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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
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  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Diedro Martini (VI+) / Cima alle Coste / Arco / Sarcatal (IT)

  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Impressionen am Standplatz
Die etwa 750m hohe Cima alle Coste liegt wenige Kilometer nördlich von Arco im Sarcatal. Sie ist gegliedert in eine hohe senkrechte Südwand, die wenige sehr abenteuerliche, alpine Wege zu bieten hat, sowie die östlich ausgerichteten übereinander liegenden Lo Scudo, L'Antiscudo und Zentraler Sektor (Ostwand). Während in den unteren, plattigen Wandbereichen (L'Antiscudo, Lo Scudo) hauptsächlich sehr gut mit Bohrhaken abgesicherte Mehrseillängen vorherrschen, findet man im Zentralen Sektor, der durch Lo Scudo und der darüberliegenden senkrechten Ostwand gebildet wird, klassische, alpine Wege. Einer davon ist die 1972 erstbegangene Diedro Martini, die auf 500m Kletterstrecke und ca. 16 Seillängen die Wand auf einer logischen Linie durchzieht. In der unteren Hälfte führt die Route durch die große Verschneidung, welche die Südwand mit den Plattenfluchten des Lo Scodo bildet. Diese große Verschneidung nutzt auch die aus historischer Sicht bedeutsame, aber im oberen Teil heute kaum noch begangene, Via Steinkotter, die erste Route in dieser Wand. Während diese ab dem breiten Grasband auf etwa halber Wandhöhe nach rechts in die Südwand abzweigt, zieht die Diedro Martini, nachdem das Grasband in einigen Seillängen mit leichten Steilaufschwüngen und Gehpassagen überwunden ist, durch die nun senkrechte Ostwand. Damit ändert sich im zweiten Teil der Route auch der Charakter der Kletterei. Während unten in der großen Verschneidung hauptsächlich geneigte Reibungskletterei vorherrscht, die weitestgehend im 4. UIAA Grad bleibt, wird die Kletterei nun steiler und schwerer.

Man bewegt sich nun bis zum Ausstieg anhaltend im 5. und 6. Grad. Der weitere Wegverlauf ist geprägt von verschiedenen Verschneidungs-, Riss- und kleinen Kaminsystemen, beinhaltet aber auch einige Wandpassagen. Besonders markant und schön ist die lange Rissverschneidung mit der Schlüsselstelle sowie eine wunderschön-henklige, schräg nach oben ziehende abgesprengte Felsschuppe, an der man sich nahezu eine komplette Seillänge nach oben hangelt und im oberen, steiler werdenden Teil piazt. Eindrücklich sind auch die beiden Quergänge, mit welchen die sperrenden Dachriegel umgangen werden. Vor allem in diesen Bereichen ist man sehr ausgesetzt.

Die Felsqualität der Route ist insgesamt gut bis in Ordnung. In vielen Bereichen klettert man in sehr solidem Fels. Dennoch bleiben Passagen in brüchigem Fels, hohl klingende Schuppen, Geröllbänder oder auch sandig-schmutziger bzw. bewachsener Fels in dieser Wand nicht aus. Vor allem dort ist solides, umsichtiges Klettern gefragt.

Die Diedro Martini ist eine sehr lohnende Route für Kletterer, die den Schwierigkeiten und Ansprüchen des Weges gewachsen sind. Aufgrund der hier und da heiklen Absicherung, der Länge und des alpinen Charakters, sollte man sich seiner Sache einigermaßen sicher sein und genügend Zeitressourcen einkalkulieren. Ein Rückzug aus der Route wird mit zunehmender Höhe immer schwieriger und wird nicht ohne das Zurücklassen eigenen Materials möglich sein, sofern man nicht an einzelnen geschlagenen Haken abseilen möchte.

Man parkt beim kleinen Lago Bagattoli, auf einem Forstweg der einige hundert Meter nördlich von Dro schräg gegenüber einer Tankstelle von der Straße nach Sarche abzweigt. Zum Einstieg benötigt man dann etwa 45 min. Zuerst über bequeme Forstwege, später über steile Pfade zum Wandfuß.

Nach dem Ausstieg bewegt man sich zunächst kurz auf Pfadspuren in westliche Richtung. Nach wenigen Metern trifft man auch einen Forstweg. Diesem folgt man nach Süden, später nach Südwesten. An einer Kreuzung auf einem Bergrücken bergab Richtung Dro und auf den schmalen Wanderweg 425 nach Dro abzweigen.

 

 

Gestein

Kalk

 

 

Absicherung/Material

Die Diedro Martini ist eine anspruchsvolle, alpine Kletterroute. Die Absicherung und Absicherungsmöglichkeiten sind stellenweise etwas heikel. Vorhanden sind regelmäßig Normalhaken, zwischen denen allerdings auch mal größere Strecken liegen. Sie sind oft älteren Datums wirken aber überwiegend recht solide. Gelegentlich ist auch mal ein alter Bohrhaken vorhanden. Die Absicherung kann und muss in einigen Passagen durch Keile und Friends ergänzt werden, es sind aber auch immer wieder obligatorisch zu kletternde Stellen zu überwinden. Die Standplätze sind als solche nicht immer klar identifizierbar und müssen ergänzt werden. Oft bestehen sie aus Normalhaken, Baum- oder Klemmblockschlingen bzw. aus Kombinationen daraus. Manchmal ist auch mal ein alter Bohrhaken dabei. Teilweise sind diese bereits mit alten Reepschnüren verbunden, man sollte aber auch in vielen dieser Fälle zusätzlich mit eigenem Material nachbessern. Kompetenzen im Standplatzbau auch mit ergänzendem mobilem Material, sowie Ausgleichsverankerung mit mehreren Fixpunkten sollte man mitbringen.

Neben Halbseil, Helm und üblicher Kletterausrüstung sind mehrere Bandschlingen, sowie ein kompletter Satz Keile und Friends notwendig. Für Zu- und Abstieg festes Schuhwerk.

 

 

Bilder

 

  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Die Cima alle Coste mit der Diedro Martini. Sie führt etwa in Bildmitte durch die große Verschneidung, welche die Ostwand von der Südwand trennt.
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Plattenkletterei entlang der riesigen Verschneidung im unteren Teil der Route
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Im Mittelteil der Route. Blick in die hohe, senkrechte Südwand.
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Blick in den oberen Abschnitt der Route. Nach den 2 kleinen Dächern in der Mitte des untern Bilddrittels folgt die Diedro Martini der Rissverschneidung bis zum nächsten markanten Dachsystem. Dieses wird links umgangen. Über eine Kaminverschneidung und eine herrliche schräg nach oben ziehende Schuppe wird das letzte sperrende Dach erreicht, das ebenfalls links umgangen wird.
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Im einfachen Mittelteil mit den Grasbändern und den kurzen Felsriegeln
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Blick vom Standplatz in die nächste Seillänge mit der markanten Piazschuppe entlang der Verschneidung und dem ersten sperrenden Dachsystem.
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Aussicht und Tiefblick von einem der ausgesetzten Standplätze im oberen Routenteil
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Impressionen am Standplatz
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - Die herrliche, griffige Schuppe kurz vorm letzten Dach bietet wunderschöne Klettermeter
  • Cima alle Coste - Diedro Martini (VI+) - In den letzten Seillängen bewegt man sich zum Teil in senkrechtem, sehr ausgesetztem Gelände

 

 

 

Kletterführer/Topo

Diego Filippi: Hohe Wände bei Arco – Klassische und moderne Routen im Sarcatal. 3. Ausgabe Mai 2013. Versante Sud Verlag.

 

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