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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
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  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Totenkirchl/Sockeldurchstieg „Fiechtl“ (V+) Wilder Kaiser/Kaisergebirge (A)

  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Kamin in der 10. Seillänge
Mein lieber Herr Fiechtl, Hut ab vor dieser bereits 1924 begangenen Klettertour! Es nötigt einem schon allen Respekt ab sich vorzustellen, wie der Altmeister Fiechtl und Gefährten mit den damaligen Mitteln und in Bollerschuhen, diesen Weg kletterten. Der sanierte Alpinklassiker war und bleibt eine wilde Nummer!

Zum einen sollte man sich nicht vom Begriff Sockeldurchstieg täuschen lassen. Die Route führt zwar tatsächlich „nur“ durch den östlich vorgelagerten Totenkirchl Sockel, mit 320m Kletterstrecke und 11 Seillängen stellt die Fiechtl aber eine nicht zu unterschätzende Mehrseillängenroute alpinen Charakters dar. Wer möchte kann außerdem im Anschluss weiter bis zum Gipfel steigen, womit sich eine tagesfüllende Unternehmung ergibt. So oder so wartet aber ein alpiner Abstieg, bei dem Trittsicherheit und ein Gespür für die Wegfindung gefragt ist.

Zum anderen kann der Begriff sanierter Alpinklassiker in die Irre führen. Tatsächlich ist die Route zwischenzeitlich mit Bohrhaken ausgerüstet, die ihr sicher einen ganz anderen Charakter verleihen, als zu damaligen Erstbegehungszeiten. Allerdings stecken diese oft in großen Abständen und ergänzen ältere, geschlagene Haken. Eine Plaisirkletterei ist der Sockeldurchstieg nicht. Auch die Wegfindung ist in manchen Seillängen nicht offensichtlich, sodass Verhauer möglich sind.

Insgesamt handelt es sich um eine sehr beeindruckende, anstrengende und fordernde klassische Route, die allen zu empfehlen ist, die den Herausforderungen gewachsen sind.

In weiten Teilen der Route trifft man auf festen Fels, allerdings führt sie auch immer wieder durch sehr brüchige Bereiche, in denen erhöhte Vorsicht geboten ist.

Besonders beeindruckend sind die beiden „Schlüsselstellen“: Die nominell schwierigste, ausgesetzte 5+ Passage in der 4. Seillänge, ein abdrängender Piaz-Riss, der aber gut abgesichert ist und die nur mit 4 bzw. 4+ bewerteten anstrengenden und fordernden Kamine am Ende der Route. Über fast 60m ziehen diese beiden Seillängen in ununterbrochener Kaminkletterei durch einen engen, steilen Schacht nach oben. Hier ist voller Körpereinsatz und mentaler Wille gefragt. Für viele Seilschaften sind dies die eigentlichen Schlüsselseillängen, die nicht unterschätzt werden sollten. Die Absicherung ist hier durch solide Bohrhaken und die zusätzlichen alten Normalhaken zwar akzeptabel, stürzen möchte und sollte man in diesem Gelände mit teilweise 7-10m zwischen den Haken aber nicht. Zusätzliches, mobiles Material unterzubringen ist hier fast ausgeschlossen. Obligatorisches, souveränes Stemmen und Spreizen ist also angesagt.

Achtung: links und rechts der Ausstiegskamine existieren Ausstiegsvarianten, die aber keine Haken und weniger guten Fels bieten!

Der Rest der Route liegt recht konstant bleibend im 3. und 4. UIAA Grad und führt meist über geneigte, griffige Wände oder Rampen. Herauszuheben sind vielleicht noch der schöne, aber stellenweise brüchige Quergang in der 3. und die scharfe Kante in der 8. Seillänge.

Der Abstieg führt zunächst über Terassen oberhalb des Sockels querend bis zum Führerweg (III). Diesen weiter absteigen bzw. abseilen bis zum Stripsenjochhaus (etwa 45 min.)

Talort Griesenau: 720m / Parkplatz Griesner Alm: 978m / Stripsenjochhaus: 1577m / Gipfel: 2190m (Route führt nicht bis zum Gipfel)

 

 

Gestein

Kalk

 

 

Absicherung/Material

Es handelt sich um einen sanierten Klassiker. D.h. es finden sich in aller Regel und in Abhängigkeit der Schwierigkeiten ausreichend Klebehaken, allerdings nicht in sportklettermäßigen Abständen. Dazwischen oder daneben oft zusätzlich ältere Normalhaken – teils von zweifelhafter Qualität. Mobile Zwischensicherungen sind in Form von Schingen, Cams und Keilen in einigen Seillängen möglich und sollten mitgeführt werden.

Neben der üblichen alpinen Kletterausrüstung sind Zustiegsschuhe, Halb- oder Zwillingsseil und Helm obligatorisch.

 

 

Bilder

 

  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Blick aufs Totenkirchl, etwas links der Bildmitte die Sockelwand
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Blick auf die Sockelwand, die Fiechtl verläuft etwas rechts des markanten, an die Sockelwand angelehnten Pfeilers
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Quergang in der 3. Seillänge
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - in Bildmitte der ausgesetzte Piaz-Riss der 4. Seillänge (V+)
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Nachsteiger im Quergang zum Piaz-Riss der 4. Seillänge (V+)
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Tiefblick vom Standplatz nach der 4. Seillänge
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - ausgesetzte, aber einfache Kletterei im Mittelteil der Route
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Einstieg in den Kamin der 10. Seillänge
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Kamin in der 10. Seillänge
  • Totenkirchl - Sockeldurchstieg Fiechtl (V+) - Blick in den langen Kamin der 11. Seillänge

 

 

 

Kletterführer/Topo

Markus Stadler: Wilder Kaiser. Panico Alpinverlag. 1. Auflage 2012.

 

Kommentare   

 
#1 fatrock 2016-02-20 14:41
Haben die Route im Juni 2014 nach einem ersten Verhauer Versuch und 2 Tage spaeter dann
richtig bis auf die Terassen Zone zu Ende gefuehrt.Der Ausstiegskamin ist voellig zu recht als die eigentliche Schluessel SL,die ich gluecklicherwei se nachsteigen konnte,zu bezeichnen.Die offizielle Schwierigkeits Bewertung spiegelt den tatsaechlichen Anspruch dieser SL in keinster Weise wieder
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