chronologisch zuletzt die ersten beiden Seillängen, von Paul Preuß und Paul Relly. Davor bereits die dritte Seillänge von Hermann Delago und der Gipfelkamin von Tita Piaz.

Insgesamt handelt es sich beim hier beschriebenen Weg um eine Führe durch die Südwand des Turms, die einem mächtigen Kamin- und Risssystem folgt. Entsprechend charakterisiert sich auch die Kletterei: durchgängig anspruchsvolle Riss-, Kamin- und Verschneidungskletterei in hochklassischem Ambiente. Direkt am Einstieg geht's los mit einem abweisend wirkenden, abdrängenden Risskamin, der sich allerdings besser löst als es zunächst wirkt. Danach geht’s nach rechts über eine Platte zum Stand auf einem Absatz. Hier schließt sich direkt ein ausdauernder, breiter Riss an, der bis zum nächsten Band und Standplatz erneut vollen Einsatz fordert. Es geht ähnlich fordernd weiter: Die dritte Seillänge startet mit einem engen, glatten Kamin. Und in der vierten Seillänge – alternativ kann über die letzte Seillänge der Piaz-Kante ausgestiegen werden – geht’s nach einer Verschneidung erneut im engen Ausstiegskamin zum Gipfel. Jede Seillänge erreicht mindestens in einer Passage den oberen 4. Grad und meist sind die restlichen Meter nur unbedeutend einfacher. Die Kletterei kann also als recht homogen beschrieben werden. Durch die relative Kürze der Route mit nur 4 Seillängen auf etwa 130m Kletterstrecke sollte man sich nicht täuschen lassen. Für die durchweg anspruchsvolle Kletterei muss viel Einsatz und ggf. mehr Zeit einkalkuliert werden als es den Anschein macht. Insbesondere wenn breite Schulter-, Körperrisse und Kamine nicht zu den eigenen Stärken zählen. Dann kann die gefühlte Bewertung der einzelnen Seillängen auch deutlich über den nominellen Schwierigkeiten liegen.

Dennoch: Wer diese Art der Kletterei mag, dem sei die Route wärmstens empfohlen. Am Gipfel wird man sicher tief befriedigt die grandiose Aussicht genießen.

Der Abstieg gestaltet sich recht einfach. Am ostseitigen Ende des schmalen Gipfels findet man eine Abseilstelle, die in die Scharte zwischen Delago- und Stabelerturm führt. Am eingeklemmten Block, den man nach ein- oder zweimaliger Abseilfahrt erreicht (je nach Länge des Seils), geht es dann abseilend in südlicher Richtung weiter durch eine Rinne, die zum Wandfuß in unmittelbarer Nähe des Routeneinstiegs führt.

Als Unterkunft bietet sich die optimal gelegene Gartlhütte (italienisch: Rifugio Re Alberto) an. Von dieser erreicht man den Einstieg in etwa 15 min. Zur Hütte selbst gelangt man am einfachsten von Pera di Fassa (Ortsteil von Pozza die Fassa) aus. Vor hier fährt mehrmals täglich ein Shuttlebus bis zur Gardecciahütte. Ab hier geht es zu Fuß in knapp 2 Std. weiter. Zunächst auf gutem Weg bis zu den Vajolet-/Preusshütten, und ab dort steil über einen stellenweise mit Drahtseil ausgerüsteten Steig zur Gartlhütte.

Pera di Fassa (Talort): 1326m / Gardecciahütte: 1950m / Vajolet-/Preusshütte: 2243m / Gartlhütte: 2621m / Delagoturm: 2790m

 

Gestein

Dolomit

 

Absicherung/Material

Zur Absicherung dienen gelegentlich steckende Normalhaken. Weite Strecken müssen jedoch mobil abgesichert werden. Insbesondere in den Riss-Seillängen sind vor allem große Friends nötig. Ein umfassendes Sortiment (große Größen ggf. doppelt), auch an Keilen und Schlingen sind obligatorisch.

Die ersten beiden Standplätze sind mit redundanten Bohrhaken und Kette perfekt eingerichtet. Am dritten Standplatz stecken geschlagene Haken.

 

Bilder

  • Delagoturm (Vajolettürme) - Preuß/Delago/Piaz-Führe (IV+) - Delago- und Stabelerturm (v.l.n.r.) - im rechten Teil des Delagoturms ist das Riss-/Kaminsystem zu erkennen, an dem sich die Route orientiert
  • Delagoturm (Vajolettürme) - Preuß/Delago/Piaz-Führe (IV+) - am Einstieg mit Blick in die Route - zentral im Bild das riesige Riss-/Kaminsystem, durch das die Route führt - rechts davon die Abseilrinne zwischen Delago- und Stabelerturm
  • Delagoturm (Vajolettürme) - Preuß/Delago/Piaz-Führe (IV+) - in der zweiten Seillänge - die letzten Meter nach dem im Bild nicht mehr erkennbaren anspruchsvollen Riss sind etwas einfacher
  • Delagoturm (Vajolettürme) - Preuß/Delago/Piaz-Führe (IV+) - Start in die dritte Seillänge - unten breiter Schulterriss, weiter oben enger Kamin
  • Delagoturm (Vajolettürme) - Preuß/Delago/Piaz-Führe (IV+) - die Vajolettürme über der Gartlhütte vom Santnerpass aus betrachtet

 

 

Kletterführer/Topo

Mauro Bernardi: Klettern im Rosengarten und Umgebung – Die schönsten Routen in den Dolomiten. Athesia Verlag. 2009.

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