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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
  • Meteora (GR)
  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)

  • Der Spilauer Stock
Bereits der Zustieg wartet mit einer fast perfekten Dramaturgie auf: Die ersten 1000 Höhenmeter werden bequem mit der Seilbahn Biel-Kinzig (http://www.biel-kinzigag.ch) überwunden. Diese fährt im Halbstundentakt (6:15 bis 11:30 und 12:30 bis 19:15). Im Anschluss daran spaziert man anfangs auf komfortabel angelegten, ebenen bzw. nur leicht ansteigenden Wegen vorbei an Ferienhäusern und Einkehrmöglichkeiten, gelangt dann in idyllischeres Gelände mit saftig-grünen Wiesen, Almen und Kuhweiden. Begleitet vom nicht verstummenden Kuhglockengebimmel kämpft man sich zu guter Letzt über anstrengend-steile Grashänge und Schotterfelder empor zum Einstieg. Hier ist vorm Einstieg erstmal eine Verschnaufpause angesagt. Ab der Bergstation der Biel-Kinzig Bahn sind bis hierher ca. 1,5 h zu kalkulieren. Alternativ dazu kann wohl auch die Seilbahn Ruegig genutzt werden, was ggf. sogar die Zustiegszeit etwas verkürzt.

Die sudöstlich ausgerichteten 6 Seillängen der Tour bieten einen ähnlichen Spannungsbogen: Los geht es mit 2 recht einfachen Längen im 4. Franzosengrad. In der zweiten befindet sich allerdings eine kurze A0 Stelle, die frei geklettert etwa im Bereich 6a liegt. Ansonsten ist das Gelände immer wieder von grasigen und erdigen Stellen geprägt in denen man gerne mal ein solide wirkendes Grasbüschel als Griff hernimmt. Das teilweise lose Gestein-Erd-Konglomerat wirkt oft weniger vertrauenswürdig. Trotzdem tut dies der Freude an der Kletterei keinen Abbruch, denn im Rest der Route ist das Gestein bis auf wenige Ausnahmen kompakt, fest und sehr griffig. Die 3. Seillänge, eine schöne Rissverschneidung, stellt dann mit 5c+ die Schlüsselstelle der Tour dar, noch nicht jedoch den Höhepunkt. Dieser kommt erst nach der kurzen 4. in der vorletzten 5. Seillänge: Eine traumhafte, stellenweise recht steile Musterverschneidung, die an einem Standplatz (oder sollte man sagen Sitzplatz) auf einer kleinen, ausgesetzten Kanzel endet, die mit viel Luft unter den Sohlen daherkommt. Den Schlussakt setzt dann eine leichte Ausstiegslänge durch eine Rinne in der leider viel loses Geröll liegt (Vorsicht wenn sich Seilschaften unterhalb befinden!). Von hier kann über wenige Meter (ebenfalls mit viel Geröll) zu Fuß der Westgipfel des Spilauer Stocks erreicht werden. Unserer Ansicht nach hätte man den letzten Standplatz besser direkt am Gipfel eingebohrt, denn die letzten Meter sind zwar nicht schwierig, durch das lose Geröll besteht aber trotzdem noch Absturzgefahr. Klettertechnisch bewegt man sich durch die vielen Verschneidungen und kaminartigen Passagen auffallend oft stützend und spreizend mit ansprechenden Bewegungsabläufen durchs Gelände. Was die Schwierigkeitsangaben angeht unterscheiden sich die unten angegebenen Quellen leicht voneinander. Der Plaisir Ost Führer stuft einzelne Längen (u.a. die Schlüsselstelle) etwas schwerer ein. Wir haben hier die Angaben des Schächentalführers zugrunde gelegt.

Auch was den Abstieg betrifft variieren die Angaben: Während im Schächentalführer das Abseilen über die Route als einzige Alternative nennt, gibt der Plaisir Ost Führer alternativ auch einen Fußabstieg durch ein wohl recht steiles Couloir an. Da wir die erste Variante gewählt haben, können wir über den Fußabstieg wenig sagen. Dieser erscheint aber gerade dann sinnvoll wenn sich mehrere Seilschaften in der Tour befinden. Denn durch das lose Geröll in der letzten Seillänge und im Gipfelbereich besteht hohe Steinschlaggefahr.

Einstiegshöhe: 2120 m / Gipfel: 2270 m / Bergstation Biel-Kinzig Bahn: 1637 m / Talstation Biel-Kinzig Bahn: ca. 650 m

 

Gestein

Kalk

 

Absicherung/Material

Die Route ist gut mit gebohrten, vereinzelt auch älteren geschlagenen Haken abgesichert, sodass kaum zusätzliches, mobiles Sicherungsgerät benötigt wird. Wer möchte kann damit aber den ein oder anderen Hakenabstand verkürzen. Bis auf den ersten Standplatz, der lediglich einen gebohrten und zwei geschlagene Haken aufweist, die selbst verbunden werden müssen, sind alle restlichen mit Kettenstand ausgerüstet und perfekt als Abseilpiste eingerichtet.

Empfehlenswert ist ein Halbseil, u.a. da somit auch die Abseilvariante möglich ist.

 

Bilder

  • Der Spilauer Stock
  • Der Quergang in der zweiten Länge mit kniffliger Einzelstelle
  • Einstieg in die dritte Länge
  • Das Grasband des dritten Standes markiert die Häfte der Route
  • Am vierten Stand - Blick in die Tiefe
  • In der langen Verschneidung der fünften Länge
  • In den finalen Zügen der Tour zum letzten (Sitz-)Stand
  • Die letzen Meter zum Gipfel gehen wir Seilfrei
  • Der Gipfelblick ins Tal

 

Kletterführer/Topo

Gabi Bricker, Christof Arnold: Kletterrouten im Schächental. Filidor Verlag. 1. Auflage 2005.

Jürg von Känel: Schweiz Plaisir Ost. Filidor Verlag. 2. Auflage 2005.

 

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