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  • Buchstein Südwand (Südwandschmankerl) (6-) Bayerische Voralpen (DE)
  • Meteora (GR)
  • Meteora (GR)
  • Bergseeschijen Südgrat (4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Meteora (GR)
  • Motörhead (6a+) Grimselpass/Urner Alpen (CH)
  • Salbitschijen Südgrat (5c+/5b, A0) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Qualcuno Volò sul Nido del Cuculo (6a+) Placche di Paleria/Tessin (CH)
  • Hochschijen Südgrat (3b-4c) Göschener Tal/Urner Alpen (CH)
  • Le Strange Voglie di Amelie (5c) Sarche/Sarcatal (IT)
  • Klein Bielenhorn Schildkrötengrat (4b, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Spilauer Stock Westgipfel Südwand (5c+, A0) Schächental/Urner Alpen (CH)
  • Gross Bielenhorn Südostgrat (5c+/4c, A0) Furkapass/Urner Alpen (CH)
  • Karatasch (Karataslar) - Kemer (TR)


Hintere Goinger Halt/Nordgrat (3+) Wilder Kaiser/Kaisergebirge (A)

  • Die Steinerne Rinne - links der Predigtstuhl, rechts die Fleischbank
Die hintere Goinger Halt ist einer der am leichtesten zugänglichen Gipfel des Wilden Kaisers. Über den vom Ellmauer Tor hochziehenden Normalweg wird er regelmäßig auch von Wanderern besucht. Der Gipfel selbst, aber auch die hier beschriebene Nordgrat-Route sind somit keine herausragenden oder besonders spektakulären Ziele. Auf den 330 Klettermetern finden sich zwar ein paar ganz ansprechende Kletterpassagen, der größte Teil der Route führt aber durch ganz einfaches Gelände (1. – 2. Grad), welches den Kletterer nicht unbedingt fordert. Auch die Länge der Route, die im Topo mit 330m und 9 Seillängen angegeben ist, täuscht: Mehr als 2-3 Stunden benötigt man dafür nicht.

Dennoch ist das Ganze eine Tagesunternehmung mit alpinem Anspruch, zumindest dann wenn man vom Parkplatz der Griesner Alm (www.griesneralm.com) startet. Von hier sind bis zum eigentlichen Routeneinstieg in der Predigtstuhl-Scharte mind. 3 Stunden Gehzeit einzukalkulieren. Zuerst folgt man ca. 1 Std. dem Weg Richtung Stripsenjochhaus (www.stripsenjoch.at), welches ggf. als Unterkunft in Frage kommt wenn man mehr als eine Tour im Bereich der Steinernen Rinne klettern möchte. Auf etwa 1450m zweigt links der Eggersteig Richtung Steinerne Rinne ab. Diesem stellenweise recht ausgesetzten, drahtseilgesicherten, aber gut gangbaren Steig folgt man bis in die Steinerne Rinne und folgt dieser dann bis kurz unterhalb des Ellmauer Tors, wo man sich nach links (Osten) wendend kurz zu einer Geröllterterasse aufsteigt. An deren oberen Ende folgt man in leichter, noch ungesicherter Kletterei einer Rinne bzw. rechts daneben einem Felsaufschwung und steigt weiter über das Rinnensystem und einen Schuttkessel, bis man die Predigtstuhlscharte nach einer 3er-Kletterstelle erreicht. Erst hier beginnt die eigentliche Kletterroute.

Wie bereits erwähnt ist, die Kletterei wenig spektakulär und erreicht nur in 2-3 Passagen den 3. UIAA Grad. Dies sind dann auch die schönsten Klettermeter, der Rest ist eher verblocktes oder fast schon Gehgelände. Da in vielen Seillängen überhaupt keine bzw. wenn dann nur alte, geschlagene Haken stecken und auch keine eingerichteten Standplätze vorhanden sind kann die Route trotzdem für Neueinsteiger in selbst abzusichernde Alpinklettereien interessant sein. Da wenig fixes Material steckt sind häufig auch verschiedene Varianten möglich.

Vom Gipfel steigt man über den markierten Normalweg zum Ellmauer Tor ab und von dort weiter durch die Steinerne Rinne und den Eggersteig zurück zum Weg Richtung Stripsenjochhaus bzw. Griesner Alm.

Insgesamt betrachtet handelt es sich bei dieser gesamten Tour eher um eine ausgiebige, stellenweise recht ausgesetzte Bergwanderung. Die reine Kletterzeit und die geringen Kletterschwierigkeiten der Route selbst wirken fast schon wie Beiwerk, gegenüber dem verhältnismäßig langen und teilweise anspruchsvollen Zu- und Abstieg. Der Weg über den Eggersteig ist allerdings landschaftlich durchaus reizvoll und das Ambiente sowie die Perspektiven die sich in der Steinernen Rinne ergeben sind überwältigend. Legt man den Kopf in den Nacken hat man das Gefühl die Wände von Predigtstuhl und Fleischbank, welche die Rinne links und rechts begrenzen, begegnen sich fast über dem eigenen Kopf, so schmal erscheint der Streifen Himmel dazwischen.

Fazit: Sicher kein Muss, aber man kann die Tour durchaus mal machen!

Griesner Alm: 988m / Stripsenjochhaus: 1577m / Einstieg: 2070m / Gipfel: 2242m

Gestein

Kalk

Absicherung/Material

Vor allem in den ersten beiden Seillängen stecken regelmäßig geschlagene Haken, vereinzelt auch weiter oben. Größtenteils ist man aber sowohl für Zwischensicherungen, als auch für Standplätze selbst verantwortlich. Neben einem Satz Keilen und Camelots sollten daher auch mehrere Schlingen unterschiedlicher Länge mitgeführt werden.

Aufgrund des nicht überall festen Gesteins ist im Wilden Kaiser ein Helm obligatorisch.

Da über den Normalweg zu Fuß abgestiegen wird genügt im Grunde ein Einfachseil, wobei ein Halbseil im alpinen Gelände natürlich immer die größere Sicherheitsreserve bietet.

Bilder

  • Die Steinerne Rinne - links der Predigtstuhl, rechts die Fleischbank
  • Blick aus der ersten Seillänge in die Predigtstuhl-Scharte, dem eigentlichen Einstieg der Route - Tiefblick ins Kaiserbachtal inklusive
  • Saugende Tiefe - Blick vom Standplatz ins Kaiserbachtal und zur Griesneralm
  • leichte Kletterei kurz vorm Gipfel
  • Blick von der Griesneralm auf die Ostwand des Predigtstuhls
  • Blick aus der Steinernen Rinne auf die mächtige Fleischbank-Ostwand

Kletterführer/Topo

Johanna Widmaier: Best of Genuss. Alpine Genussklettereien von 3 bis 7-. Band 2. Panico Alpinverlag. 1. Auflage 2009.

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