background
logotype
  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
  • Meteora (GR)
  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Rosengartenspitze / Normalweg (III+) Rosengartengruppe / Südtirol (IT)

  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - die schwere Stelle (III) im Nordgrat, in der man das Seil noch einmal auspacken sollte
1874 erreichte der Bergführer F. Devouassoud gemeinsam mit den Briten C.C. Tucker und T.H. Carson erstmalig den Gipfel der Rosengartenspitze. Ost- und Nordseitig bildet das dreigipflige Massiv gewaltige, abweisende Mauern. Auf der Westseite jedoch ermöglicht die Westrinne, die zu einer Einschartung, der Normalwegscharte, führt und der sich daran anschließende Nordgrat, eine logische, zu damaligen Zeiten gangbare Linie, die sich die Erstbegeher zu eigen machten.

Die ersten beiden Seillängen folgen der Westrinne, die hier max. den oberen 3. UIAA Grad erreicht. Hier ist schöne, kaminartige Kletterei und anschließend fast schon Gehgelände in der Rinne geboten. Nach Regenfällen kann es hier noch etwas feucht sein, was aber aufgrund der geringen Schwierigkeiten kaum problematisch ist. Anschließend zieht der Weg in einem weiten Linksbogen aus der Rinne heraus, die erst kurz vorm Erreichen der Normalwegscharte am Ende der 5. Seillänge wieder erreicht wird. Er führt zunächst über gut strukturierten, geneigten Fels und orientiert sich dann in einem Quergang über eine Rampe wieder zurück zur Ausstiegsverschneidung der Rinne. In diesen drei Seillängen wird nur noch gelegentlich der 3. Grad erreicht. Ab der Normalwegscharte kann ostseitig des Grates zunächst seilfrei bzw. am kurzen Seil über Schrofen und kurze Aufschwünge (I./II. Grad) weiter geklettert werden. Nur in einer Passage, einer sich im Gratverlauf aufsteilenden Platte wird noch einmal kurz der 3. Grad erreicht. Hier sollte ggf. noch einmal gesichert werden bevor weiter über gestuftes Geläde der aussichtsreiche Hauptgipfel erreicht wird. Dieser wird links und rechts, durch gewaltige Kessel getrennt, von Nord- und Südgipfel eingerahmt.

Sichert man ab der Normalwegscharte durch ergeben sich zusätzlich zu den 5 Seillängen bis zur Scharte etwa 5 weitere plus 55m Gehgelände bis zum Gipfel.

Der Abstieg erfolgt zunächst abkletternd auf dem Aufstiegsweg. Am plattigen Aufschwung im Nordgrat kann abgeseilt werden. An der Normalwegscharte geht man nun allerdings ostseitig vorbei. Nach etwa 100m erreicht man eine weitere Scharte, an der man auf die Westseite wechselt und dort über ein kurzes, ausgesetztes Band eine Abseilstelle erreicht. Hier 15m abseilen bis auf eine lange, abwärts führende Rampe. Diese entweder abklettern oder über weitere, vorhandene Abseilstellen zeitaufwändiger abseilen, bis der untere Teil der Normalwegrinne erreicht wird. Hier über die ersten beiden Seillängen zum Wandfuß abseilen.

Der Zustieg von der Gartlhütte (italienisch: Rifugio Re Alberto), die sich hervorragend auch als Stützpunkt für die Vajolettürme eignet, dauert etwa 20 min. und führt über den Santnerpass. Alternativ kann der Einstieg auch von Westen her über die Kölner Hütte und den Santnerpass-Klettersteig erreicht werden. Zur Gartlhütte gelangt man von Pera di Fassa (Ortsteil von Pozza di Fassa) aus mit einem Shuttlebus, der bis zur Gardecciahütte fährt. Von hier geht’s in etwa 2 h zu Fuß weiter. Zunächst über einen breiten Fahrweg, der bis zu den Vajolet-/Preuss-Hütten führt. Von hier steil und z.T. drahtseilversichert durch die Rinne zwischen Nordostwand der Rosengartenspitze und den Vajolettürmen.

Der Normalweg auf die Rosengartensitze ist eine lohnende, klettertechnisch meist einfache Route auf einen der schönsten und imposantesten Gipfel der Rosengartengruppe. Bis zum Gipfel ergibt sich eine Kletterstrecke von etwa 350m. Wenn diese auch nicht sehr homogen sind, so bieten Sie dennoch genussreiches Steigen auf historischen Pfaden. Die Wegfindung ist mit ein klein Wenig alpinem Spürsinn kein Problem, da die Route auf weiten Streken einer logischen, markanten Linie folgt.

Pera di Fassa: 1326m / Gardecciahütte: 1950m / Vajolet-/Preusshütte: 2243m / Gartlhütte: 2621m / Santnerpass: 2734m / Hauptgipfel: 2981m

 

Gestein

Dolomit

 

Absicherung/Material

Im unteren Teil der Route stecken gelegentlich geschlagene Haken. Mobile Sicherungen (Friends, Keile, Schlingen) lassen sich als Ergänzung gut legen und sollten zur Grundausstattung gezählt werden.

Die Standplätze in der Westrinne sind gut eingerichtet, einmal muss ein Köpfle bzw. eine Sanduhr verwendet werden. Am Nordgrat müssen die Standplätze eigenständig gebaut werden, sofern man hier noch sichert.

Neben der üblichen alpinen Ausrüstung inkl. Halbseil und Helm ist gutes Schuhwerk für Zu- und Abstieg gefragt.

 

Bilder

  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - links die Westrinne, die zur Normalwegscharte führt, rechts von dieser schließt sich der Nordgrat an
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - die Westrinne
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - die ersten Meter der Westrinne in Seillänge 1
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - die letzten Meter der dritten Seillänge
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - Blick von der Normalwegscharte in die Route und auf die Santnerpasshütte
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - die letzten Meter zur Normalwegscharte führen durch eine grifige Verschneidung
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - nach der Normalwegscharte geht es in einfachem Gelände seilfrei oder am kurzen Seil weiter
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - Blick vom Nordgrat zurück zur Normalwegscharte
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - die schwere Stelle (III) im Nordgrat, in der man das Seil noch einmal auspacken sollte
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - am Gipfel
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - Gipfelpanorama
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - Ausblick vom Gipfel
  • Rosengartenspitze - Normalweg (III+) - Abstieg zurück zur Normalwegscharte bei aufziehendem Nebel

 

 

Kletterführer/Topo

Mauro Bernardi: Klettern im Rosengarten und Umgebung – Die schönsten Routen in den Dolomiten. Athesia Verlag. 2009.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

2020  © magnesiumcarbon.at - Das Freikletterportal
Impressum