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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
  • Meteora (GR)
  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Fünffingerspitze/Daumen Nordkante (IV) Sellapass/Langkofelgruppe/Südtirol (IT)

  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - Panorama mit Vogel, im Hintergrund Grohmannspitze, Fünffingerspitze und Langkofel (v.l.n.r.)
Die vom mächtigen Langkofel und der Pyramide der Grohmannspitze eingerahmte Fünffingerspitze ist eine der imposantesten Erscheinungen im Gipfelrund um das Sellajoch. Und mit der Daumenkante klettert man laut Führerautor Mauro Bernardi die schönste und luftigste Felskante der Grödner Dolomiten. Diese Aussage allein ist schon Anreiz genug für eine Begehung – der Anblick der Daumenkante sowieso.

Schaut man aus der Ferne auf die Schneide der Nordkante, glaubt man kaum, dass hier ein Weg hochzieht, der max. den IV. UIAA Grad erreicht. Doch der scharf geschnittene, steile Grat bietet genüssliche, aber ausgesetzte Kletterei mit atemberaubenden Tief- und Ausblicken und wird nach einer Einstiegsseillänge Wandkletterei und einer einfachen, seilfrei oder am kurzen Seil zu begehenden breiten Rampe erreicht. Inklusive dieser etwa 100m Gehpassage ergeben sich etwa 350 Klettermeter und 8 Seillängen. Die Kletterschwierigkeiten bleiben dabei, bis auf die eingangs erwähnte Rampe, konstant im III. bis IV. Grad. Die Felsqualität ist in allen Bereichen hervorragend.

Der Zustieg erfolgt am einfachsten mit der Seilbahn vom Sellajoch in die Langkofelscharte. Von der dort liegenden Toni Demetz Hütte, die ggf. auch als Unterkunft dienen kann, sofern man mehrere hier liegende Routen klettern möchte, erreicht man in wenigen Minuten den Einstieg. Mit mehr Zeitaufwand wäre die Scharte auch zu Fuß über die steilen Serpentinen unterhalb der Seilbahn zu erreichen.

 

All diesen Begebenheiten ist es zu verdanken, dass man selten alleine sein wird in dieser großartigen Route. Vielmehr herrscht meistens Hochbetrieb. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Die traumhafte Himmelsleiter ist eine der lohnendsten Routen in den Grödner Dolomiten.

 

Der Abstieg vom scharf geschnittenen Daumengipfel erfolgt durch 2-maliges Abseilen in die Daumenscharte. Von hier aus steigt bzw. klettert man eigentlich über den Normalweg der Fünffingerspitze (III+) ab. Einzelne Stellen können abgeseilt werden. Hierzu steigt man zunächst ein Stück weit die Rinne zwischen Daumen und Zeigefinger ab und erreicht die erste von 2 Abseilstellen. Nach diesen quert man kletternd nach links und folgt weiter dem Normalweg bis man weitere Abseilstellen erreicht, die über die Nordwand zum Wandfuß leiten. Da diese im Führer beschriebene Abstiegsvariante nicht ganz einfach zu finden ist und außerdem seilfreies Abklettern in z.T. ausgesetztem Gelände voraussetzt (sofern man nicht zeitaufwendig sichert), bietet sich folgende Alternative: Nach den zwei Abseilstellen unterhalb der Daumenscharte führt eine Abseilpiste weiter durch die Rinne/Schlucht nach unten bis zum Wandfuß der Ostwand. Die Wegfindung ist hier kein Problem. Allerdings setzt man sich damit je nach Verhältnissen und Andrang ggf. hoher Steinschlaggefahr aus. Denn in der Rinne liegt viel loses Geröll, welches oft schon durchs Seilabziehen die Rinne hinunterpoltert. Befinden sich mehrere Seilschaften abseilend in der Schlucht, erhöht sich diese Gefahr natürlich. Welche Abstiegsvariante man wählt sollte daher jeder eigenverantwortlich entscheiden.

 

Zur Begehung sollten etwa 3 Std. Kletterzeit (vom Einstieg bis zum Gipfel) kalkuliert werden. Der Zustieg fällt dank Seilbahn und dem nur kurzen Fußweg von der Bergstation kaum ins Gewicht. Für den Abstieg bis zum Wandfuß sollten aber mind. 1,5 Std. und etwa 1 weitere für den Rückweg zum Sellajoch veranschlagt werden.

 

Sellajochhaus (Parkmöglichkeit und Talstation der Gondelbahn): 2180m / Langkofelscharte (Bergstation der Gondelbahn und Toni Demetz Hütte): 2685m / Gipfel (Daumen der Fünffingerspitze): 2953m

 

 

Gestein

Dolomit

 

 

Absicherung/Material

Die Standplätze und Zwischensicherungen sind von unterschiedlicher Beschaffenheit. Oft geschlagene, zum Teil auch einzementierte Normalhaken. Zwischensicherungen sind rar und müssen bei Bedarf mobil ergänzt werden. Dabei bieten sich vor allem Zackenschlingen an. Keile und Friends lassen sich nur gelegentlich unterbringen.

 

Außerdem notwendig ist ein Halb- oder Zwillingsseil, Steinschlaghelm und gutes Schuhwerk für Zu- und Abstieg.

 

 

Bilder

 

  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - die Fünffingerspitze, rechts die Kante, die den Routenverlauf vorgibt
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - Einstieg (etwa in Bildmitte), Rampe nach rechts und der scharfe Grat der Nordkante
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - am Einstieg
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - Ende der ersten Seillänge und Beginn der Rampe
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - am Grat im unteren Teil der Route
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - Standplatzpanorama
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - im Mittelteil der Route
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - sehr luftig auf Messers Schneide im oberen Bereich der Kante
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - am Gipfel, bunter Dolomitenstand
  • Fünffingerspitze - Daumen Nordkante (IV) - Panorama mit Vogel, im Hintergrund Grohmannspitze, Fünffingerspitze und Langkofel (v.l.n.r.)

 

 

 

 

Kletterführer/Topo

Mauro Bernardi: Klettern in Gröden und Umgebung – Die schönsten Routen in den Dolomiten (Band 1). Athesia Verlag. 5. Auflage 2012.

 

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