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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
  • Meteora (GR)
  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Meteora (GR)

  • Ausblick in die Westgruppe vom Gipfel des Doupiani
Laut Kletterführer von Lothar Stutte & Dietrich Hasse wird Meteora von Bergrsteigern besucht, nicht etwa von Kletterern. Dies ist bezeichnend für den Charakter der hier vorherrschenden Kletterei. Vereinzelt finden sich durchaus kurze Routen mit Hakenabständen, die dem modernen Sportklettern entsprechen, der weitaus größte Teil der Kletterwege haben aber alpinen Anspruch, sprich: Mehrseillängen mit oft sehr großen Hakenabständen.

Die beiden Sachsen waren aber bei weitem nicht die ersten Bergsteiger in Meteora. Denn bereits vor mehreren Hundert Jahren wurden die freistehenden Felstürme bzw. in den Wänden liegende Höhlen als Eremitagen bzw. als Standorte für erste Klostereinrichtungen genutzt. Schriftliche Zeugnisse belegen, dass die größte Anzahl der Klöster bereits im 14. Jahrhundert gegründet wurden. Andere teilweise ungesicherte Überlieferungen zu Klöstern und Eremitagen gehen sogar noch viel weiter zurück, sodass davon ausgegangen werden kann, dass einige Felstürme bereits ab dem 9. Jahrhundert bestiegen wurden.

Steht man vor den Meteora-Felsen und den noch heute genutzten Klöstern, kann man kaum glauben wie die Gipfel bereits vor so langer Zeit erreicht werden konnten. Man geht davon aus, dass schon damals Kletterstellen im 5. UIAA Grad frei geklettert wurden. Daneben kamen natürlich auch verschiedene technische Hilfsmittel zum Einsatz: In den Fels geschlagene Tritte & Pfade, Strickleitern u. ä. Einige der Klöster konnten bis vor ein paar Jahrzehnten nur über solche Leiter- oder Seilwindenkonstruktionen erreicht und versorgt werden.

  • Seilschaft in der Südwestkante des Heiliggeistwächters
Mehr über den geschichtlichen Hintergrund der Gegend findet sich u.a. im ersten Band des unten aufgeführten Kletterführers von Stutte & Hasse.
Landschaftlich bietet Meteora ein einzigartiges Bild. Zwar liegt das Pindos-Gebirge im Westen in Sichtweite, doch die teilweise bis über 300m aufragenden Konglomerattürme erheben sich relativ freistehend aus mehr oder weniger ebener Erde und bieten einen gigantischen Anblick. Aus einiger Entfernung betrachtet wirken die Wandfluchten kaum bekletterbar bzw. lassen hohe Schwierigkeiten vermuten. Die durch das Kieselkonglomerat gebildete Feinstruktur erlaubt aber auch die Begehung recht steil und strukturlos wirkender Wandpartien ohne dass man dabei auf zu hohe Schwierigkeitsgrade trifft.
Die Anreise gestaltet sich mit dem Flugzeug am einfachsten. Günstig liegt der Flughafen von Thessaloniki. Von hier geht es in etwa 3 Autostunden nach Kalambaka bzw. Kastraki. Mietwagenstationen finden sich direkt am Flughafen, eine vorherige Reservierung ist zu empfehlen. Möglich ist es auch die Strecke zwischen Flughafen und Meteora mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen (Zug & Bus). Vor Ort ist ein Auto nicht zwingend notwendig, je nach Unterkunft sind die Hauptgruppen der Felsen in ca. 5 bis 60 Minuten zu Fuß zu erreichen.
Als Unterkunft bietet Kastraki bzw. Kalambaka mehrere Campingplätze. In Kastraki z.B. Camping Vrachos, Camping The Cave Boufidis. Daneben finden sich in beiden Orten eine Vielzahl Guest Houses und Hotels, wo man teilweise zu günstigen Preisen unterkommen kann. Direkt an der Kirche in Kastraki und damit sehr zentral liegt beispielsweise das empfehlenswerte Guest House Plakias mit der Taverna Gardenia (www.meteora-plakias.gr). Das Haus bietet saubere Zimmer inkl. Frühstück in familiärer Atmosphäre sowie warme Mahlzeiten in der dazugehörigen Taverne. Kletterer erhalten oft recht günstige Preise, z.B. Doppelzimmer mit Frühstück: 40,- Euro.
Für Nord-, West- und den westlichen Teil der Südgruppe bietet sich eher Kastraki als Unterkunftsort an, für den östlichen Teil der Südgruppe (Bantowafels, Große Heilige, Alyssos) sowie die Ostgruppe liegt Kalambaka günstiger.
Neben den zahlreichen Hotels bieten beide Orte viele Tavernen und Restaurants, wo man u.a. die landestypische Küche zu kleinen Preisen genießen kann. Tipp: Unbedingt den Fried Feta in der Taverna Oanifros schräg gegenüber des Guest House Plakias probieren!
Beste Reisezeit für Meteora ist die Osterzeit. Im Winter wird es oft empfindlich kalt, im Sommer ist es meist zu heiß zum klettern. Im Herbst sind die Temperaturen ebenfalls angenehm, allerdings ist dann das Niederschlagsrisiko höher.
  • Impressionen - Am Doupiani. Blick in die Westgruppe.

 

Gestein

Sandstein-Konglomerat

 

Absicherung/Material

Wie oben bereits angeklungen ist die Art und Weise der Absicherung im gesamten Gebiet geprägt durch die Kletterethik des Elbsandsteingebirges, der Herkunft der beiden Haupterschließer Stutte & Hasse. Es sind zwar durchaus auch mal Routen bzw. Passagen mit kurzen Hakenabständen zu finden (oft die Schlüsselstellen), im Hauptteil der Kletterwege müssen allerdings oft recht große Hakenabstände überwunden werden. 10 Meter sind hier keine Seltenheit. Hinzu kommt, dass durch die Struktur des Gesteins häufig keine mobilen Sicherungen gelegt werden können. Daher sind viele Stellen obligatorisch zu klettern.
Die Qualität, der eher sparsam gesetzten Haken und Standplätzen ist allerdings sehr gut. Hier werden Bohrhaken verschiedenen Typs verwendet. An Standplätzen teilweise einzelne, große, zementierte Ringhaken oder redundante Stände mit jeweils 2 nicht verbundenen Klebehaken.
An den Stellen, wo doch mobiles Material zum Einsatz gelangen kann, sind es oft Schlingen, mit denen Bäumchen oder größere, herausstehende Kiesel abgebunden werden können. Letzteres hört sich für Gebietsfremde erstmal abenteuerlich an, funktioniert aber oft hervorragend. In manchen Touren lassen sich gelegentlich auch Friends bzw. Keile legen.
Neben einer größeren Anzahl Schlingen verschiedener Längen sowie ausreichend Karabinern empfiehlt es sich also durchaus einen Satz Friends und Keile mitzubringen.
Daneben ist ein Helm absolut obligatorisch, da auf den Absätzen und den ausgewaschenen Höhlenbereichen, die viele Wände aufweisen, immer lose Steine liegen.
Es empfiehlt sich die Touren mit Halbseil zu klettern. Zum einen handelt es sich größtenteils um Mehrseillängenrouten, zum anderen müssen oft größere Strecken abgeseilt werden.

 

Doupianifels: Südweg Variante über den Felsrücken (III) 4 SL + Gehgelände / 150m

Beschreibung

Bei der Variante über den Felsrücken steigt man zuerst ohne Seilsicherung gut 150m in gestuft-geneigtem Gehgelände zum 1. Standplatz empor. Von dort wird eine kurze Passage über eine geneigte, von gut-griffigen, groben Kieseln durchsetzte Platte geklettert. Erneut gefolgt von ca. 70m Gehgelände über leicht geneigte Platten. Anschließend steigt man über ein sich etwas aufsteilendes Rinnensystem aus. Der restliche Weg zum Hauptgipfel kann dann wieder seilfrei gegangen werden (ca. I).

Abstieg

Vom Gipfel zu Fuß zurück zum letzten Standplatz absteigen und zuerst über das Rinnensystem ca. 40m abseilen. Zu Fuß weiter absteigen und erneut die kurze Kletterpassage der 1. SL abseilen. Rest zu Fuß.

Absicherung

An den wenigen „schweren" Stellen (III) stecken vereinzelt Haken. Ohne die Standplätze sind es genau 3 in der gesamten Tour. Aufgrund der Felsstruktur lassen sich zusätzliche Zwischensicherungen fast nirgendwo legen.

Bilder

  • Doupianifels von Süden - Der Südweg führt über den vorgelagerten Felsrücken und oben durch die deutliche Rinne
  • Doupiani Südweg - Am Beginn des Rinnensystems
  • Doupiani Südweg - Gehgelände (1. Grad) zum Hauptgipfel
  • Am Gipfel des Doupiani
  • Fußabstieg über den Felsrücken am Doupiani Südweg

Doupianifels: Über den Mönchspfad (V-) 8 SL / 260m

Beschreibung

Wahnsinn, an welch ausgesetzten Stellen sich bereits vor vielen Hundert Jahren die Meteora Mönche bewegten! Der Kletterweg folgt zwar nur zum Teil den von Mönchen angelegten „Pfaden", diese sind aber äußerst eindrücklich. Auf etwa halber Höhe des Duopianis folgt die Route einem von den historischen „Erstbegehern" in den Stein gehauenen, nicht viel mehr als fußbreiten Quergang. Auch wenn man sich auf dieser gut 60m langen Strecke nur in Ier/IIer Gelände bewegt, so ist die Ausgesetztheit doch stets zu sehen & zu spüren. Zwischensicherungen sind hier außerdem spärlich gesetzt: Zum Standplatz hinter der Ostkante muss man ca. 30m komplett ohne Zwischensicherung auskommen. Auch legen lässt sich an dieser Stelle nichts. Man darf hier alles tun, nur nicht fallen!!!
Den Anfang der Tour macht aber eine geneigte Rampe ohne fixe Zwischensicherungen auf der Südostseite des Doupianis aus. Geklettert wird allerdings größtenteils hinter der Rampe in kaminartiger Kletterei (II./III.). An einigen Stellen können mobile Sicherungen gelegt werden.
Im Anschluss daran folgt die Schlüsselstelle, ein kurzer Quergang im unteren V. UIAA Grad. Hier stecken 3 Haken in akzeptablen Abständen.
Der Rest der Tour ist geprägt von den teils recht großen, im Fels liegenden Höhlen, an denen sich der Tourenverlauf orientiert & in denen oft die Standplätze zu finden sind.
Ausgestiegen wird über eine einfache Rinne in der Nordwand (=Ausstieg der Tour „Schritte am Abend").
Insgesamt eine sehr lohnende & abwechslungsreiche Tour für sichere Vor- und Nachsteiger, mit einem Mix aus schönen Kletterstellen, exponierter „Spaziergängerei" und tollen Ausblicken in die umliegenden Felsgruppen.

Abstieg

siehe Südweg

Absicherung

Man sollte dem Gelände gewachsen sein. Zwischensicherungen sind spärlich, vielerorts überhaupt nicht vorhanden. Das zusätzliche Legen von Cams & Keilen ist nur in manchen Passagen möglich.

Bilder

  • Doupianifels von Südosten - Der Mönchspfad führt über die Rampe in der Baumlücke, vorbei an den großen beiden Höhlen und dann horizontal rechts um die Ostkante
  • Doupiani Über den Mönchspfad - An der Einstiegsrampe
  • Doupiani Über den Mönchspfad - Die Schlüsselstelle
  • Doupiani Über den Mönchspfad - Der Mönchspfad
  • Doupiani Über den Mönchspfad

 

Doupianifels: Ostkante (VI bzw. V+/A1) 4 SL / 125m

Beschreibung

Die vielleicht schönste Tour am Doupiani gliedert sich in 2 Hauptteile. Den ersten Teil bilden die unteren beiden, mit dem III. UIAA Grad bewerteten Seillängen, die allerdings auf 40m nur 3 bzw. auf 25m nur 2 Haken aufweisen. Die geneigte Reibungskletterei an und auf Kieseln ist also eher im Kopf schwer, vor allem je weiter man sich von der letzten Sicherung wegbewegt. Verkürzen der Abstände durch mobiles Material ist hier nicht möglich.
Den zweiten Hauptteil bildet im Gegensatz dazu die mit VI bewertete und an der Schlüsselstelle mit sehr engen Hakenabständen ausgestattete letzte Seillänge, in der eine senkrechte, kleingriffige Passage überwunden werden muss.
Dazwischen liegt die dritte Seillänge, die über eine schöne, recht strukturlose Platte (V) führt, aber mit einem Haken an der richtigen Stelle gut abgesichert ist und anschließend durch eine einfache Verschneidung zum Standplatz leitet.
Durch die östliche Ausrichtung und die gute Erreichbarkeit (Einstieg liegt nur wenige Meter von der Straße entfernt), die optimale Vormittagstour.

Abstieg

siehe Südweg

Absicherung

In den ersten beiden Seillängen müssen lange Runouts zum jeweils nächsten Haken in Kauf genommen werden (ca. 10m). Da auch mobil nichts ergänzbar ist reine Kopfsache. In der letzten Seillänge ist die Schlüsselstelle sehr gut eingebohrt, in der anschließend folgenden Ver Passage sind allerdings auch kleine Rounouts vorhanden. In der dritten Seillänge können die zwei vorhandenen Haken durch Baumschlingen und bei Bedarf einem kleinen Cam kurz nach dem zweiten Haken ergänzt werden.

Bilder

  • Doupiani von Osten - Die Ostkante
  • Doupiani Ostkante - Die erste Seillänge
  • Doupiani Ostkante - Die zweite Seillänge
  • Doupiani Ostkante - Die Schlüsselstelle in der vierten Seillänge
  • Am Gipfel des Doupiani - links der hohe Ypsiloterafels, rechts die Nordostkante des Heiligen Geists

 

Heiliger Geist: Traumpfeiler (V+) 9 SL /250m

Beschreibung

Der Traumpfeiler gehört zu den bekanntesten und begehrtesten Routen in Meteora. Heinz Zak zählt ihn zu den weltweit zehn besten Kletterrouten im V. Grad. Nicht zu unrecht! Der Weg bietet lange, anspruchsvolle und wunderschöne Kletterei, die bis auf einige Seillängen im oberen Drittel anhaltend im V. UIAA Grad bleibt. Neben der für Meteora typischen Kieselkletterei in geneigten oder senkrechten Wandpartien sind zwei Rissseillängen und eine Verschneidung zu erklettern. Davon ist vor allem der Einstieg in den Schulterriss der vierten Seillänge anspruchsvoll. Nur mit glatt V bewertet wird dieser für viele die eigentliche Schlüsselstelle der gesamten Route darstellen. Die Wegfindung ist trotz einiger Berührungspunkten mit der Nachbarroute Ifgenia kein Problem. Der Traumpfeiler führt stets logisch entlang der offensichtlichen Linie des geringsten Widerstandes und wirkt daher nicht gesucht oder erzwungen. Dass dabei die Schwierigkeiten weitestgehend homogen bleiben und verschiedene sehr schöne Kletterpassagen miteinander verbunden werden trägt mit zum herausragenden Charakter des Weges bei und zeugt von der hervorragenden Spürnase der Erstbegeher Stutte und Mägdefrau. Die Ausblicke aus der Route und vom Gipfel tun ihr Übriges zur Schönheit des Gesamterlebnisses.

Abstieg

Abgeseilt wird nach kurzem Spaziergang übers weitläufige Gipfelplateau über den ostseitigen Weg des Wassers. Vom Ende der Abseilpiste geht's zu Fuß weiter über den südostseitigen Pfad nach Nordosten.

Absicherung

Die Absicherung mit fixen Ringen ist nicht üppig, insgesamt aber in Ordnung. Man muss durchaus mal weitere Strecken obligatorisch klettern. In den Wandpartien kann gelegentlich ein Hakenabstand durch Abbinden eines Kiesels verkürzt werden. In den Rissen und der Verschneidung der letzten Seillänge kommen Friends und Keile zum Einsatz. Mit einem umfassenden Sortiment sind diese gut absicherbar.

Bilder

  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Blick auf den Traumpfeiler. Die Route startet links vom Mönchsgefängnis (große Höhle).
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Routeneinstieg
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Erste Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Nachsteiger in der zweiten Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Impressionen vom Standplatz
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Start in die dritte Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Blick zurück zu den Nachsteigern in der vierten Seillänge, dem schwierigen Schulterriss
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - am Ende der vierten Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Start in die fünfte Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - am Standplatz nach der sechsten Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - in der sechsten Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - in der sechsten Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Blick in die siebte Seillänge, eine der wenigen leichteren in der Route
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - am Standplatz
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Start in die letzte Seillänge, die noch einmal kurz den oberen V. Grad verlangt
  • Meteora - Heiliger Geist - Traumpfeiler (V+) - Ausstieg zum Gipfelplateau

 

Heiliger Geist: Wahnsinnsverschneidung (VII- od. VI+/A1) 6 SL / 180m

Beschreibung

Eine beeindruckende Linie. Wohl eine der, wenn nicht DIE markanteste in ganz Meteora. Die 180m bleiben anhaltend schwer, d.h. - bis auf die letzte Seillänge - durchgängig im VI. bzw. VII. Grad. Die Kletterei folgt auf weiten Strecken einem riesigen Verschneidungssystem, welches die ersten vier Seillängen prägt. Hier ist nach oben hin immer schwerer und steiler werdende Verschneidungskletterei gefragt. Der Riss im Verschneidungsgrund lässt sich je nach Breite klemmen oder hangeln. Oben wird er zum Schulterriss. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen verliesen die Erstbegeher die Verschneidung in der vierten Seillänge für einige Meter und kletterten in der Wand rechts daneben. Diese Passage ist mit etwa VII die schwerste in der ganzen Route und mit vielen Bohrhaken auch A1 kletterbar. Bleibt man in der logischeren Verschneidungslinie, einige Zeit später als Wahnsinnsverschneidungs-Idealisierung eröffnet, muss man mit weniger Bohrhaken, allerdings auch etwas geringeren Schwierigkeiten rechnen. In der fünften Seillänge wird noch einmal eine kurze, schwere Wandstelle im oberen VI. Grad überwunden, nach der man eine nach oben hin immer leichter werdende Rinne erreicht, die schließlich als enger Kamin/Körperriss das Gipfelplateau erreicht. Diese letzte Passage kann außen geklettert auch ausgespreizt werden. Die Hauptschwierigkeit stellt sicher die anhaltend kraftausdauernde Riss- und Verschneidungskletterei dar. Als besonders genüsslich ist die perfekte Rissverschneidung der zweiten Seillänge herauszuheben, die hier mit VI-/VI noch nicht allzu schwer ist. Wer den Grad drauf hat und mit der Absicherung klar kommt, sollte diese wahnsinnige Linie unbedingt klettern.

Abstieg

siehe Traumpfeiler und Weg der Blumen

Absicherung

Die einzelnen Seillängen sind mit soliden Bohrhaken in größeren Abständen ausgestattet. Dazwischen lassen sich meist gut mobile Geräte unterbringen. Dennoch sollte der Weg nicht unterschätzt werden. Durch die anhaltenden Schwierigkeiten und die spärliche bzw. selbst zu organisierende Absicherung stellt er eine ernsthafte, allerdings auch sehr lohnende Unternehmung dar.

Bilder

 

  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - Seilschaft in der 2. Seillänge (VI)
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - Blick vom Einstieg in die Route
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - Blick vom 1. Standplatz in die wundeschöne 2. Seillänge (VI)
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - die kurze 3. Seillänge (VI+) endet am Stand in der Nische unterm kleinen Dach
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - Blick in die 4. Seillänge (VII-) - rechts neben der Verschneidung führt die Originallinie durch die Wand
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - die 5. Seillänge (VI+)
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - die Ausstiegsseillänge (V+) führt zuerst über eine steile Rinne und dann über einen engen Kamin zum Gipfel
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - Ausgesetztheit am Hängestand
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - Ausblick vom Standplatz
  • Meteora - Heiliger Geist - Wahnsinnsverschneidung (VII-) - Abseilen über den Weg des Wassers

 

Heiliger Geist: Weg der Blumen (V/A0 Bzw. VI+) 6 SL / 120m

Beschreibung

Am Heiligen Geist ist der Weg der Blumen einer der eher seltener begangenen Wege, der aber durchaus schöne Kletterpassagen & ein wenig Abenteuercharakter zu bieten hat. Durch die ein oder andere botanisch angehauchte Einlage sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen. Vor allem der Piazabschnitt in der Rissverschneidung der fünften Seillänge ist herausragend. In den ersten beiden Seillängen findet man schöne, meteoratypische, mehr oder weniger steile Wandkletterei auf Kieseln. Den Rest machen einfache Rampenkletterei & Quergänge aus. Bereits vor dem Einstieg, der sich auf einem hohen, der Wand vorgelagerten Block befindet, stellt sich aber das erste Problem: Wie am besten dort hoch kommen? Denkbar sind verschiedene, mehr oder weniger sinnvolle, aber nicht immer ganz ungefährliche Varianten. Welchen Einstieg die Erstbegeher vorschlagen ist anhand des Topos nicht ersichtlich. Sollte jemand (wie wir) auf die Idee kommen über die ersten vier Haken der Nachbarroute (Weg des Wassers VII+ bzw. V/A1) einzusteigen und von dort zum ersten Standplatz des Weges der Blumen zu queren, sollte weder Vor- noch Nachsteiger stürzen. Ein weiter, heftiger Pendelsturz, evtl. mit Bodenkontakt wäre die Folge.

Abstieg

Vom Ausstieg über Gehgelände weiter zum Gipfel & von dort den Steinmännern zur Abseilstelle über den Weg des Wassers (2x40m) folgen.

Absicherung

Die schwereren Passagen sind einigermaßen gut bis akzeptabel mit Bohrhaken abgesichert. In den leichteren Abschnitten muss man teilweise ohne bzw. mit größeren Hakenabständen zurechtkommen. Mobile Sicherungen können, wenn überhaupt, nur an wenigen Stellen eingesetzt werden.

Bilder

  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - Blick auf die Südostwand des Heiligen Geists rechts hinter dem zentral vorgelagerten St. Georgsfels - der Zustieg zum Weg der Blumen führt über die Rampe zwischen den beiden Felsen - die Route startet hinter dem rechten Gipfel des St. Georgfelsens
  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - der Routenverlauf beginnt etwas rechts der markanten Rinne am linken Bildrand, führt schräg nach rechts oben und über die Rampe, an deren Kopf abgeseilt wird. Gegenüber wird die Verschneidung erklettert bevor ein langer, einfacher Quergang nach rechts aus dem Bild führt.
  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - zweite Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - die wunderschöne Rissverschneidung in der fünften Seillänge
  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - kurze Rast und Aussicht genießen
  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - Ausstieg der Rissverschneidung
  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - Zustiegsweg über die Rampe - im Hintergrund das Roussanoukloster
  • Meteora - Heiliger Geist - Weg der Blumen (V/A0 bzw. VI+) - die in den Fels gehauene Kapelle am Einstieg der Route

 

Geierwand: Westkante (VI/A1) 5 SL /140m

Beschreibung

140 abwechslungsreiche, sehr schöne Klettermeter findet man entlang der Westkante des Geierturms. Aufgrund der Sonneneinstrahlung die optimale Feierabendroute für den Nachmittag. Die erste Seillänge ist leicht und besteht aus einer kurzen Rampe, die zu einer Höhle führt. Von dort in einer kurzen Kaminpassage zur ersten Standplatz. Dann wird es gleich interessant: die kommende 45-Meter-Seillänge ist mit V bewertet und führt durch eine lange Rissverschneidung. Wobei die linke Verschneidungswand durch eine geneigte, von Kieseln besetzte Platte gebildet wird, die gute Tritt- und Griffmöglichkeiten bereithält. Die rechte Verschneidungswand ist eher senkrecht. Man klettert also eher links in der Platte als direkt im Verschneidungsriss. Diesen nutzt man um Friends zu legen. Die Seillänge hat aber auch mehrere Zwischenhaken, sodass mobile Sicherungsgeräte nur ergänzed zum Zuge kommen. Ab der dritten Seillänge bewegt man sich in Wandkletterei an mal größeren, mal kleineren Kieseln entlang der markanten Kante Richtung Gipfel. Die diffizile, fußtechnische Kletterei ist in den Seillängen drei und vier, die auch die Schlüsselstellen beinhalten, mit VI bewertet. Hier sind vor allem in den schwersten Passagen ausreichend Ringe vorhanden und mobile Sicherungen können hier nicht mehr zur Anwendung kommen. Den Abschluss macht eine wieder einfachere, stark geneigte Seillänge zum Gipfel, die aber auch direkt an die vorherige gehängt werden kann. Die A1-Bewertung im Führer ist wohl fakultativ zu verstehen. Die Schlüsselstelle kann aufgrund der engen Hakenabstände mit Hakenhilfe geklettert werden, ist frei geklettert aber nicht schwerer als VI. Insgesamt sehr lohnend und aufgrund des kurzen Zustiegs von Kastraki unbedingt empfehlenswert. Der etwas unscheinbar wirkende Gipfel hält mit diesem Weg eine der schönsten Meteora Klettereien in diesem Grad bereit.

Abstieg

Der Abstieg erfolgt über eine Abseilpiste in der Nordwestverschneidung, oben durch einen Kamin, weiter unten über Verschneidung und Platten.

Absicherung

Die Absicherung ist für Meteora-Verhältnisse sehr gut. Die Verschneidung in der zweiten Seillänge ist mit soliden Haken in akzeptablen Abständen bestückt. Zusätzlich können nach Belieben im Verschneidungsriss Friends untergebracht werden. Die beiden folgenden Seillängen mit den schwierigsten Passagen sind sehr gut mit Bohrhaken ausgerüstet. Zusätzliche Sicherungen sind hier nicht nötig und möglich.

Bilder

  • Meteora - Geierwand Westkante (VI/A1) - Blick auf die Westkante - die Route verläuft im unteren Teil entlang der deutlich erkennbaren Rissverschneidung und führt dann im Bereich der ausgeprägten Kante zum Gipfel
  • Meteora - Geierwand Westkante (VI/A1) - Blick vom Gipfel nach Westen in den hinteren Teil der Westgruppe
  • Meteora - Geierwand Westkante (VI/A1) - Blick vom Gipfel nach Südosten zum Heiligen Geist und dem vorgelagerten Heiliggeistwächter

 

Ypsiloterafels: Apollofalter (V-) 5 SL / 145m

Beschreibung

Sehr abwechslungsreiche & aufregende Klettertour. Nach einem etwas anstrengenden Zustieg auf einen Absatz auf etwa halber Wandhöhe der Südwand, startet man direkt mit einem zwar klettertechnisch recht einfachen Quergang, hat so aber gleich gut 200m Luft unterm Hintern. In den nächsten beiden Seillängen finden sich mit je einer V- Passage die Schlüsselstellen der Tour. Einmal in kleingriffiger, steiler Wandkletterei im meteoratypischen Kieselkonglomerat, einmal muss eine kurze, leicht überhängende Stelle an guten Griffen überwunden werden. Die letzten beiden Seillängen sind geprägt von kaminartiger Kletterei im IIer Gelände.
Der Gipfel bietet eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Klöster & Felsmassive.

Abstieg

Je nach Länge des Seils 3 bzw. 4 mal über die Abseilpiste vom letzten Stand der Westkante abseilen.

Absicherung

An einigen Stellen sind mehr Haken vorhanden als im Topo (Meteora Bd. 1) angegeben, z. B. in der zweiten Seillänge ca. 6 statt 3 Haken. Dennoch müssen oft größere Abstände überwunden werden. Das Anbringen von mobilen Sicherungen ist in den ersten drei Seillängen kaum möglich. In den letzten beiden Seillängen sind sie hingegen die einzig mögliche Form der Zwischensicherung, da fixe Haken komplett fehlen. Hier können vor allem große, herausstehende Kiesel per Ankerstichschlinge eingefangen werden. Daneben sind 1-2 Placements für Friends zu finden.
Die Standplätze sind jeweils mit 2 nicht verbundenen, zementierten Ringen ausgestattet. Am 3. Standplatz weichen die vorgefundenen Gegebenheiten erneut von den Infos im Führer ab: Neben dem im Topo eingezeichneten Stand an einer Sanduhr wurde zwischenzeitlich ein Standplatz gebohrt.

Bilder

  • In Bildmitte der hohe Ypsiloterafels - zentral das Verschneidungssystem von Apollofalter, links die Westkante. Beide starten vom vorgelagerten Absatz.
  • Ypsiloterafels Apollofalter - Einstiegsquergang
  • Ypsiloterafels Apollofalter - Nach dem Einstiegsquergang ist man sofort sehr ausgesetzt
  • Ypsiloterrafels Apollofalter - Die dritte Seillänge ist etwas verflechtet, das tut dem Kletterspaß aber keinen Abbruch
  • Am Gipfel des Ypsiloterafels
  • Ausblick vom Gipfel des Ypsiloterafels zum Varlaamkloster
  • Abseilen vom Ypsiloterafels - links im Hintergrund der Doupianifels mit Ostkante und Nordwand

Ypsiloterafels: Westkante (VI- bzw. V/A1) 5 SL / 120m

Beschreibung

Ein Traum von einer Tour! Im Vergleich zum am gleichen Fels befindlichen „Apollofalter" zwar weniger abwechslungsreich, aber die Kletterei durch den „senkrechten Kartoffelacker" des Meteora-Konglomerats an teilweise fußballgroßen, hervorstehenden Kieseln unterschiedlichster Form und Farbe macht riesigen Spaß. An einigen Stellen ist es fast wie Treppensteigen. Vor diesen Genuss hat das sächsische Erstbegeher-Trio Hasse, Maschke & Stutte allerdings einen kurzen Quergang mit Reibungskletterei im oberen III. UIAA Grad, sowie die mit VI- bewertete, aber ordentlich abgesicherte Schlüsselstelle gesetzt: der Übergang von einem kurzen senkrechten Aufschwung in die darüber liegende Platte an kleinen Griffen und Reibungstritten.

Abstieg

siehe Apollofalter

Absicherung

Alle Standplätze sind mit 2 geklebten, nicht verbundenen Haken ausgestattet. Die Schlüsselstelle ist mit 2 Haken ordentlich abgesichert, ebenso der Einstiegsquergang, sofern man über den großen, vorgelagerten Block direkt zum ersten Ring einsteigt und nicht den unabsicherbaren ausgetretenen Wegspuren dort hin folgt.
In den oberen Seillängen sind vereinzelt Haken vorhanden, allerdings oft mit sehr großen Abständen (10m). Bei Bedarf können an einigen Stellen dazwischen große hervorstehende Kiesel mit Schlingen abgebunden werden.

Bilder

  • Ypsiloterafels Westkante - In der unteren Bildhälfte die Schlüsselstelle
  • Ypsiloterafels Westkante - Umgehungsvariante der Schlüsselstelle
  • Ypsiloterafels Westkante - Blick von Stand zu Stand. Wer genau schaut kann sogar Zwischensicherungen erkennen.
  • Ypsiloterafels Westkante - Ob man auch diese Kartoffeln essen kann?

Kaukasier: Roussanoukante (V+) 5 SL / 160m

Beschreibung

Die Roussanoukante ist eine wunderschöne und auf den letzten Metern sehr herausfordernde Kletterroute mit einer perfekten Dramaturgie. Nach einem kurzen Spaziergang zum Einstieg startet sie mit zwei einfachen (III bis IV-), aber schönen Seillängen geneigter Kieselkletterei auf einer breiten, runden Kante. Der hier vorhandene, durch die nördliche Exposition verursachte Flechtenbewuchs, stört bei Trockenheit nur optisch. In der dritten Seillänge wird es mit IV+ bereits ein wenig schwerer & die hier deutlich schärfer hervortretende Kante steilt sich kurz auf um anschließend wieder in eine einfache Rampe überzugehen. Die daran anschließende, vorletzte Seillänge, eine kurze, gut abgesicherte Verschneidung im oberen V. Grad, leitet direkt zum Höhepunkt, der fünften Seillänge. Ab jetzt wird es ernst: Hier ist ausdauernd-anstrengende, steile Risskletterei im oberen V. Grad geboten, die zwischen Hand- und Schulterrissbreite variiert & im ersten Teil selbst abzusichern ist. Im zweiten, weiterhin schweren Teil der Seillänge sind dann drei Haken vorhanden, bevor sich die Wand kurz vorm Gipfel etwas zurücklegt & man von dort die faszinierende Aussicht auf die umliegenden Felsgruppen & Klöster genießen kann. Wer im geforderten Schwierigkeitsgrad solide Rissklettern kann, sollte diese Route unbedingt klettern. Alle anderen sollten die letzte Seillänge nicht unterschätzen.

Abstieg

Vom eigentlichen Gipfel seilt man zunächst wenige Meter in Richtung Südwesten auf eine vorgelagerte Schulter ab. Von deren südwestlichem Ende wird dann erneut 35m bis zum höchsten Punkt der Scharte zwischen Kaukasier & Kumariestürme abgeseilt (Vorsicht: Ausgesetztes, absturzgefährliches Gelände). Von hier wird in nordöstlicher Richtung abgeklettert bis man wieder zum Einstieg gelangt.

Absicherung

In den ersten beiden Seillängen sind die Hakenabstände wie in Meteora üblich etwas weiter. Durch den geringen Schwierigkeitsgrad sind diese aber angenehm zu klettern. In der dritten Seillänge ist die entscheidende Stelle gut mit Haken bestückt. Auch in der vierten Seillänge ist die Schlüsselstelle gut abgesichert. Bis hierhin lässt sich die Route entspannt klettern & mobile Sicherungen sind weder nötig, noch möglich. In der schweren fünften Seillänge ist dagegen weitestgehend Eigeninitiative in Sachen Absicherung gefragt. Vor allem mittlere bis sehr große Cams sind hier nützlich.

Bilder

  • Meteora - Kaukasier - Roussanoukante (V+) - zentral der Kaukasier mit der Roussanoukante - die Route zieht oben nach rechts und führt über das steile Risssystem zum Gipfel
  • Meteora - Kaukasier - Roussanoukante (V+) - am Einstieg - die ersten beiden Seillängen leiten über die geneigte, runde Kante
  • Meteora - Kaukasier - Roussanoukante (V+) - in der ersten Seillänge
  • Meteora - Kaukasier - Roussanoukante (V+) - erste Seillänge
  • Meteora - Kaukasier - Roussanoukante (V+) - die zweite Seillänge
  • Meteora - Kaukasier - Roussanoukante (V+) - Einstieg in die letzte Seillänge - der steile, anstrengende Riss
  • Meteora - Kaukasier - Roussanoukante (V+) - der Gipfel des Kaukasiers vom Heiligen Geist aus betrachtet - gut erkennbar: die grasbewachsene Rampe, die zur Verschneidung und zum Risssystem der Ausstiegsseillängen führt

Ambaria: Südwand-Diagonale (V) 7 SL / 250m

Beschreibung

Diese Tour bietet etwas ganz besonderes: Eine komplette Seillänge sozusagen „indoor" im inneren des Felsens. Daher sollte die Ausrüstung unbedingt durch eine Stirnlampe ergänzt werden. Denn in dem dunklen, feucht-bröseligen Schacht der zweiten Seillänge mussten bei unserer Begehung (ohne Stirnlampe!) Griffe & Tritte stellenweise blind ertastet werden.
Eine weitere Besonderheit der Tour, ist, dass immer wieder höhlenartige Auswaschungen durchquert werden. Dadurch finden sich regelmäßig Passagen mit leicht brüchigem Gestein, sowie loses Geröll auf den Absätzen. Die Begehung ist daher stellenweise heikel.
Dennoch handelt es sich um eine empfehlenswert schöne Klettertour, die größtenteils einfache Seillängen (II. & III. Grad) bietet. Lediglich in den letzten beiden Seillängen müssen Stellen im V. UIAA Grad geklettert werden.
Die Tour durchkreuzt wie der Name schon vermuten lässt, die gesamte Südwand, wodurch sich viele Quergänge (oft ohne Sicherungsmöglichkeiten) ergeben. Daher sollte auch der Nachsteiger den Grad sicher beherrschen.
Da die Südwand-Diagonale von verschiedenen anderen Routen gekreuzt wird, ergeben sich viele, interessante Kombinationsmöglichkeiten. Eine sehr schöne Variante wäre z. B. der Einstieg über die ersten beiden Seillängen von „Tanz der Dünnen" (= V+).
Die klettertechnisch schweren Passagen sind vor allem geprägt von filigraner & behutsamer Fußtechnik, kleinen Griffen und verlangen viel Balance & Körpergefühl.

Abstieg

4x Abseilen über die Südwestkante

Absicherung

Standringe sind an fast allen Standplätzen vorhanden, einmal muss ein Baum verwendet werden. Auf der Originallinie (250m!!!) finden sich genau 3 Zwischensicherungen. Diese stecken in der 6. bzw. 7. Seillänge.
In den vorhergehenden, leichteren Längen können mobile Sicherungen nur marginal gelegt werden (teilweise Cams, oft hervorstehende Kiesel mit Schlingen einfangen). Stellenweise müssen Strecken von gut 30m ohne Sicherungen gegangen werden.
Die V+ Stelle von „Tanz der Dünnen" ist auf 35m mit 7 Ringen für Meteora Verhältnisse sehr gut eingebohrt. Zusätzliches Mobiles ist hier nicht möglich.

Update: seit unserer Begehung 2012 hat sich absicherungstechnisch etwas getan. Der ein oder andere Bohrhaken ist dazu gekommen. Im Frühjahr 2016 steckten vereinzelte, zusätzliche Ringe. Allerdings: die Abstände sind nach wie vor oft sehr groß. Weite, gefährliche Pendelstürtze sind in den Quergängen immernoch möglich.

Bilder

  • Ambaria Südwand-Diagonale - Die Südwand-Diagonale beginnt links hinter der Südwestkante und mündet nach der Seillänge im Felsinneren in der Höhle über der linken Verschneidung. Von hier zieht sie an den vielen Höhlen vorbei schräg nach rechts oben und führt über die Ostkante zum Gipfel
  • Ambaria Südwand-Diagonale - Die Originallinie beginnt links der Südwestkante und führt am unteren Ende der schräg nach oben ziehenden Öffnung durch den Fels hindurch auf die Südseite
  • Ambaria Südwand-Diagonale - Hier geht es hinein...
  • Ambaria Südwand-Diagonale - ...und hier wieder hinaus
  • Ambaria - Alternativer Einstieg zur Südwand-Diagonalen über Tanz der Dünnen
  • Ambaria Südwand-Diagonale - Am dritten Standplatz
  • Ambaria Südwand-Diagonale - Unterwegs findet sich gelegentlich ein Kiesel als Zwischensicherung
  • Ambaria Südwand-Diagonale - An der Schlüsselstelle in der letzten Seillänge
  • Am Gipfel des Ambaria - ganz links der Heilige Geist, zentral der Pixari, rechts die Große Heilige (Aghia) mit der vorgelagerten Pyramidenspitze

Ambaria: Südwestkante (V) 4 SL / 160m

Beschreibung

Sehr geehrter Herr Stutte, hiermit beantragen wir einen dritten Stern für diese traumhafte Kletterei im Meteora-Fels. Nicht nur, dass der Fels absolut solide und fest ist, auch die von der Kante, natürlich vorgegebene Linie ist genial. Und obwohl die Struktur der Wand lediglich annähernd senkrechte bis geneigte Wand- bzw. Reibungskletterei in groben bis feinen Kieseln vorgibt, und somit wenig Abwechslung bietet, ist die Kletterei nirgendwo langweilig. Im Gegenteil, man gerät hier in einen regelrechten Kletterflow.
Die Zwischensicherungen stecken, wo nötig in ordentlichen Abständen, in den leichteren Passagen, wo die Abstände größer sind, vermisst man sie nicht.
Und schließlich ergibt sich durch die südwestliche Ausrichtung die perfekte Feierabendtour.
Aus all diesen Gründen hätte die Tour aus unserer Sicht einen weiteren Stern verdient.

Abstieg

4x Abseilen über die Route.

Absicherung

In der ersten und gleichzeitig schwersten Seillänge stecken die Zwischensicherungshaken in etwa 5-7m Abständen. In den folgenden, einfacheren Seillängen sind dementsprechend größere Abstände von bis zu 20m vorzufinden.
Die Stand- und Abseilplätze sind mit je 2 geklebten, nicht verbundenen Bohrhaken ausgestattet.

Bilder

  • Ambaria Südwestkante - Start über dem vorgelagerten Block im deutlich helleren Wandbereich. Dann nach links oben über die Rampe und abermals ganz oben mittig über den hellen Bereich.
  • Ambaria Südwestkante - Die erste Seillänge
  • Ambaria Südwestkante - Im Kartoffelacker der zweiten Seillänge. Wer braucht da Zwischensicherungen?
  • Am Gipfel des Ambaria
  • Ausblick vom Gipfel des Ambaria auf Kastraki
  • Am Gipfel des Ambaria - Im Hintergrund die Große Heilige (Aghia)
  • Ambaria Südwestkante - Der perfekte Standplatz
  • Ambaria Südwestkante - Detailaufnahme der Felsstruktur

Kelch: Eiertanz (VI-/A1) 5 SL / 130m

Beschreibung

Auf Eiern tanzt“ man vor allem in den ersten beiden Seillängen, die von geneigter, teils diffiziler Kletterei auf Kieseln geprägt sind. Man bewegt sich hier im IV. bis zum unteren VI. Grad. In der dritten Seillänge dominiert ein sehr schönes, breites Riss-/Rinnensystem im IV. bis V. Grad mit einigen ansprechenden Spreizpassagen. Die letzten Meter auf den Vorgipfel sind fast Gehgelände bzw. kurze, einfache Aufschwünge. Von dort kann durch Abklettern in die Scharte zwischen Vor- und Hauptgipfel, einem Übertritt & technischer A1-Kletterei an Haken & Keilen der Hauptgipfel erreicht werden. Insgesamt eine nicht sehr häufig begangene, aber interessante, außergewöhnliche Route in schönem Umfeld.

Abstieg

Vom Kelchgipfel kann 3x nach Westen abgeseilt werden. Zweimal an Bäumen. Wenn man die letzte Seillänge auslässt, empfiehlt es sich vom Vorgipfel bis zum 3. Standplatz abzuklettern & über die Route abzuseilen.

Absicherung

Die zweite Seillänge, die auch die nominell schwierigste ist, ist am besten mit Haken bestückt. Die Schlüsselpassagen mit engen Abständen, die einfacheren Stellen mit einigen Metern. In der ersten Seillänge befinden sich auf etwa 25m drei Haken. Die dritte Seillänge kann mit mobilen Sicherungsgeräten (Cams) bzw. Abknoten von Kieseln gesichert werden. Darüber hinaus stecken 2 Haken. Die A1-Seillänge ist mit 7 Haken bestückt. Darüber hinaus sind hier aber auch Keile & Friends zum technischen Klettern nötig.

Bilder

  • Meteora - Kelch - Eiertanz (VI-/A1) - Westgruppe - im Vordergrund des linken Bilddrittels der Kelch - der Eiertanz führt entlang der rechten Begrenzungskante nach oben
  • Meteora - Kelch - Eiertanz (VI-/A1) - Blick in die Ostwand des Kelchs, durch deren rechte Seite der Eiertanz führt - oben mündet die Route in den sichtbaren Kamin und leitet auf den Vorgipfel - von dort gehts per Übertritt in die Scharte und in technischer Kletterei auf den frei stehenden Gipfelblock ganz links
  • Meteora - Kelch - Eiertanz (VI-/A1) - Erste Seillänge - geneigte Plattentänzerei auf steinernen Eiern
  • Meteora - Kelch - Eiertanz (VI-/A1) - Dritte Seillänge - das Kaminsystem unterhalb des Vorgipfels
  • Meteora - Kelch - Eiertanz (VI-/A1) - links der Kelch mit seinem frei stehenden Gipfelblock

 

Hintere Meteorawand: Südwand Direktvariante (VI-) 3 SL / 85m

Beschreibung

Grundsätzlich schöne, geneigte und sonnige Wand mit 3-4 Seillängen (je nach Variante) entspannter Plattenkletterei auf Kieseln. Alledings ist die Wand im Vergleich zu anderen Meteora Wänden etwas abgelegen und bedarf eines 30-minütigen Zustiegs, der allerdings als netter kleiner Spaziergang durch die Ausläufer der Westgruppe gesehen werden kann. Vielleicht aus diesem Grund ist die Wand eher selten besucht und die Routen entsprechend wenig abgeklettert. An diesem Fakt werden sich die Geister scheiden. Denn der an sich solide Fels und die festen Kiesel sind ggf. stark von Moos und Flechten bewachsen, was erstmal wenig einladend wirkt. Nun hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt sich abschrecken und geht die 30 Minuten zurück, was auch wir fast getan hätten, oder man sieht darüber hinweg und steigt trotzdem ein. Dann wird man überrascht feststellen, dass der flechtig-moosige Fels, zwar optisch unschön ist, die nette Kletterei - trockene Bedingungen vorausgesetzt - davon aber nicht beeinträchtigt wird. Denn diejenigen Kiesel, die als Tritte und Griffe verwendet werden stehen aus dem Moospolster heraus und sind unbewachsen. Hat man sich an den zugegebenermaßen etwas merkwürdigen Anblick gewöhnt, stellt man fest, dass die Kletterei Spaß macht und genießt 3-4 Seillängen schöner Plattenkletterei in abgelegener Atmosphäre. Wem die Direktvariante (letzte Seillänge) zu schwer ist, der quert vor dieser auf dem Originalweg nach links und gelangt so zur Südwestkante. Diese klettert man dann weitere 30m bis zum Gipfel. Die Schwierigkeiten bleiben so im unteren V. Grad.

Abstieg

Der Abstieg erfolgt durch Abseilen über die Route.

Absicherung

Die Absicherung mit fixen Haken ist in Ordnung. Diese stecken regelmäßig in größeren Abständen bis max. 10m. Zum Teil sind größere Strecken obligatorisch zu gehen, vereinzelt lassen sich zusätzlich Kiesel als Zwischensicherung abbinden.

Bilder

 

  • Meteora - Hintere Meteorawand Südwand Direktvariante (VI-)
  • Meteora - Hintere Meteorawand Südwand Direktvariante (VI-) - die letzten Meter der Direktvariante
  • Meteora - Hintere Meteorawand Südwand Direktvariante (VI-) - Blumen am Gipfel
  • Meteora - Hintere Meteorawand Südwand Direktvariante (VI-) - Ausblick vom Standplatz am Gipfel nach Süden
  • Meteora - Hintere Meteorawand Südwand Direktvariante (VI-) - Vorsteiger in der Direktvariante
  • Meteora - Hintere Meteorawand Südwand Direktvariante (VI-)

 

Große Heilige (Aghia): Kalambakawand (V) 10 SL / 350m

Beschreibung

Eine fast schon alpine Wand. Nicht nur durch ihre Länge und die nahezu überall in Meteora vorherrschende sparsame Absicherung. Auch der Charakter einzelner Seillängen trägt zu diesem Urteil bei: Die Kletterei ist hier und da durch Gehpassagen unterbrochen, führt auch mal über bewachsene Bänder und Absätze, auf denen teils loses Geröll liegt. Steinschlag oder die Möglichkeit auf dem nicht immer festen Untergrund abzurutschen sind also stets gegenwärtige Gefahren. Reine Sportkletterer mögen über derlei schimpfen, wer die beschriebenen Gegebenheiten nicht scheut und auch mal bereit ist durch einen Busch zu klettern sowie all dies als Bestandteil eines lohnenden Gesamterlebnisses sieht, der wird sicher eine gute Zeit in den 350 Klettermetern verbringen. Damit ist die Kalambakawand eine der längsten Routen, die in diesem noch recht gemäßigten Schwierigkeitsgrad in Meteora zu finden ist.

Besonders markant und schön ist der mit V bewertete und ausschließlich mit Cams oder Hexentrics abzusichernde Einstiegsriss der ersten Seillänge. Dieser stellt auch gleich die Schlüsselstelle der gesamten Tour dar. Hier ist vor allem Faust- und Handklemmtechnik gefragt. Im weiteren Verlauf ebenfalls erwähnenswert sind die Reibungspassagen in der zweiten und im kurzen Quergang der dritten Seillänge. Den Mittelteil bildet eine mehrere Seillängen andauernde, schräg nach oben ziehende Rampe. Diese ist mit max. IV+ nicht schwer, weite Strecken sind sogar deutlich leichter. In diesem Bereich, aber auch bereits in den unteren Seillängen, ist hier und da brüchiger Fels, Geröll und stellenweise stärkerer Pflanzenbewuchs zu finden. Die Rampe endet in der Scharte zwischen Großer und Kleiner Heiligen. Von hier geht es in weiteren zwei Seillängen im III. Grad über geneigte, kieseldurchsetzte Platten und anschließende Gehpassagen aufs weite Gipfelplateau, welches man auch über die Alte Steiganlage zur Zwölf-Apostel-Kapelle (Gehgelände bis I. Schwierigkeitsgrad/teilweise ausgesetzt) erreichen kann. Von dort leiten 2 weitere Seillängen durch verblocktes, teilweise bewachsenes und rissdurchsetztes Gelände im oberen III. Grad auf den Gipfelaufbau.

Insgesamt eine lohnende, abenteuerliche Route, die jenen ans Herz zu legen ist, deren Hauptpriorität nicht auf durchgängig bombenfestem Fels und homogener Kletterei liegt.

Abstieg

Vom Gipfel 35m Abseilen auf die Südterasse. Von dort die Alte Steiganlage zur Zwölf-Apostel-Kapelle (I) absteigen. Ein Rückzug ist auch nach der 6. Seillänge in der Scharte zwischen Großer und Kleiner Heiligen möglich. Von hier quert man wenige Meter (II) ungesichert zum erwähnten, regulären Abstiegsweg der Alten Steiganlage und steigt diesen weiter ab.

Absicherung

Der cleane Einstiegsriss ist mit großen Cams evtl. auch Hexentrics gut absicherbar. Im restlichen Teil der Route stecken gelegentlich Ringe, in einigen Passagen können mobile Sicherungen angebracht werden. Dennoch sind auch mal größere, nicht absicherbare Abschnitte obligatorisch zu klettern.

Bilder

  • Große Heilige (Aghia) Kalambakawand - Die Route führt über den verblockten, bewachsenen Wandabschnitt in Bildmitte über die Rampe nach rechts oben in die Scharte. Von dort wendet sie sich nach links oben der Kante entlang.
  • Große Heilige (Aghia) Kalambakawand - Am ersten Standplatz. Im Hintergrund die Rampe, die den Mittelteil der Route vorgibt.
  • Große Heilige (Aghia) Kalambakawand - In der Kalambakawand
  • Große Heilige (Aghia) Kalambakawand - Der Quergang in der dritten Seillänge
  • Große Heilige (Aghia) Kalambakawand - Die Rampe im Mittelteil
  • Große Heilige (Aghia) - Im Abstieg über die Alte Steiganlage zur Zwölf-Apostel-Kapelle

 

Bischoffsmütze: Südostweg (V+ Bzw. V-/A0) 5 SL / 120m

Beschreibung

Der Name des Weges ist ein wenig verwirrend, steigt man doch an der Westkante der Bischoffsmütze ein. Im Verlauf der Route quert man allerdings bis in die Südostwand und steigt an deren Ende über einen kaminartigen Riss aus. Die Angaben über die vorkommenden Haken & Standplätze im Kletterführer (Meteora Band 1) stimmen mit der Realität nicht mehr ganz überein: Im Quergang der Südostwand stecken z. B. zwei im Topo nicht verzeichnete Bühlerhaken. Ebenso ist kurz nach dem Quergang, zu Beginn des Risskamins ein neuer Standring hinzugekommen. Somit ist auch die Anzahl der Seillängen variabler geworden – im Topo sind 5 angegeben. Durch den zusätzlichen, sinnvollen neuen Standhaken am Beginn des Risskamins & die Möglichkeit den Stand am Baum am Ende des Risskamins kurz unterhalb des Gipfels wegzulassen (sinnvoll wenn der neue Stand genutzt wird), ebenso wie den am Baum im ersten Teil der Querung (evtl. sinnvoll), variiert die Anzahl der Seillängen.

Die Kletterei in den ca. 120 Klettermetern ist abwechslungsreich. In der erste Seillänge wird im II.-III. Grad eine Rampe erklommen & an deren Ende zuerst eine kurze Verschneidungspassage und eine Rinne im unteren V. Grad durchstiegen. Die zweite Seillänge startet mit einem kurzen, abdrängenden Aufschwung im oberen V. Grad, der auch A0 überwunden werden kann, und erneut in eine leichte Rinne leitet. Vom zweiten Standplatz weg quert man zunächst über eine geneigte Platte mit guten Griff- und Trittmöglichkeiten schräg nach rechts oben & erreicht dann den Quergang der Südostwand (Gehgelände). Daran schließt sich der Risskamin mit ein paar kurzen Stellen im unteren V. Grad an, bevor es in leichtem Gelände zum Gipfel geht.

Der Routenverlauf wirkt im Topo zunächst etwas unübersichtlich, ist in der Realität dann aber logisch & offensichtlich. Die Bischoffsmütze liegt, obwohl nur einen kleinen Spaziergang von Kastraki entfernt, sehr ruhig & idyllisch am Rande der Westgruppe. Vor allem das enge Beieinanderstehen der vielen schlanken, steilen Türme & die schmalen Klüfte dazwischen bilden ein faszinierendes Ambiente.

Abstieg

Durch 3-maliges Abseilen über die (Süd)Westseite. Vorsicht: Beim Abseilen über den letzten Stand des Meteoritenwegs (etwa Nordwestseite) bzw. wenn man den nächsten, nicht immer senkrecht untereinander liegendenden Abseilstand verpasst, endet man evtl. im senkrechten oder überhängenden Wandteil links des Meteoritenwegs ohne weitere Fixpunkte.

Absicherung

Meteoratypisch stecken in den 120 Klettermetern nur wenige Ringe. Abzüglich der Standringe sind es genau 5. Der erste der beiden neuen im sehr einfachen Quergang vielleicht ein wenig unnötig, befinden sich die anderen aber an den wichtigsten Stellen: den schweren Passagen am Ende der ersten & zu Beginn der zweiten Seillänge. Darüber hinaus können im Mittelteil der Startrampe ein kleiner Camelot (0,3) & im Risskamin oben ein großer Camelot (3) gelegt werden. Außerdem ist es an 1-2 Stellen im Routenverlauf möglich herausstehende Kiesel oder Bäumchen mit Schlingen abzubinden.

Bilder

  • Meteora - Bischoffsmütze - Südostweg (V+ bzw. V-/A0) - Blick auf die Südkante der Bischaffsmütze - die Route startet links unten in der Westwand und führt auf Höhe des Grasflecks in einem Quergang zum rechts noch sichtbaren Kamin und über diesen zum Gipfel
  • Meteora - Bischoffsmütze - Südostweg (V+ bzw. V-/A0) - Blick auf die ersten Seillängen in der Westwand - der Routenverlauf führt dann in die nicht einsehbare Südostwand
  • Meteora - Bischoffsmütze - Südostweg (V+ bzw. V-/A0) - die etwas moosige Rampe in der ersten Seillänge
  • Meteora - Bischoffsmütze - Südostweg (V+ bzw. V-/A0) - in der zweiten Seillänge
  • Meteora - Bischoffsmütze - Südostweg (V+ bzw. V-/A0) - Risskamin im oberen Teil der Route
  • Meteora - Bischoffsmütze - Südostweg (V+ bzw. V-/A0) - Blick vom Gipfel der Bischaffsmütze Richtung Südgruppe und Kastraki
  • Meteora - Bischoffsmütze - Südostweg (V+ bzw. V-/A0) - Abseilen von der Bischoffsmütze

 

Zisternenwand: Talseite (V-) 5 SL / 130m

Beschreibung

Die südostseitig ausgerichtete Route ist keine Besonderheit unter der Vielzahl der Meteora Routen. Wer schon öfter hier war und die beliebten Wege bereits geklettert ist, der darf aber auch diesen Gipfel mal über die Talseite besteigen. Die erste Seillänge, eine stellenweise etwas brüchige, senkrechte Rinne, mit vielen, teils großen Kieseln stellt bereits die Schlüsselstelle dar. Dies liegt neben dem Schwierigkeitsgrad auch daran, dass man für die Sicherungen auf den ersten 25m komplett selbst sorgen muss. Die einzigen Möglichkeiten dazu bieten die herausstehenden Kiesel, die man abbinden kann. Nicht alle wirken auf den ersten Blick fest und fallen möchte man in der engen Reibeisen-Rinne nicht, egal ob die Sicherungen nun halten oder nicht. Hat man sich hochgezittert ohne den Sicherungspartner mit ausbrechenden Steinen zu bewerfen (ja, das kann hier vorkommen - also vorsichtig klettern!!), erreicht man auf etwa 25m Höhe die erste und einzige fixe Zwischensicherung der gesamten Route. Diese steckt vor der Schlüsselstelle (V-), einem kleinen Überhang. Nach diesem legt sich die Wand etwas zurück und man erreicht über die im geneigten Gelände weiterführende Rinne den ersten Standplatz. Der Mittelteil der Route ist geprägt von einer schräg aufwärts ziehenden, einfachen Rampe bzw. dahinterliegenden Rinne, die in kaminartiger Kletterei erklommen wird. Der obere Teil wird von einem Schulterriss charakterisiert, welcher noch einmal den oberen IV. Grad verlagt. Dieser kann auf den Kieseln der Seitenwände auch wie eine Verschneidung in Spreiz-/Stemmtechnik begangen werden. Den Abschluss bildet eine Seillänge mit leichter Rinnen und Reibungskletterei. Vor allem der obere Routenteil ist stark von Moos und Flechten überzogen, was bei Trockenheit aber eher optisch stört. Fazit: Kann man mal klettern, aber sicher kein Muss!

Abstieg

Der Abstieg erfolgt auf der gegenüberliegenden Seite über den Ostgrat bzw. Alten Mönchspfad (II bzw. III). Die Wand ist hier deutlich niedriger. Zum Teil kann zu Fuß abgestiegen werden. An einer steilen Passage existiert ein Abseilring.

Absicherung

Standplätze sind vorhanden. In der Route befindet sich darüber hinaus nur ein Zwischensicherungshaken vor dem kleinen Überhang mit der Schlüsselstelle. Ansonsten ist Eigeninitiative bzw. obligatorisches Klettern angesagt. Alerdings sind viele Passagen wirklich einfach. Der Schulterriss in der dritten Seillänge kann mit größeren Friends (Cams bis Gr. 4) abgesichert werden.

Bilder

  • Meteora - Zisternenwand - Talseite (V-) - die Route führt unten über die mittlere Rinne, dann über Rampen und kaminartiger Kletterei nach rechts bis zum oben erkennbaren Schulterriss. Über diesen und eine sich anschließende seichte Rinne geht's zum Gipfel.
  • Meteora - Zisternenwand - Talseite (V-) - die hier und da etwas brüchige Einstiegsrinne
  • Meteora - Zisternenwand - Talseite (V-) - die Einstiegsrinne in der Detailsicht. Gut zu erkennen: die hervorstehenden Kiesel, die als abbindbare Sicherungspunkte dienen.
  • Meteora - Zisternenwand - Talseite (V-) - Impressionen am Gipfelplateau
  • Meteora - Zisternenwand - Talseite (V-) - die Zisterne am Gipfel, die dem Fels ihren Namen gibt
  • Meteora - Zisternenwand - Talseite (V-) - die Ruhe am Gipfel genießen...
  • Meteora - Zisternenwand - Talseite (V-) - Ausblick am Gipfel

 

Kletterführer/Topo

Heinz Lothar Stutte und Dietrich Hasse: Meteora Band 1, Stutte Verlag, 2. Neubearbeitete Auflage 1986
Heinz Lothar Stutte und Dietrich Hasse: Meteora Band 2, Stutte Verlag 2000
Richard Goedecke: Winterfluchten – 185 Mehrseillängenrouten in Südeuropa, Bergverlag Rother 1. Auflage 2011 (Achtung: Auswahlführer – nur wenige Routenvorschläge für Meteora)

Anmerkung:

Als Standardwerk gelten die beiden Bände von Stutte & Hasse. Vor allem Band 1 ist schon einige Jahre alt, neuere Auflagen oder alternative Topos sind aber nicht erhältlich.
Band 1 befasst sich vor allem mit den älteren, klassischen Wegen auf die verschiedenen Gipfel und bietet neben den Topos auch ausführliche Informationen zur geologischen Entstehungsgeschichte sowie Flora und Fauna des Gebiets. Auch auf die geschichtlichen Hintergründe der Klöster und Eremitagen der Region, die ja eng mit den ersten Gipfelbesteigungen verknüpft ist, wird eingegangen. Außerdem werden mehrere Wanderungen vorgestellt.
Der Band 2 ist als Ergänzung zum ersten Werk zu sehen. Hier werden neuere Routen (an den selben Gipfeln) aufgeführt, die in vielen Fällen auch in höheren Schwierigkeitsgraden anzusiedeln sind. Dennoch ist es sinnvoll beide Werke zu nutzen, da sich oft nur durch die Kombination der Informationen die Einstiege, Routenverläufe und Abstiege identifizieren lassen.
Alle in diesem Bericht vorgeschlagenen Routen sind im Meteora Band 1 bzw. 2 von Stutte & Hasse verzeichnet. Einzelne auch in Winterfluchten.

 

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