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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
  • Meteora (GR)
  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)

  • Salbit Südgrat im Profil: links unten die grasige, steile Aufstiegsrinne mit Klemmblock, daran anschließend der Südgrat, rechts das Abstiegscouloir mit Bach
Ein "dickes Brett" wartet auf all diejenigen, die sich vornehmen den Salbit Südgrat zu klettern. Nicht nur die mit 570 Klettermetern und 17 Seillängen beachtliche Länge der Tour, machen sie zu einer ernst zu nehmenden Unternehmung, auch der anspruchsvolle Zu- und Abstieg, der Charakter der Kletterei sowie die Absicherung tragen ihren Teil dazu bei. Auch was den Schwierigkeitsgrad betrifft ist Vorsicht geboten: Die Schwierigkeitsangaben einzelner Seillängen weichen in den unten angegebenen Führern teilweise gravierend voneinander ab (und unserem Gefühl nach sind selbst die härtesten Bewertungen noch leicht untertrieben). Der Gebietsführer "Salbit erleben" gibt 3x3c, 4x4a, 3x4b, 2x4c, 3x5a (in einer Länge A0) an. Im "Plaisir Ost Führer" sind es hingegen 2x3c, 2x4b, 3x4c, 5x5a, 3x5b (in einer Länge A0). Die Route sollte also, obwohl vielerorts als Plaisir-Route gehandelt, nicht unterschätzt werden.

Ob es sich beim Südgrat tatsächlich um "die schönste Granit-Gratkletterei der Alpen" und "eine wahre Sinfonie in Fels" handelt, wie im Gebietsführer "Salbit erleben" erwähnt, wage ich etwas zu bezweifeln. Definitiv bietet der Südgrat aber viele sehr schöne Kletterpassagen sowie atemberaubende Tief- und Ausblicke (sofern man nicht wie bei unserer Begehung im Nebel klettert).

Die Kletterei ist durchgehend steil und anhaltend schwierig. Neben den Zacken und Türmen des Grates dominieren vor allem Risse und lange Seitschuppen die Felsstruktur. Letztere sind allerdings häufig so ungünstig geschichtet, dass sie trotz ihrer an sich guten Griffigkeit schwer zu fixieren sind. Es fehlt häufig der Griff oder der Tritt um Gegendruck zu erzeugen. Somit ergeben sich stellenweise recht knifflige, wacklige Kletterzüge. Die Kletterei wird von zwei Abseilfahrten in die Scharten zwischen den einzelnen Türmen unterbrochen, einmal wird zu Fuß von einem Turm in die darauffolgende Scharte abgestiegen.

Als Unterkunft ist die Salbithütte (http://www.salbit.ch/huette) eigentlich obligatorisch. Denn durch die Länge der Tour ist ein vorheriger Aufstieg vom Tal nicht anzuraten. Der Zustieg zur Hütte beträgt ca. 2,5 h. Für den Zustieg zum Südgrat ab der Salbithütte sollten etwa 1,5 h kalkuliert werden. Hier muss u.a. eine steile Rinne hochgestiegen werden. Für den Abstieg vom Hauptgipfel sind im Führer 1,5 bis 2 h angegeben. Man folgt zuerst für ca. 150 m dem Ostgrat, steigt dann nordwärts zum Salbitgletscher hinab und nimmt dann das Abstiegscouloir Richtung Hütte. Achtung: Hier besteht bei Schnee im Bereich des Baches Einbruchgefahr! Die reine Kletterzeit ist in den Führeren mit 5-7 h angegeben, wobei diese Zeit nur von gut eingespielten Seilschaften eingehalten werden kann. Inklusive Zeitreserve und Pausen ergibt sich bei zügiger Begehung also eine Gesamttzeit von mind. 12 Stunden.

Im Routenverlauf bieten sich verschiedene Fluchtmöglichkeiten über Notausstiege. Diese sind aber teilweise ebenso anspruchsvolle und sehr zeitaufwendige Unternehmungen, da z. B. über die 370 m hohe Ostwand abgeseilt oder in steilem Gelände gequert werden muss.

Einstiegshöhe: 2630 m / Gipfel: 2981 m / Salbithütte: 2110 m / Parkplatz Ulmi: 1195 m

Anmerkung: Bei unserer Begehung wurde die Route nach der 13. Seillänge am Plattenturm wetterbedingt abgebrochen. Die Beschreibung und alle weiteren Informationen beziehen sich also auf den begangenen Teil der Route. Darüber hinaus gehende Angaben sind der Führerliteratur entnommen und konnten nicht persönlich verifiziert werden.

 

Gestein

Granit

 

Absicherung/Material

Die Route wurde sanft aber nicht übermäßig saniert. Nahezu alle Standplätze sind mit zwei nicht verbundenen Bohrhaken ausgestattet. In den Seillängen stecken mal mehr und mal weniger Bohr- und stellenweise auch Normalhaken älteren Datums. Neben Helm und Halbseil sind ein komplettes Sortiment Keile und Friends sowie mehrere Zackenschlingen notwendig.

 

Bilder

  • Salbit Südgrat im Profil: links unten die grasige, steile Aufstiegsrinne mit Klemmblock, daran anschließend der Südgrat, rechts das Abstiegscouloir mit Bach
  • Aufbruch im Morgengrauen
  • Klettern im Nebel 1
  • gespenstische Stimmung - der Weiterweg während eines kurzen lichten Moments
  • fast freier Blick auf den Westgrat
  • Tiefblicke während die Wolken kurz aufreißen
  • Einer der vielen Türme & Nadeln des Südgrats
  •  Blick zum Westgrat
  • Ungewöhnliche Perspektive des Westgrats
  • Klettern im Nebel 2

Kletterführer/Topo

Hans Berger, Jonas Gessler, Jürg von Känel: Salbit erleben. Filidor Verlag. 3. überarbeitete Auflage 2009

Jürg von Känel: Schweiz Plaisir Ost. Filidor Verlag. 2. Auflage 2005.

Johanna Widmaier: Best of Genuss - alpine Genussklettereien von 3 bis 6. Panico Alpinverlag. 1. Auflage 2007.

 

Kommentare   

 
#1 bernadette 2016-07-31 18:14
Tour sehr gut beschrieben!!
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